Rohre einer Gasleitung.
Ukraine sperrt sich gegen Durchleitung von russischem Erdgas Bildrechte: imago images/blickwinkel

Ukraine-News Ukraine will ab 2025 kein russisches Gas mehr durchleiten

29. Oktober 2023, 21:39 Uhr

Diese Ukraine-News vom Sonntag, 29. Oktober 2023, sind beendet.

Ukraine-News vom Sonntag, 29. Oktober

21:39 Uhr | Selenskyj sieht internationale Solidarität

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Gespräche mit mehr als 60 Staaten über eine Friedenslösung für sein Land als wichtiges Signal bezeichnet. Der Präsident sagte in seiner abendlichen Videobotschaft: "Ganz gleich, was in der Welt geschieht, die Hauptsache ist Einigkeit über die wirkliche Macht des Völkerrechts". Das sei Einigkeit um der Gerechtigkeit willen für die Ukraine und alle Länder und Völker, die einer Aggression ausgesetzt sein könnten.

21:23 Uhr | Pistorius: "Wir müssen kriegstüchtig werden"

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius fordert einen Mentalitätswechsel in der deutschen Gesellschaft hin zu einer wehrhafteren Nation. Pistorius sagte am Abend im ZDF, man müsse sich wieder an den Gedanken gewöhnen, dass die Gefahr eines Krieges in Europa drohen könne. Der SPD-Politiker betonte, man müsse kriegstüchtig werden und wehrhaft sein. Dafür muss laut Pistorius die Bundeswehr und die Gesellschaft aufgestellt werden.

Der Verteidigungsminister wies zudem Vorwürfe zurück, die Modernisierung der Bundeswehr verlaufe zu langsam. Viel mehr Tempo gehe nicht. Zwei Drittel des Sondervermögens in Höhe von 100 Milliarden Euro seien bereits vertraglich gebunden. Pistorius betonte, "was in 30 Jahren verbockt [...] und runtergewirtschaftet worden ist", sei nicht in 19 Monaten wieder einzuholen. In drei, vier oder fünf Jahren werde die Bundeswehr aber völlig anders aussehen.

16:51 Uhr | Ukraine will kein russisches Gas mehr durchleiten

Die Ukraine wird ab 2025 kein russisches Erdgas mehr Richtung Westen durchleiten. Das sagte der Chef des staatlichen ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz, Olexij Tschernyschow, in einem Interview mit dem Sender Radio Liberty.

Ende 2024 laufe der Transitvertrag mit dem russischen Konzern Gazprom aus. Die Ukraine würde auch schon früher aussteigen, zumal Gazprom für den Transit nicht wie vereinbart zahle, sagte Tschernyschow. Schon jetzt halte die Ukraine nur am Transit fest, weil mehrere europäische Länder noch auf russisches Gas angewiesen seien.

Das Transit von russischem Erdgas durch die Ukraine läuft trotz des Moskauer Angriffskriegs gegen das Nachbarland weiter. Empfänger sind vor allem Länder ohne Zugang zum Meer, die nicht auf Flüssigerdgas/ LNG umstellen können.

12:16 Uhr | London: Kreml gegen Debatten an Universitäten

Der Kreml arbeitet nach Einschätzung britischer Geheimdienste daran, die Meinungsfreiheit im Land weiter zu beschränken. Das russische Bildungs- und Wissenschaftsministerium soll demnach die Universitäten angewiesen haben, Debatten über "negative politische, wirtschaftliche und soziale Entwicklungen" zu vermeiden. Das schreibt das britische Verteidigungsministerium in seinem heutigen Geheimdienst-Update zum Ukraine-Krieg.

11:22 Uhr | Aufrüstung im Roboter-Krieg

Mychajlo Fedorow
Mychajlo Fedorow bei einer Tech-Konferenz im November 2022 Lissabon Bildrechte: picture alliance/dpa/SOPA Images via ZUMA Press Wire | Hugo Amaral

Nach den eigenen Flug- und Unterwasserdrohnen wird in der Ukraine jetzt angeblich auch ein Kamikaze-Gerät für den Landkrieg entwickelt. Laut einem Bericht der "Berliner Morgenpost" ist der Kampf-Roboter eine Vorstufe zu gänzlich autonomen Waffen.

Ein Foto davon in sozialen Netzwerken zeigte kürzlich Mychajlo Fedorow, ukrainischer Unternehmer sowie seit 2019 Vize-Ministerpräsident der Ukraine und Minister für digitale Transformation. Auch der russische Waffenhersteller Kalaschnikow arbeitet dem Bericht zufolge an einem unbemannten Schützenpanzer.

Ein Besucher geht an dem Modell eines ferngesteuerten Systems im Stil eines Roboters vom Hersteller Kalaschnikow während des internationalen militärischen und technischen Forums Armee 2018 vorbei.
Futuristisches Modell eines Roboters vom Hersteller Kalaschnikow bei einem militär-technischen Forum 2018 in Alabino in Russland. Bildrechte: picture alliance/dpa | Pavel Golovkin

09:31 Uhr | Brand in russischer Öl-Raffinerie

In einer russischen Öl-Raffinerie nahe der ukranischen Grenze hat es in der Nacht gebrannt. Die Behörden der Region Krasnodar teilten am Morgen mit, das Feuer sei gelöscht, Opfer und Schäden gebe es nicht. Eine Brandursache wurde nicht genannt, in sozialen Netzwerken aber spekuliert, es könne eine ukrainische Drohne gewesen sein. Ein Video bei Telegram soll den Brand zeigen. In der Region starten immer wieder auch russische Kampfjets gegen die Ukraine. Das russische Verteidigungsministerium meldete heute nur, über dem Schwarzen Meer seien ukrainische Drohnen abgewehrt worden.

