Ein ukrainischer Soldat beobachtet seinen Kameraden, wie er am Samstag, 14. Oktober 2023, auf dem Boot an der Frontlinie in der Nähe von Cherson, Ukraine, durch den Fluss Dnipro segelt.
Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigener Darstellung ihren Brückenkopf am linken Ufer des Dnipro bei Cherson ausgeweitet. Bildrechte: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Alex Babenko

Ukraine-News Ukrainische Streitkräfte weiten Brückenkopf am Dnipro-Ufer bei Cherson aus

09. März 2024, 19:31 Uhr

Diese Ukraine-News vom Samstag, 9. März sind beendet.

Ukraine-News vom Samstag, 9.März 2024

19:31 Uhr | Kiew: Brückenkopf bei Cherson ausgeweitet

Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigener Darstellung ihren Brückenkopf am linken Ufer des Dnipro bei Cherson ausgeweitet. Wie der ukrainische Generalstab in Kiew am Samstag in seinem täglichen Lagebericht weiter mitteilte, reagierten die russischen Militärs darauf mit verstärktem Einsatz von Kampfdrohnen und Artillerie.

Bei einem russischen Luftangriff sei ein Gebäude in Cherson am anderen Ufer des Dnipro getroffen worden. Ukrainische Truppen haben schon vor einigen Monaten Brückenköpfe am linken Dnipro-Ufer im Süden des Landes errichtet. Diese sollen zu einem späteren Zeitpunkt möglichst als Startpunkte für eine Offensive in Richtung der Halbinsel Krim genutzt werden. Russische Versuche, diese Brückenköpfe einzudrücken, sind bisher gescheitert. 

16:30 Uhr | Schwere Kämpfe in der Ostukraine

Bei Kämpfen in der Ostukraine haben russische Truppen den Druck auf die ukrainischen Verteidiger erhöht. Im Mittelpunkt der Gefechte lag das Gebiet westlich von Bachmut, wie der für die Region zuständige Kommandeur Serhij Sidorin am Samstag im Fernsehen berichtete. "Der Feind steckt schwere Verluste ein, doch füllt er seine Reihen mit immer neuen Reserven auf", sagte er.

Ziel der russischen Angriffe sei, nach Tschassiw Jar durchzustoßen. Die ukrainischen Streitkräfte versuchten ihrerseits, den russischen Angriffsschwung mit Gegenattacken zu brechen. Dennoch seien die ukrainischen Verteidiger auf die Ortschaft Iwaniwske zurückgedrängt worden. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig geprüft werden.

13:54 Uhr | Polens Außenminister bezeichnet Nato-Truppen in der Ukraine als "nicht undenkbar"

Polens Außenminister Radoslaw Sikorski hat sich positiv zum Vorstoß des französischen Präsidenten Emmanuel Macron geäußert, Bodentruppen in die Ukraine zu entsenden. "Die Präsenz von Nato-Truppen in der Ukraine ist nicht undenkbar", schrieb er am Freitagabend auf der Plattform X. Er begrüße die Initiative von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron dazu. Denn dieser Vorschlag bedeute, "dass Putin Angst hat, statt dass wir Angst haben vor Putin", sagte Sikorski weiter.

Polens Ministerpräsident Donald Tusk hatte hingegen vergangene Woche deutlich gemacht, dass Polen nicht beabsichtige, seine Truppen in die Ukraine zu schicken.

07:56 Uhr | Hallischer Politikwissenschaftler fordert "realistisches politisches Ziel" für Ukraine

Der Politikwissenschaftler Johannes Varwick sieht in der Ukraine einen "Abnutzungskrieg", den die Verteidiger nicht gewinnen können. Der Professor für Internationale Beziehungen und europäische Politik an der Universität Halle-Wittenberg sagte in einem Interview mit der Zeitschrift "Politik-Forum", er finde die Forderungen nach mehr Waffenlieferungen daher "geradezu zynisch". Vielmehr brauche es ein "realistisches politisches Ziel" für die Ukraine. "Das wäre etwa eine souveräne Ukraine mit gesicherten Grenzen, die aber vermutlich nicht vollständig den heutigen entsprechen."

