Nach einem russischen Dronenangriff beseitigen Rettungskräfte in Odessa die Trümmer eines zerstörten Wohnhauses.
Die südukrainische Hafenstadt Odessa ist erneut von russischen Raketen getroffen worden. (Archivbild) Bildrechte: picture alliance/dpa/Ukrinform

Ukraine-News Viele Tote nach Raketenangriff auf Odessa

15. März 2024, 22:31 Uhr

Diese Ukraine-News vom Freitag, 15. März sind beendet.

Ukraine-News vom Freitag, 15. März 2024

22:31 Uhr | Selenskyj: Ukraine wird mehr Langstreckendrohnen bauen

Im Abwehrkampf gegen die russische Invasion will die Ukraine ihre Herstellung von Kampfdrohnen mit hoher Reichweite ausbauen. Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in seiner abendlichen Videoansprache, darüber habe er mit der Militärführung und der Regierung gesprochen. Das Ministerkabinett müsse alles tun, damit noch mehr technologisch fortschrittliche Drohnen mit großer Reichweite konstruiert und in Massenproduktion hergestellt werden könnten. Je intensiver die Ukraine Drohnen gegen Ziele in Russland einsetzen könne, "desto schwieriger wird es für Putin, seine kranke Herrschaft und damit den Krieg fortzusetzen", sagte Selenskyj.

Die Ukraine greift seit einigen Wochen gezielt russische Ölraffinerien und andere Energieanlagen an. Damit soll die Treibstoffversorgung der russischen Truppen behindert werden.

21:22 Uhr | Offenbar Deutscher bei russischem Angriff in Ostukraine getötet

Bei einem russischen Artillerieangriff soll in der Ostukraine ein deutscher Kämpfer getötet worden sein. Das berichtet das RedaktionsNetzwerk Deutschland unter Berufung auf die internationale Legion der ukrainischen Streitkräfte. Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte, es kenne die Meldung und bemühe sich um Aufklärung.

21:15 Uhr | G7-Staaten warnen Iran vor Abgabe ballistischer Raketen an Russland

Die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden demokratischen Industriestaaten haben den Iran vor einer Weitergabe ballistischer Raketen an Russland gewarnt. In einer gemeinsamen Erklärung hieß es, die G7-Gruppe sei für einen solchen Fall darauf vorbereitet, "rasch und in abgestimmter Weise zu reagieren, auch mit neuen und schwerwiegenden Maßnahmen gegen Iran".

Der Iran habe Russland bereits mit Drohnen beliefert, die in erbarmungslosen Angriffen auf die Zivilbevölkerung in der Ukraine eingesetzt würden. Berichte zufolge soll der Iran die Lieferung ballistischer Raketen und dazugehöriger Technologie an Russland erwägen.

Update 20:03 Uhr | Zahl der Toten nach russischen Angriffen auf Odessa gestiegen

Bei russischen Angriffen auf die Hafenstadt Odessa sind nach neuen ukrainischen Angaben mindestens 20 Menschen getötet worden. Wie die Behörden der Stadt am Abend mitteilten, wurden 73 Menschen verletzt. Unter den Opfern seien auch Rettungskräfte. Sie seien nach den ersten Explosionen zum Einschlagsort geeilt und in die zweite Angriffswelle geraten. Durch die Explosionen wurden den Angaben zufolge zehn Wohnhäuser, Rettungswagen, Feuerwehrwagen und eine Gaspipeline beschädigt.

19:08 Uhr | UN-Chef kritisiert russische Wahl in besetzten Gebieten der Ukraine

UN-Generalsekretär António Guterres hat die Abstimmungen zur russischen Präsidentschaftswahl in den völkerrechtswidrig besetzten Gebieten der Ukraine kritisiert. Sein Sprecher Stéphane Dujarric erklärte, der Versuch der illegalen Annexion dieser Regionen der Ukraine habe nach internationalem Recht keine Gültigkeit. "Die Vereinten Nationen bleiben standhaft der Souveränität, Unabhängigkeit, Einheit und der territorialen Integrität der Ukraine innerhalb ihrer international anerkannten Grenzen verpflichtet."

In Russland hat am Freitag unter Ausschluss der Opposition die sogenannte Präsidentenwahl begonnen, die bis Sonntag angesetzt ist. Nach russischen Angaben sind auch in den besetzten Teilen der ukrainischen Gebiete Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson 4,5 Millionen Menschen zum Urnengang aufgerufen.

17:43 Uhr | Scholz, Macron und Tusk demonstrieren Einigkeit bei Ukraine-Militärhilfe

Deutschland, Frankreich und Polen wollen bei der militärischen Unterstützung der Ukraine enger zusammenarbeiten. Das sagte Bundeskanzler Olaf Scholz nach einem Treffen in Berlin mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem polnischen Regierungschef Donald Tusk. Man werde ab sofort auf dem gesamten Weltmarkt noch mehr Waffen für die Ukraine beschaffen. Zudem wolle man eine neue Koalition für weitreichende Raketenartellerie schmieden.

Scholz betonte, alle drei Länder meinten es ernst mit ihrer Unterstützung der Ukraine. Zuletzt hatten Scholz und Macron ihre Differenzen über eine Entsendung von Bodentruppen in die Ukraine öffentlich ausgetragen. Macron hatte dies als eine Option genannt, Scholz widersprach dem mehrfach.

12:44 Uhr | EU-Kommission gibt 500 Millionen Euro für Munition frei

Die EU-Kommission gibt nach eigenen Angaben 500 Millionen Euro frei, um die Produktion von Munition in der Europäischen Union für die Ukraine anzukurbeln. Das Geld soll in Projekte von Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall, Nammo, Chemring Nobel, Hellenic Defence Systems und Eurenco fließen. Damit sollen die ukrainischen Streitkräfte unterstützt und die Munitionsbestände in der Europäischen Union aufgefüllt werden.

