Uwe Thrum, Kandidat der AfD zur Landratswahl im Saale-Orla-Kreis.
Uwe Thrum, Kandidat der AfD zur Landratswahl im Saale-Orla-Kreis. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Kommunen AfD-Kandidat nach erster Runde der Landratswahl im Saale-Orla-Kreis vorn

15. Januar 2024, 06:32 Uhr

Bei der Landratswahl im Saale-Orla-Kreis hat AfD-Kandidat Uwe Thrum die meisten Stimmen geholt. Da er die 50-Prozent-Marke jedoch verfehlte, kommt es zur Stichwahl gegen den CDU-Bewerber Christian Herrgott.

Bei der Landratswahl im Saale-Orla-Kreis hat keiner der vier Bewerber den nötigen Stimmenanteil von mehr als der Hälfte erzielt. Damit wird es eine Stichwahl zwischen den beiden Erstplatzierten geben.

Die mit Abstand meisten Stimmen holte nach dem vorläufigen Endergebnis der AfD-Politiker Uwe Thrum mit 45,7 Prozent, gefolgt von Christian Herrgott (CDU) mit 33,3 Prozent. Die parteilose SPD-Bewerberin Regina Butz vereinigte 14,2 Prozent der Stimmen auf sich, der Linke-Kandidat Ralf Kalich 6,9 Prozent. Eine Übersicht zu den Kandidaten gibt es hier.

Die Wahlbeteiligung lag bei 65,5 Prozent. Damit gehen Thrum als Sieger und Herrgott als Zweiter in die Stichwahl am 28. Januar. Gewinnt Thrum die zweite Runde, wäre er nach Robert Sesselmann in Sonneberg der zweite AfD-Landrat in Thüringen.

Thrum gewinnt in den meisten Gemeinden im Saale-Orla-Kreis

AfD-Kandidat Thrum lag bei der Wahl in 47 der 59 Städte und Gemeinden vorn. In den übrigen zwölf Gemeinden bekam Herrgott die meisten Stimmen. Butz und Kalich konnten keine Gemeinde gewinnen.

In welchen Gemeinden des Saale-Orla-Kreises die Kandidaten von AfD, CDU, SPD und Linkspartei am stärksten oder am schwächsten abgeschnitten haben, haben wir hier zusammengefasst.

Neuer Landrat beginnt am 9. Februar

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Amtsinhaber tritt aus Altersgründen nicht erneut an

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Landratswahl als Stimmungstest

Die Landratswahl sei "auf jeden Fall ein Stimmungstest für den ländlichen Raum", hatte die Leiterin des Demokratieberatungsprojekts Mobit, Romy Arnold, im Vorfeld gesagt. Die Bedeutung dürfe weder überhöht noch kleingeredet werden. Schon der Wahlkampf habe dabei einerseits gezeigt, wie aufgeheizt die politische und gesellschaftliche Stimmung abseits der größeren Städte sei. "Andererseits sehen wir hier etwas, das es jedenfalls im Saale-Orla-Kreis schon lange nicht mehr gab: dass sich viele Menschen zusammentun und für eine tolerante und offene Gesellschaft streiten." Das sei ermutigend.

In Schleiz hatten sich am 6. Januar einige Hundert Menschen versammelt, um vor der Wahl des AfD-Bewerbers Thrum zu warnen. Begleitet worden war diese Kundgebung von Protesten von AfD-Sympathisanten. Appelle gegen die Wahl von AfD-Bewerbern in kommunalpolitische Ämter oder gar überparteilich für die Wahl von AfD-Gegenkandidaten sind umstritten. Während der Landratswahl in Sonneberg hatte es einen ähnlichen Appell gegeben. AfD-Mann Sesselmann erhielt daraufhin im zweiten Wahlgang noch mehr Stimmen als im ersten Wahlgang.

Wie die Situation in Thüringens ländlichsten Landkreis ist und welche aktuelle Probleme es gibt, lesen Sie hier.

MDR (seg)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 12. Januar 2024 | 19:00 Uhr

431 Kommentare

AlexLeipzig vor 18 Wochen

Naja, die typische Ausrede: keiner will's gewesen sein... so schließt sich dann auch der Kreis zur Afd - Warnungen gab's ja genug, und trotzdem wird die Afd gewählt. Und beim bösen Erwachen war's dann auch wieder keiner.

Alexa007 vor 18 Wochen

Das kann ich für den MDR übernehmen. Wir sind diejenigen, die nicht "wir" im Sinne des Ausgangskommentars von eweb sind. Die "anderen wir", die tatsächlich für Deutschland sind.

kleinerfrontkaempfer vor 18 Wochen

Eine kleine Schaffenspause bleibt ja noch um neue Wahlbündnisse zu schmieden und Empfehlungen auszusprechen. Damit es in dieser demokratischen Wahl weiter voran geht und die sogenannten "Hochburgen" nicht einstürzen.

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