Der CDU-Politiker Ruprecht Polenz widersprach Varwick in dem Streitgespräch: "Vernünftige politische Ziele sind nur zu erreichen, wenn die Ukraine aus einer Position der Stärke heraus verhandelt". Den Konflikt einzufrieren wäre außerdem nach Ansicht von Polenz fatal, weil Russlands Präsident Wladimir Putin damit "auf seinem Weg zu einer neuen Weltordnung" gestärkt werde.

04:58 Uhr | Ukraine meldet massive russische Drohnenangriffe

In der Nacht zum Samstag griff Russland die Ukraine erneut mit Schwärmen von Kampfdrohnen iranischer Bauart an, wie die ukrainische Luftwaffe mitteilte. Luftalarm herrschte vor allem im Süden der Ukraine. In der Industriestadt Krywyj Rih seien Explosionen zu hören gewesen, berichtete das öffentlich-rechtliche ukrainische Fernsehen. Angaben zu möglichen Opfern und Schäden wurden nicht gemacht. Auf das Gebiet Charkiw im Osten schossen russische Flugzeuge Gleitbomben ab.

03:48 Uhr | Gouverneur: Klinik nach Drohnenangriff auf russische Stadt Kursk evakuiert

Die Luftabwehr im westrussischen Kursk hat laut Angaben der regionalen Verwaltung eine ukrainische Drohne abgefangen. Trümmerteile seien dabei auf das Dach einer Poliklinik gefallen und hätten dieses beschädigt, teilte der Kursker Gouverneur Roman Starowoit mit. Verletzte gab es demnach nicht. Wegen der Gefahr einer Explosion seien jedoch die Patienten und Personal in Sicherheit gebracht worden, hieß es weiter. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen.

03:17 Uhr | Russland meldet massiven Drohnenangriff in Region Rostow

Die Luftabwehr in der südrussischen Stadt Taganrog am Asowschen Meer hat offiziellen Angaben zufolge einen massiven Drohnenangriff abgewehrt. Die Folgen des Angriffs am Boden würden noch erfasst, teilte der Gouverneur der Region Rostow, Wassili Golubew, mit. Nach vorläufigen Angaben gab es aber keine Todesopfer. Ein Mitarbeiter des Notfallministeriums sei verletzt worden.

Zudem habe die Luftverteidigung einen weiteren Angriff über der Region Rostow abgewehrt, hieß es. Beim Anflug auf die Stadt Morosowsk seien mehrere Drohnen zerstört worden. Die Angaben zu den beiden Angriffen ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

00:15 Uhr | Mögliche Taurus-Lieferung: London bietet Unterstützung an

Großbritanniens Außenminister David Cameron hat Deutschland Hilfe angeboten, um die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine doch zu ermöglichen. Auf die Frage, ob sein Land bereit wäre, die Probleme zu lösen, die einer Taurus-Lieferung entgegenstehen, sagte er der "Süddeutschen Zeitung", London sei entschlossen, in dieser Frage engstens mit den deutschen Partnern zusammenzuarbeiten. Denkbar sei auch ein Ringtausch.

Demnach könnte Deutschland Taurus-Marschflugkörper an Großbritannien abgeben und London könnte seinerseits Flugkörper vom Typ Storm Shadow an Kiew liefern.

Bundeskanzler Scholz´ Sorge, die Lieferung von Marschflugkörpern könne zu einer Eskalation mit Russland führen, wies Cameron zurück. Es sei möglich, Beschränkungen beim Einsatz dieser Waffen festzulegen, sagte er.

00:00 Uhr | Ukraine-News am Samstag, 9. März 2024

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Laufe des Tages.

Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern, die regelmäßig über die Situation berichten. Trotzdem ist es wichtig anzuerkennen, dass die Beschaffung verlässlicher Informationen schwierig ist, da viele verfügbare Quellen politisch motiviert sein können, und schwer zu überprüfen sind. Dennoch gibt es auch unabhängige Experten, zivilgesellschaftliche Organisationen und Journalisten, die differenzierte Einblicke bieten. Bei der Bewertung von Informationen ist daher eine kritische Haltung und die Berücksichtigung verschiedener Quellen unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild der Lage zu erhalten. All dies berücksichtigt der MDR in seiner Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg.

Was tun, Herr General? - Der Podcast zum Ukraine-Krieg

Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
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Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 09. März 2024 | 06:00 Uhr

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