Schäden an einer Brücke in der Nähe des Dorfes Chongar
Die Ukraine hat am Dienstag mit mehreren Dutzend Kampfdrohnen die von Russland annektierte Schwarzmeerhalbinsel Krim angegriffen. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO / ITAR-TASS

Ukraine-News Ukrainer treffen Öllager der Russen bei großem Drohnenangriff auf Krim

05. Dezember 2023, 21:47 Uhr

Diese Ukraine-News von Dienstag, 5. Dezember 2023, sind beendet.

Die aktuelle Ausgabe der Ukraine-News

Die Ukraine-News von Dienstag, 5. Dezember 2023

21:47 Uhr | Ukraine meldet neue russische Drohnenangriffe

Russland hat nach ukrainischen Angaben am Dienstagabend erneut Kampfdrohnen in Richtung des Nachbarlandes fliegen lassen. Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, Gefahr bestehe vor allem für den Süden des Gebietes Odessa. Eine weitere Gruppe von Shahed-Drohnen iranischer Bauart fliege über das Gebiet Mykolajiw Richtung Westen.

Zugleich meldete die ukrainische Luftwaffe, sie habe über dem Westen des Schwarzen Meeres nahe der Schlangeninsel einen russischen Kampfbomber vom Typ Suchoi Su-24 abgeschossen. Das sei lange nicht mehr vorgekommen, schrieb Luftwaffenkommandeur Mykola Oleschtschuk auf Telegram. Das feindliche Flugzeug sei von einem zweiten Jet gedeckt worden, es habe mutmaßlich Raketen auf das Gebiet Odessa abfeuern sollen.

21:47 Uhr | Selenskyj sagt unerwartet Auftritt vor US-Kongress ab

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seinen geplanten Auftritt vor dem US-Senat unerwartet abgesagt. Selenskyj könne an dem geplanten Auftritt per Videoschalte nicht teilnehmen, es sei "in der letzten Minute etwas dazwischengekommen", sagte der Mehrheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer. Der Politiker hatte heute angekündigt, dass Selenskyj vor den Mitgliedern der Kongresskammer um weitere Militärunterstützung für sein Land wirbt.

Im Vorfeld war erwartet worden, dass Selenskyj vor den Mitgliedern der Kongresskammer um weitere Militärunterstützung für sein Land wirbt.

19:10 Uhr | US-Mittel fast aufgebraucht: Selenskyj bittet Senat um Hilfe

Die Ukraine benötigt nach Worten des Stabschefs des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zügig neue Finanzmittel aus den USA. Bei einer Verschiebung der US-Hilfen für Kiew bestehe ein "großes Risiko", den Krieg gegen Russland zu verlieren, sagt Andrij Jermak in einer englischsprachigen Ansprache.

Die vom US-Kongress bewilligten Mittel für die Ukraine werden nach Angaben der Regierung in Washington zum Jahresende vollständig aufgebraucht sein. Im Kongress gibt es allerdings zunehmend Widerstand gegen das bisherige Ausmaß der Unterstützung für Kiew.

19:04 Uhr | Großer ukrainischer Drohnenangriff auf Halbinsel Krim

Die Ukraine hat am Dienstag mit mehreren Dutzend Kampfdrohnen die von Russland annektierte Schwarzmeerhalbinsel Krim angegriffen. Das russische Militär in Moskau teilte offiziell mit, die Angriffswelle sei abgewehrt worden. Dagegen berichteten ukrainische Medien unter Berufung auf Geheimdienstquellen, dass eine Reihe militärisch wichtiger Objekte auf der Krim getroffen worden seien.

Dazu zähle auch ein Öllager in der Hafenstadt Feodossija, von dem aus russische Truppen versorgt würden, meldete die Agentur Unian. Im Osten der Krim bei Kertsch sei ein Radar der russischen Flugabwehr zerstört worden. Bei Strelkowo im Norden der Halbinsel seien ein Stellplatz für russische Hubschrauber, ein weiteres Radar sowie ein Raketenleitsystem getroffen worden.

