Ein ukrainischer Polizist geht vor einem brennenden Gebäude in Deckung, das bei einem Luftangriff getroffen wurde.
Einmal mehr ist Awdijiwka Ziel russischer Angriffe. Hier ein Archivbild aus dem Frühjahr 2023. Bildrechte: dpa

Ukraine-News Ukraine meldet "massive" russische Angriffe auf Awdijiwka

10. Oktober 2023, 23:11 Uhr

Diese Ukraine-News vom Dienstag, 10. Oktober 2023 sind beendet.

Ukraine-News vom 10. Oktober 2023

23:11 Uhr | Selenskyj wirft Moskau Unterstützung der Hamas vor

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland vorgeworfen, das Vorgehen der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas in Israel zu unterstützen. "Wir sind sicher, dass Russland, auf die ein oder andere Weise, die Operationen der Hamas unterstützt", sagte Selenskyj im französischen Fernsehsender France 2 ausgestrahlten Interview. "Russland versucht wirklich, überall in der Welt Aktionen zur Destabilisierung durchzuführen", fügte er hinzu.

Zugleich zeigte Selenskyj sich besorgt, dass die internationale Aufmerksamkeit durch die in Israel und Gaza herrschende Gewalt von der Ukraine abgelenkt werde. "Es besteht das Risiko, dass sich die internationale Aufmerksamkeit von der Ukraine abwendet, und das wird Folgen haben", sagte der ukrainische Präsident dem Sender France 2. Die Tragödien, die sein Land und Israel träfen, seien "unterschiedlich, aber beide sind gewaltig". 

18:30 Uhr | Deutschland stockt Winterhilfe für die Ukraine deutlich auf

Die Bundesregierung will der Ukraine mit einer umfangreichen Lieferung von Luftabwehrsystemen, Panzern und Munition militärisch über den kommenden Winter helfen. Dabei soll das bereits in der vergangenen Woche zugesagte zweite Luftverteidigungssystem Patriot neben dem Feuerleitstand und dem Radargerät acht weitere Startgeräte und mehr als 60 Lenkflugkörper umfassen, teilte das Verteidigungsministerium am Dienstag in Berlin mit. Zusätzlich liefere Deutschland im Oktober weitere Iris-T-Systeme. Dazu kommen drei weitere Flugabwehrkanonenpanzer vom Typ Gepard.

Das gesamte Luftverteidigungspaket habe einen Wert von rund einer Milliarde Euro. Deutschland schnürt demnach auch ein Unterstützungspaket für die ukrainischen Spezialkräfte, bestehend aus Fahrzeugen, Waffen und persönlicher Ausrüstung im Wert von mehr als 20 Millionen Euro. Zudem sei weitere 155-mm-Munition im Zulauf. In den nächsten Wochen treffen auch weitere zehn Kampfpanzer Leopard 1A5, 15 geschützte Transport- und knapp 20 geschützte Sanitätsfahrzeuge in der Ukraine ein.

15:43 Uhr | Rumänien verspricht Selenskyj Militärhilfe

Rumäniens Staatspräsident Klaus Iohannis hat seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj versprochen, die Ukraine auch militärisch zu unterstützen. Das sagte Iohannis bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem Gast aus Kiew. Details dazu nannte er aber nicht. Selenskyj sagte, in den Gesprächen mit Iohannis zu diesem Punkt habe der Schwerpunkt auf der Flugabwehr gelegen.

Beide Politiker unterschrieben zudem ein Dokument über eine "strategische Partnerschaft", dessen Inhalt zunächst nicht bekannt wurde. Iohannis versprach, dafür zu sorgen, dass die Menge des Transits ukrainischer Getreideexporte durch Rumänien verdoppelt werden könne. Selenskyj kündigte zudem die Öffnung einer neuen Getreide-Transportroute über die Republik Moldau nach Rumänien an.

