Nahtloser Übergang Walldorfer Märchenhöhle nach mehr als 30 Jahren mit neuem Betreiber

05. April 2023, 16:20 Uhr

Ein unterirdisches Labyrinth, das in die Welt der Märchen entführt: Die Sandstein- und Märchenhöhle in Walldorf bei Meiningen ist ein beliebtes Ausflugsziel vor allem für Familien. Nach mehr als 30 Jahren hat die Höhle jetzt einen neuen Betreiber, der auch investieren will.

Wer kann übernehmen? Diese Frage werden sich in den nächsten Jahren mehrere tausend Betriebe in Thüringen stellen, weil geburtenstarke Jahrgänge in den Ruhestand gehen. Die Unternehmensnachfolge, wie es im Fachjargon heißt, ist angesichts des demografischen Wandels und des Arbeitskräftemangels oft eine Existenzfrage. Umso erstaunlicher ist es, wenn eine Übernahme so reibungs- und geräuschlos klappt wie jetzt bei der Märchenhöhle in Walldorf.

Die langjährigen Betreiber Bernd und Christina Hartung sind zum Ende der vergangenen Saison in den Ruhestand gegangen. Die Leerstelle füllt nun das Duo aus Marco Thomas und Christian Meyer, die beide selbst aus Walldorf stammen. Sie haben die Anlage samt Gastronomie und Pension gekauft. Der Betrieb kann damit nahtlos weitergeführt werden.

Übernahme auch eine "emotionale Entscheidung"

Neu-Chef Christian Meyer kennt die Märchenhöhle sehr gut. In den vergangenen zwölf Jahren hat er als Koch in der Gaststätte auf dem Gelände gearbeitet. Als gebürtiger Meininger hat er hier aber auch schon als Kind mit seinen Freunden gespielt, wie der 43-Jährige erzählt. Die Nachfolge der Familie Hartung anzutreten, sei für ihn daher auch eine emotionale Entscheidung gewesen. Die Gefahr, dass die Sandsteinhöhle mit dem Ruhestand der langjährigen Betreiber schließen könnte, sei für ihn nicht hinnehmbar gewesen.

Höhlenbesuch vor allem für Familien mit kleinen Kindern geeignet

Die Märchenhöhle in Walldorf mit angeschlossener Gastronomie ist keine Hochglanz-Touristenattraktion und man sieht auch, dass Teile der Anlage schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben. Dafür ist die Atmosphäre familiär und die Kulisse authentisch. Damit schafft es die Märchenhöhle jedes Jahr ab April, Menschen über die Grenzen Thüringens hinaus anzulocken.

Viele reisen laut Christian Meyer etwa aus Hessen, Bayern und Sachsen an. Das liegt wahrscheinlich auch an der besonderen Mischung, die das Höhlenerlebnis bereithält. Besucher können zum einen Historisches über die Entstehung der Höhle durch den Abbau von Sand im 19. Jahrhundert und das schwere Leben der Sandmacher-Familien erfahren.

Zum anderen gibt es mehr als 30 Märchenszenen mit beinahe lebensgroßen Figuren unter Tage zu sehen, die den Spaziergang durch das Bergwerk für Kinder unterhaltsam machen. Das unterirdische Labyrinth ist so groß wie sieben Fußballfelder und wird von mehr als 2.500 Säulen getragen. In direkter Nachbarschaft gibt es außerdem einen kleinen Freizeitpark mit Karussell und Autoscooter.

Neue Betreiber wollen investieren

Um die 35.000 Besucher kommen jährlich, sagt Christian Meyer. Da sei noch Luft nach oben, glaubt der neue Chef und plant daher, zu investieren. Zum einen will er die Beleuchtung in der Höhle erneuern, um die Märchen-Schaubilder noch besser in Szene zu setzen. Zum anderen wollen die neuen Besitzer das Außengelände umbauen. Es gebe Ideen für eine Kletteranlage und einen Minigolfplatz. Für internationale Gäste soll es außerdem künftig einen Audio-Guide auf Englisch geben.

Darüber hinaus hat Christian Meyer noch eine Nische für eine weitere Märchenszene in der Höhle gefunden. Eine Bühnenbildnerin des Meininger Staatstheaters soll bis zu den Sommerferien ein Schaubild aus "Das Feuerzeug" bauen.

Mehr zum Tourismus in Thüringen

MDR (cfr)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 05. April 2023 | 06:30 Uhr

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