Überprüfen ließen sich die Angaben beider Seiten zunächst nicht. Bewohner der Krim berichteten Medien zufolge aber von Explosionsgeräuschen. Zwischenzeitlich wurde in der Nacht die 19 Kilometer lange Brücke von Kertsch gesperrt.

15:15 Uhr | Finnische Firmen sollen Russland mit Drohnen versorgt haben

Der Zoll in Finnland verdächtigt zwei heimische Unternehmen, EU-Sanktionen umgangen und Drohnen und andere Militärgüter im Wert von mehr als drei Millionen Euro nach Russland exportiert zu haben. "Alles in allem gibt es sechs Verdächtige, von denen einer bereits seit September inhaftiert ist", teilte die Behörde am Dienstag mit.

Demnach gelangten rund 3.500 Drohnen nach Russland. Der Zoll vermutet, dass die Güter zum Export in ein anderes Land zugelassen wurden, letztlich jedoch ihren Weg nach Russland gefunden haben. So soll Drohnen-Abwehr-Ausrüstung etwa für die Ausfuhr nach Kasachstan bestimmt gewesen sein. "Unsere bisherigen Ermittlungen legen nahe, dass die Aktivitäten aus Russland gesteuert wurden", sagte Hannu Sinkkonen von der Zollbehörde. 

15:00 Uhr | Sechs ukrainische Kinder kehren unter Vermittlung Katars aus Russland heim

Die Regierung von Katar hat am Dienstag die Rückkehr von sechs weiteren von Russland verschleppten ukrainischen Kindern zu ihren Angehörigen bekannt gegeben. Die Kinder sind nach Angaben der katarischen Staatssekretärin für internationale Zusammenarbeit, Luluah al-Chatir, derzeit auf dem Weg zurück in die Ukraine.

Katar gilt seit Juni als ein Vermittler bei der Rückführung verschleppter ukrainischer Minderjähriger aus Russland und den besetzten Gebieten. So kehrten im Oktober bereits vier ukrainische Kinder mit Hilfe des Staats am Persischen Golf zurück. Die neueste Gruppe an Minderjährigen wird al-Chatir zufolge bei ihrer Rückkehr von Familienangehörigen, Erziehungsberechtigten oder katarischen Diplomaten begleitet. Demnach nehmen alle Beteiligten den gleichen Weg über Moskau und die belarussische Hauptstadt Minsk nach Kiew.

14:48 Uhr | London: Russland kontrolliert größten Teil von Marjinka bei Donezk

Russische Einheiten haben nach britischer Einschätzung zuletzt Fortschritte beim Kampf um den Ort Marjinka im ostukrainischen Gebiet Donezk gemacht. Das britische Verteidigungsministerium teilte am Dienstag unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mit, dass "Russland mittlerweile wahrscheinlich den größten Teil des bebauten Gebiets kontrolliert. Die ukrainischen Streitkräfte behalten jedoch weiterhin die Kontrolle über kleinere Gebiete am westlichen Rand der Stadt."

Marjinka liegt knapp 30 Kilometer südwestlich des Stadtzentrums von Donezk und ist seit 2014 umkämpft. Der Ort hatte vor dem Krieg etwa 9.000 Einwohner, ist aber mittlerweile fast völlig zerstört. Dem Kreml gehe es darum, die von ukrainischen Kräften kontrollierten Teile des Gebiets Donezk zu erobern, das Russland sich unter Bruch des Völkerrechts einverleibt hatte. Dies sei höchstwahrscheinlich immer noch eines der zentralen russischen Kriegsziele, betonte das Ministerium.

11:30 Uhr | Zwei Tote bei russischem Angriff in Cherson

Bei russischen Angriffen auf das Stadtzentrum von Cherson im Süden der Ukraine sind nach ukrainischen Angaben am Dienstag zwei Menschen getötet worden. Wie der Gouverneur der Region Cherson, Oleksandr Prokudin, mitteilte, wurde zudem ein 59-jähriger Mann in ein Krankenhaus eingeliefert.

