Ukrainischer Soldat am Ufer des Dnepr
Ein ukrainischer Soldat am Ufer des Dnipro (Bild vom Oktober). Bildrechte: picture alliance/dpa/AP | Alex Babenko

Ukraine-News Ukraine meldet schwere Kämpfe am Ostufer des Dnipro

17. November 2023, 21:14 Uhr

21:14 Uhr | USA kündigen Konferenz zur Waffenproduktion für Ukraine an

Die USA wollen bei einer Konferenz im Dezember über die Waffenproduktion mit der Ukraine beraten. Dazu laden die USA am 6. und 7. Dezember zu einem Treffen, an dem Vertreter der US-Regierung und der Ukraine teilnehmen sollen, wie das Weiße Haus am Freitag mitteilte. Man wolle dabei die "Möglichkeiten für Koproduktionen und andere industrielle Kooperationen in der Ukraine" erkunden.

Die Konferenz sei Teil der Bemühungen der US-Regierung, die "Waffenproduktion zur Unterstützung des ukrainischen Kampfes für Freiheit und Sicherheit" erheblich zu steigern. Die Vereinigten Staaten gelten als wichtigster Verbündeter der Ukraine im Abwehrkampf gegen die russische Invasion.

17:50 Uhr | Munitionshersteller bestreitet Munitionslieferung nach Russland

Der Schönebecker Munitionshersteller Nammo bestreitet Vorwürfe, unerlaubt Munition nach Russland geliefert zu haben. Angestoßen wurde das Thema vom Recherchezentrum "Correctiv", die berichtet hatten, dass der Name des Unternehmens in einer russischen Datenbank aufgetaucht sei. Nammo-Geschäftsführer Uwe Müller sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Freitag, man habe sich an das Einfuhrverbot gehalten. In einer Datenbank aufzutauchen, sei kein Beleg dafür, dass Munition wirklich eingeführt worden sei.

Lesen Sie hier mehr zum Vorwurf und zur Stellungnahme des Unternehmens:

16:09 Uhr | Mehr als 3.500 ukrainische Kriegsgefangene in Russland

Über 3.500 ukrainische Soldaten sind nach Angaben der Regierung in Kiew weiter in russischer Kriegsgefangenschaft. Insgesamt sei die Gefangenschaft von mehr als 4.300 Ukrainern in Russland bestätigt, teilte das Ministerium für Reintegration am Freitag mit. Davon seien über 760 Zivilisten. Die Angehörigen erhalten demnach finanzielle Unterstützung vom ukrainischen Staat.

Dem ukrainischen Menschenrechtsbeauftragten Dmytro Lubinez zufolge sind seit Kriegsbeginn knapp 2.600 Kriegsgefangene und Zivilisten von Moskau an Kiew übergeben worden. Moskau hat im Gegenzug eine unbekannte Zahl an Kriegsgefangenen erhalten.

14:36 Uhr | Ukraine meldet schwere Kämpfe am russisch kontrollierten Ostufer des Dnipro

Die ukrainischen Soldaten sind nach Armeeangaben in heftige Kämpfe am russisch kontrollierten Ostufer des Flusses Dnipro in der südukrainischen Region Cherson verwickelt. "Schwere Kämpfe" dauerten an, teilte das ukrainische Militär am Freitag im Internet mit. Die russischen Streitkräfte seien zurückgedrängt worden. "Sabotage-, Überfall- und Aufklärungsoperationen sind im Gange", fügte die Armee hinzu. Russland erklärte seinerseits, der Ukraine in den Kämpfen schwere Verluste zuzufügen.

Das russische Verteidigungsministerium hingegen erklärte, dass die ukrainischen Streitkräfte viele Verluste erlitten hätten. Zuvor hatte die ukrainische Marineinfanterie erklärt, die Armee habe "eine Reihe erfolgreicher Einsätze am linken Ufer des Flusses Dnipro entlang der Cherson-Front ausgeführt".