06:00 Uhr | Ergebnisse der Gespräche in Malta erwartet

In Valletta auf Malta im Mittelmeer berät eine große Konferenz heute weiter über den russischen Krieg gegen die Ukraine. Der Leiter ihres Präsidialamts, Andrij Jermak, hatte Ergebnisse für heute angekündigt. Aus Deutschland sind Vertreter von Kanzler- und Außenamt dabei. Es geht unter anderem um die Energie-Sicherheit im Winter, um Lebensmittel und nukleare Sicherheit.

Fakt – Atomkraft im Krieg 30 min
Fakt – Atomkraft im Krieg Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dankte in seiner jüngsten Videobotschaft den Vertretern von 66 Staaten, die seine "Friedensformel" unterstützten. Dazu gehören neben dem Abzug russischer Truppen aus der Ukraine auch ein Kriegsverbrecher-Tribunal und Sicherheitsgarantien.

Moskau sprach von einer "antirussischen Veranstaltung". China, das eine eigene Friedensinitiative angestoßen hatte, bleibt der Konferenz in Malta fern, anders als im Sommer in Saudi-Arabien. Initiativen auch von Brasilien und afrikanischen Staaten hatte die Ukraine skeptisch aufgenommen. Wichtigste Unterstützer sind die USA, Deutschland, Großbritannien und die EU. Ohne sie, sagte Jermak im US-Sender Fox, sei der Krieg für Kiew nicht zu gewinnen.

04:00 Uhr | London: Hohe Verluste bei Awdijiwka

Die russischen Angreifer haben nach britischer Einschätzung in der umkämpften ostukrainischen Stadt Awdijiwka hohe Verluste. Im gestrigen "Geheimdienst-Update" aus London hieß es, die schweren Kämpfe hier dauerten ohne wirkliche Erfolge die vergangene Woche über an.

Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler 60 min
Bildrechte: MDR / Erhard Bühler
60 min

Wird Awdijiwka fallen? Das ist eine der Fragen an Ex-General Erhard Bühler.

MDR AKTUELL Fr 27.10.2023 17:34Uhr 60:20 min

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Der ukrainische Verteidigungsminister Rustem Umjerow bezifferte die russischen Verluste in Awdijiwka auf 4.000 Menschen in den vergangenen zwei Wochen, ohne Angaben zu eigenen zu machen. Das sei auch den von den USA gelieferten Artilleriegeschossen zu verdanken, hieß es. Nahe der stark zerstörten Industriestadt verlief schon seit 2014 die Front zu den von Moskau unterstützten Separatisten. Donezk, die russisch kontrollierte Gebietshauptstadt, liegt nur wenige Kilometer südlich. Seit etwa zwei Wochen greift die russische Armee nördlich und südlich von Awdijiwka an.

02:45 Uhr | Lukaschenko fordert Verhandlungen

Russland und die Ukraine stecken laut dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko in einem militärischen Patt und müssen verhandeln. "Es gibt genug Probleme auf beiden Seiten", alles sei "ernsthaft festgefahren: Niemand kann etwas tun und seine Position substanziell stärken", sagte er in einem Video-Interview auf der Website der staatlichen Nachrichtenagentur Belta in Minsk: "Wir müssen uns an den Verhandlungstisch setzen."

01:10 Uhr | Russland meldet Drohnen-Abschüsse

Russische Streitkräfte haben nach eigenen Angaben über dem Schwarzen Meer und der Krim 36 ukrainische Drohnen abgefangen. In der Nacht sei ein Versuch, "Anlagen auf dem Gebiet der Russischen Föderation mit Drohnen anzugreifen gestoppt worden", erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau auf Telegram, ohne weitere Angaben zu machen.

00:10 Uhr | Hepatitis-Ausbruch in Winnyzja

In der ukrainischen Stadt Winnyzja ist es zu einem Hepatitis-A-Ausbruch gekommen. Mehr als 140 Kinder und Erwachsene sind nach Angaben der Behörden ins Krankenhaus gebracht worden. Es gehe jetzt darum, Zentrum und Ursachen des Ausbruchs zu ermitteln und die weitere Verbreitung zu verhindern, schrieb Vize-Gesundheitsminister Ihor Kuzin auf Facebook.

Hepatitis A ist eine hoch ansteckende Leberinfektion, die durch engen persönlichen Kontakt oder den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder Getränke übertragen werden kann. Winnyzja mit rund 360.000 Einwohnern liegt etwa 250 Kilometer südwestlich von Kiew und nicht in unmittelbar umkämpftem Gebiet.

00:00 Uhr | Ukraine-News am Sonntag, 29. Oktober 2023

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Berichterstattung zum Ukraine-Krieg

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, da wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter vor Ort sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum überprüft werden können.

Was tun, Herr General? - Der Podcast zum Ukraine-Krieg

Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
Bildrechte: MDR / Erhard Bühler
Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
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Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 29. Oktober 2023 | 06:35 Uhr

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