15:28 Uhr | Ukraine meldet "massive" russische Angriffe auf Awdijiwka

Die russische Armee hat nach ukrainischen Angaben am Dienstag die im Osten des Landes gelegene Stadt Awdijiwka unter "massiven" Beschuss genommen. "Der Feind versucht, die Stadt zu umzingeln", sagte der Chef der Militärverwaltung, Vitaly Barabasch, der Nachrichtenagentur AFP. Die Situation verschlechtere sich zusehends. Der Beschuss der Stadt habe am Morgen gegen 8 Uhr begonnen "und er hält immer noch an", sagte Barabasch am Nachmittag.

In Awdijiwka leben den Angaben zufolge derzeit noch rund 1.600 Menschen, vor Beginn des russischen Angriffskrieges waren es 30.000. Die Stadt liegt 13 Kilometer entfernt von Donezk, der "Hauptstadt" der gleichnamigen von Russland kontrollierten ukrainischen Region.

13:37 Uhr | Russland will aus Vertrags über den Stopp von Nukleartests aussteigen

Russland stellt mit dem geplanten Ausstieg aus einem weiteren internationalen Sicherheitsvertrag die Weichen für eine mögliche Wiederaufnahme von Atomwaffentests. Innerhalb einer Woche solle ein Mechanismus festgelegt werden, um Russlands Ratifizierung des globalen Vertrags über den Stopp von Nukleartests (CTBT) zurückzuziehen, teilte der Parlamentsabgeordnete Adalbi Schchagoschew am Dienstag der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge mit. Russland schaffe damit Voraussetzungen wie in den USA, sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow in Moskau. Die USA haben den Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen nie ratifiziert und könnten jeden Moment Atomwaffen testen.

10:37 Uhr | Ukrainischer Präsident Selenskyj zu Gesprächen in Rumänien

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist zum ersten Mal seit Beginn des russischen Angriffskriegs zu Gesprächen ins Nachbarland Rumänien gereist. "Ein offizieller Besuch bei unseren guten Nachbarn, die uns im schwierigsten Augenblick unterstützten und deren Unterstützung mit der Zeit nur ansteigt", schrieb Selenskyj am Dienstag bei Telegram. Geplant sei ein Gespräch mit Präsident Klaus Iohannis über die Stärkung der ukrainischen Flugabwehr und die Sicherheitsarchitektur der Schwarzmeerregion. Die rumänische Präsidentschaft erklärte, durch den Besuch von Selenskyj werde die "bedingungslose Unterstützung der Ukraine durch Rumänien" bekräftigt.

09:31 Uhr | London: Neue Rekrutierungswelle in Russland vor Wahl unwahrscheinlich

Eine neue russische Rekrutierungswelle für den Angriffskrieg gegen die Ukraine ist nach Einschätzung britischer Geheimdienstexperten bis zur Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr unwahrscheinlich. Das ging am Dienstag aus dem täglichen Geheimdienstbericht des Verteidigungsministeriums in London zum Krieg in der Ukraine hervor. Demnach wird der Kreml versuchen, unpopuläre Maßnahmen bis zu der für den 17. März angesetzten Wahl zu minimieren.

07:15 Uhr | Ukraine meldet Abschuss von 27 russischen Drohnen im Süden des Landes

Die Ukraine hat eigenen Angaben zufolge in der Nacht zu Dienstag im Süden des Landes zahlreiche russische Drohnenangriffe abgewehrt. 27 Angriffsdrohnen seien in den Regionen Odessa, Mykolajiw und Cherson abgeschossen worden, teilte die ukrainische Luftwaffe im Onlinedienst Telegram mit.

00:00 Uhr | Ukraine-News Dienstag, 10. Oktober 2023

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Berichterstattung zum Ukraine-Krieg Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, da wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter vor Ort sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum überprüft werden können.

Was tun, Herr General? - Der Podcast zum Ukraine-Krieg

Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
Bildrechte: MDR / Erhard Bühler
Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
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Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 09. Oktober 2023 | 12:45 Uhr

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