12:43 Uhr | 151 Frachter haben Korridor im Schwarzen Meer genutzt

Bislang haben nach ukrainischen Angaben 151 Frachter den im August eingerichteten temporären Korridor im Schwarzen Meer genutzt. Vize-Infrastrukturminister Jurij Waskow sagte der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine, dabei seien 4,4 Millionen Tonnen Fracht verschifft worden, darunter 3,2 Millionen Tonnen Getreide. Derzeit würden 30 Schiffe in ukrainischen Häfen beladen. 22 von ihnen nähmen insgesamt 700.000 Tonnen Getreide auf, die anderen acht würden mit 500.000 Tonnen an anderen Gütern beladen.

Die Ukraine hat nach dem Ausstieg Russlands aus dem von den UN und der Türkei vermittelten Getreideabkommen einen sogenannten humanitären Korridor im Schwarzen Meer eingerichtet. Über ihn konnten die seit Kriegsbeginn im Februar 2022 festsitzenden Frachtschiffe ukrainische Häfen verlassen.

12:34 Uhr | Russland beginnt Getreide-Lieferung an afrikanische Länder

Russland hat mit der kostenlosen Lieferung von Getreide an eine Reihe afrikanischer Staaten begonnen. Insgesamt sollten 200.000 Tonnen ausgeführt werden, teilt der russische Agrarminister Dmitri Patruschew auf Telegram mit. Mehrere Schiffe hätten bereits russische Häfen in Richtung Burkina Faso und Somalia verlassen. Weitere Lieferungen nach Eritrea, Simbabwe, Mali und in die Zentralafrikanische Republik würden folgen.

Ukrainische Soldaten der 72. Brigade posieren für ein Foto auf einem Panzer in Richtung des Dorfes Vuhledar in der Oblast Donezk, Ukraine. 5 min
Ukrainische Soldaten posieren für ein Foto auf einem Panzer auf einem Getreidefeld. Bildrechte: dpa

12:21 Uhr | Menschenrechtler beklagen Lage von Roma-Kindern

Die Situation von Roma-Kindern in der Ukraine hat sich nach Darstellung der Gesellschaft für bedrohte Völker deutlich verschlechtert. Roma seien schon vor dem Krieg die ärmste Bevölkerungsgruppe mit niedrigen Bildungschancen gewesen, sagte die Osteuropa-Expertin der GfbV, Sarah Reinke. Durch den russischen Angriff und die Flucht aus den Heimatregionen habe sich ihre Situation verschärft.

Knapp die Hälfte der ukrainischen Roma habe aufgrund des Krieges die Heimat verlassen. Ihre Zahl vor dem Krieg wird auf 200.000 bis 400.000 geschätzt.

09:24 Uhr | Moskau und Pjöngjang wollen Zusammenarbeit ausbauen

Russland und Nordkorea wollen nach offiziellen Angaben aus Moskau die gemeinsame Zusammenarbeit vertiefen. Beim Treffen einer bilateralen Regierungskommission der beiden Länder sei die gemeinsame Ergründung nach Öl und Gas vor Koreas Küste vereinbart worden, sagte Russlands Minister für natürliche Ressourcen und Bodenschätze Alexander Koslow. Zudem solle nach Lagerstätten von Gold und seltenen Erden gesucht werden. Es gehe um eine allumfassende Stärkung der Verbindungen, sagte Koslow vor dem Hintergrund von Vorwürfen, dass Nordkorea Russland Waffenliefert.

08:45 Uhr | Ukraine meldet Einsätze am Ostufer des Dnipro

Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben das von Russland besetzte Ostufer des Flusses Dnipro nahe der südukrainischen Stadt Cherson angegriffen. "Die Verteidigungskräfte der Ukraine haben eine Reihe erfolgreicher Einsätze am linken Ufer des Flusses Dnipro entlang der Cherson-Front ausgeführt", erklärte die ukrainische Marineinfanterie bei Facebook. Dabei sei es den ukrainischen Kräften gelungen, auf mehreren Brückenköpfen Fuß zu fassen.