Die Stadt Cherson war vor etwas mehr als einem Jahr von der ukrainischen Armee zurückerobert worden, wird jedoch von der gegenüberliegenden Seite des Flusses Dnipro immer wieder von russischen Truppen beschossen.

08:45 Uhr | Selenskyj will um weitere US-Mittel bitten

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will angesichts des möglichen Ausfalls wichtiger US-Militärhilfen zum Jahresende beim US-Senat um weitere Unterstützung bitten. Der demokratische Mehrheitsführer in der Parlamentskammer, Chuck Schumer, kündigte an, Selenskyj werde per Video in eine nicht-öffentliche Sitzung der Senatorinnen und Senatoren zugeschaltet.

Die Direktorin des nationalen Haushaltsamtes, Shalanda Young, hatte in einem am Montag veröffentlichten Brief geschrieben, wenn das Parlament nicht handele, werde die Regierung am Jahresende keinerlei Mittel mehr haben, um weitere Waffen und Ausrüstung für die Ukraine zu beschaffen. Auch die Lieferung von Ausrüstung aus eigenen Militärbeständen an Kiew sei dann davon betroffen.

05:20 Uhr | Ukraine greift Russland erneut mit Drohnen an

Russland hat in der Nacht zum Dienstag nach eigenen Angaben mehrere ukrainische Drohnenangriffe abgewehrt. 22 unbemannte Flugkörper seien zerstört worden, 13 weitere seien über dem Asowschen Meer und über der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim abgefangen worden, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. In der Vergangenheit waren russische Meldungen über komplett abgewehrte Drohnenangriffe häufig falsch, weil später doch Belege für entstandene Schäden auftauchten.

01:45 Uhr | Russland verstärkt Angriff auf Awdijiwka

Die russischen Streitkräfte intensivieren nach ukrainischen Angaben ihre Angriffe auf die zerstörte Stadt Awdijiwka. "Gestern und heute haben wir eine erhebliche Zunahme des Artilleriebeschusses und eine große Zahl von Mörsergranaten", sagte der Leiter der örtlichen Militärverwaltung. Wahrscheinlich warte Russland auf besseres Wetter, um noch mehr Kräfte und Personal einzusetzen. In Awdijiwka und Umgebung kam es laut Bericht des Generalstabs zu 15 russische Sturmangriffe. Der Feind habe erfolglose Versuche unternommen, die ukrainische Verteidigung zu durchbrechen.

Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler 61 min
Bildrechte: MDR / Erhard Bühler
61 min

Mit Ex-Nato-General Erhard Bühler

MDR AKTUELL Fr 13.10.2023 17:18Uhr 61:04 min

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00:15 Uhr | Orbán: EU-Gipfel soll nicht über Beitritt der Ukraine entscheiden

Die EU-Länder sollen nach dem Willen von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán beim bevorstehenden EU-Gipfel nicht versuchen, eine Entscheidung über EU-Beitrittsgespräche mit der Ukraine herbeizuführen. In einem Brief an EU-Ratspräsident Charles Michel schrieb Orbán, "der offensichtliche Mangel an Konsens" würde "unweigerlich zum Scheitern führen". Der Gipfel findet am 14. und 15. Dezember in Brüssel statt. Unter den 27 EU-Ländern ist der EU-Beitritt der Ukraine umstritten. Ungarn ist dagegen, Deutschland dafür.

00:00 Uhr | Ukraine-News am Dienstag, 5. Dezember 2023

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Lauf des Tages.

Berichterstattung zum Ukraine-Krieg

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, da wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter vor Ort sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum überprüft werden können.

Was tun, Herr General? - Der Podcast zum Ukraine-Krieg

Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
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Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 05. Dezember 2023 | 06:00 Uhr

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