12:12 Uhr | Ukraine erhält 100 Leichen getöteter Soldaten

Die Ukraine hat eigenen Angaben zufolge von Russland 100 Leichen getöteter Soldaten zurückerhalten. Nach der Identifikation sollten die Toten den Verwandten übergeben werden, erklärte der ukrainische Koordinationsstab für Kriegsgefangenenbelange auf Telegram. Bei der Organisation der Übergabe habe das Internationale Rote Kreuz vermittelt. Ob die russische Seite im Gegenzug ebenfalls Leichen ihrer getöteten Soldaten erhalten hat, war zunächst nicht bekannt.

10:48 Uhr | Ukraine greift Öl-Raffinerie in Kaluga mit Drohnen an

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben eine Öl-Raffinerie in der russischen Region Kaluga mit Drohnen angegriffen. Aus ukrainischen Geheimdienstkreisen hieß es, die Anlage sei getroffen worden. Man sei dabei festzustellen, wie groß der Schaden sei. Der Militär-Geheimdienst GUR habe den Angriff ausgeführt. Zuvor hatte der Gouverneur von Kaluga, Wladislaw Schapscha, im Kurznachrichtendienst Telegram mitgeteilt, vier Drohnen seien im Gebiet der Raffinerie abgeschossen worden. Es seien keine Infrastruktur beschädigt oder Menschen verletzt worden.

10:43 Uhr | UN-Bericht: Ukrainische Kriegsgefangene werden monatelang gefoltert

Ukrainische Soldaten werden in russischer Gefangenschaft einem UN-Bericht zufolge monatelang gefoltert. Die Misshandlungen seien "entsetzlich", systematisch und weitverbreitet, berichtete die Ukraine-Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrats in Genf. Kriegsgefangene würden regelmäßig schwer verprügelt und auch mit Elektroschocks gequält, teilweise an den Genitalien, hieß es.

09:32 Uhr | "Weimarer Dreieck" kommt in Berlin zusammen

In Berlin kommt heute das sogenannte Weimarer Dreieck zusammen. Bundeskanzler Olaf Scholz empfängt den französischen Präsidenten Emmanuel Macron und Polens Regierungschef Donald Tusk. Im Mittelpunkt steht die gemeinsame Ukraine-Strategie. Vor dem Dreiertreffen empfängt Scholz Macron zu einem bilateralen Gespräch im Kanzleramt. Zwischen Berlin und Paris hatte es zuletzt offene Meinungsverschiedenheiten gegeben. Macron kritisierte die Weigerung des Kanzlers, Taurus-Marschflugkörper in die Ukraine zu liefern. Scholz wiederum hatte mit Blick auf Frankreich mehrfach betont, dass Deutschland innerhalb Europas den größten Anteil an Militärhilfe für die Ukraine leiste und andere Länder deutlich weniger.

Update 08:55 Uhr | Russland: Drei Kinder durch ukrainischen Beschuss getötet

In der Nacht zum Freitag haben sich Russland und die Ukraine erneut gegenseitig mit Drohnen beschossen. Die ukrainische Luftwaffe erklärte, Russland habe in der Nacht 27 Drohnen und acht Raketen abgefeuert. Zwei Menschen seien in der zentralukrainischen Stadt Winnyzja getötet worden, als ein Wohngebäude getroffen worden sei. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, es habe fünf ukrainische Drohnen und neun Raketen über der Region Belgorod an der Grenze zur Ukraine zerstört. Zwei weitere Drohnen seien über Lipezk etwa 400 Kilometer südlich von Moskau abgeschossen worden, erklärte der dortige Regionalgouverneur.

In der russisch-kontrollierten Region Donezk sollen nach Angaben der dortigen Behörden drei Kinder bei ukrainischem Beschuss eines Wohnhauses getötet worden sein. Das Gebäude sei in der Nacht direkt getroffen worden, es sei ein Feuer ausgebrochen, teilte der Bürgermeister der in der Ostukraine gelegenen Stadt, Alexej Kulemsin, auf Telegram mit.

08:00 Uhr | Präsidentenwahl in Russland hat begonnen

Unter Ausschluss der Opposition hat in Russland die Präsidentenwahl begonnen. Die Abstimmung in dem Land mit elf Zeitzonen dauert drei Tage bis Sonntagabend. Es gilt als sicher, dass Präsident Wladimir Putin für weitere sechs Jahre wiedergewählt wird. Es wäre seine fünfte Amtszeit. Die drei Gegenkandidaten unterstützen offen den Amtsinhaber. Bewerber, die gegen den Ukraine-Krieg sind, wurden nicht zugelassen. Auch internationale Wahlbeobachter dürfen nicht kommen.

00:00 Uhr | Ukraine-News am Freitag, 15. März 2024

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Laufe des Tages.

Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern, die regelmäßig über die Situation berichten. Trotzdem ist es wichtig anzuerkennen, dass die Beschaffung verlässlicher Informationen schwierig ist, da viele verfügbare Quellen politisch motiviert sein können, und schwer zu überprüfen sind. Dennoch gibt es auch unabhängige Experten, zivilgesellschaftliche Organisationen und Journalisten, die differenzierte Einblicke bieten. Bei der Bewertung von Informationen ist daher eine kritische Haltung und die Berücksichtigung verschiedener Quellen unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild der Lage zu erhalten. All dies berücksichtigt der MDR in seiner Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg.

Was tun, Herr General? - Der Podcast zum Ukraine-Krieg

Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
Bildrechte: MDR / Erhard Bühler
Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
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Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 15. März 2024 | 06:00 Uhr

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