Der breite Dnipro stellt seit einem Jahr die Frontlinie zwischen den ukrainischen und russischen Streitkräften im Süden der Ukraine dar. Das Westufer wird von der Ukraine gehalten, während Russland das gegenüberliegende Ufer kontrolliert.

07:25 Uhr | Bundesmittel für Lazarettzug-Erprobung bei der Bundeswehr

Die Bundesregierung will 2024 die Erprobung eines Lazarettzugs bei der Bundeswehr unterstützen. Das beschlossen die Haushälter des Bundestags am späten Donnerstagabend in der sogenannten Bereinigungssitzung zum Etat 2024. Insgesamt seien 115 Millionen Euro für den Lazarettzug, eine elektronische Gesundheitskarte für Soldaten und medizinische Ausstattung bewilligt worden. Ein solcher Zug könne in der aktuellen sicherheitspolitischen Lage einen wichtigen Beitrag leisten.

Lazarettzüge gelten als Voraussetzung dafür, auch eine große Anzahl Verwundeter auf dem Landweg zurück zur Behandlung nach Deutschland zu bringen. Experten des Sanitätswesens der Bundeswehr hatten in einer Analyse des Kriegsverlauf in der Ukraine empfohlen, das Projekt beschleunigt voranzubringen.

Wie bereits bekannt wurde, soll mit dem Etat für 2024 auch die Militärhilfe für die Ukraine deutlich um vier Milliarden Euro aufgestockt werden.

06:51 Uhr | Selenskyj sieht günstigere Lage für Ukraine im Schwarzen Meer

Die Lage im Schwarzen Meer hat sich nach Ansicht des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in den vergangenen Monaten zugunsten seines Landes verschoben. Es sei gelungen, Russland im Schwarzen Meer die Initiative zu entreißen, sagte Selenskyj in Kiew. Dort tagte die Parlamentarische Versammlung der Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation (PABSEC). Russische Kräfte hätten den westlichen Teil des Schwarzen Meeres weitgehend räumen müssen und sich in den östlichen Teil zurückgezogen, sagte er.

An der etwa 1.000 Kilometer langen Front an Land gingen die heftigen Kämpfe weiter. Der Generalstab in Kiew zählte am Donnerstag 62 Gefechte zwischen russischen und ukrainischen Truppen. Russland unternahm viele Angriffe bei den Donbass-Städten Bachmut und Awdijiwkia, hieß es nach eigenen Angaben.

06:30 Uhr | 632. Kriegstag

In der Nacht auf Freitag griffen die russischen Streitkräfte die Ukraine erneut auch mit Kampfdrohnen an, wie die ukrainische Luftwaffe mitteilte. Im Süden und Osten des Landes herrschte Luftalarm. In der Nacht zuvor hatte die ukrainische Flugabwehr nach eigenen Angaben 16 von 18 russischen Drohnen abgeschossen. Am Freitag ist der 632. Kriegstag.

01:07 Uhr | Bericht: 2.400 Kinder aus Ukraine nach Belarus gebracht

Mehr als 2.400 ukrainische Kinder im Alter von sechs bis siebzehn Jahren sind seit Beginn des Kriegs in der Ukraine nach Belarus gebracht worden. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung des Humanitarian Research Lab an der Yale School of Public Health, das vom US-Außenministerium finanziert wird. Laut Untersuchungsbericht wurden Kinder aus mindestens 17 Städten in den ukrainischen Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja nach Belarus gebracht. "Russlands systematische Bemühungen, ukrainische Kinder zu identifizieren, einzusammeln, zu transportieren und umzuerziehen, wurden von Belarus unterstützt", heißt es in dem Bericht.

00:00 Uhr | Ukraine-News am Freitag, 17. November 2023

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Lauf des Tages.

Berichterstattung zum Ukraine-Krieg

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, da wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter vor Ort sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum überprüft werden können.

Was tun, Herr General? - Der Podcast zum Ukraine-Krieg

Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
Bildrechte: MDR / Erhard Bühler
Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
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Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 17. November 2023 | 09:15 Uhr

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