Eingangsbereich der Werratalkaserne in Bad Salzungen.
Eingangsbereich der Werratal-Kaserne in Bad Salzungen. Bildrechte: dpa

Für Unterkünfte und "Puma" Bundeswehr investiert 50 Millionen Euro in Bad Salzungen

Die Bundeswehr investiert in den nächsten 14 Jahren rund 50 Millionen Euro in ihre Kaserne in Bad Salzungen. Neben modernen Unterkünften sollen auch Garagen für den neuen Schützenpanzer "Puma" errichtet werden.

Eingangsbereich der Werratalkaserne in Bad Salzungen.
Eingangsbereich der Werratal-Kaserne in Bad Salzungen. Bildrechte: dpa

Die Bundeswehr will in den nächsten Jahren rund 50 Millionen Euro in ihre Kaserne in Bad Salzungen investieren. Das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) teilte MDR THÜRINGEN auf Anfrage mit, bis zum Jahr 2032 seien umfangreiche Baumaßnahmen in der Werratal-Kaserne vorgesehen. Dort sind derzeit das Panzergrenadierbataillon 391 und weitere Einheiten mit insgesamt rund 1.200 Soldatinnen und Soldaten sowie Zivilangestellten der Bundeswehr stationiert.

Das Unterkunftsgebäude der Bundeswehr-Kaserne in Bad Salzungen von außen.
Ein Unterkunftsgebäude der Bundeswehr-Kaserne in Bad Salzungen. Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt

Unter anderem sollen neue Unterkünfte gebaut werden, da die vorhandenen Gebäude laut Bundesamt "stark sanierungsbedürftig" sind. Damit will die Bundeswehr den Angaben zufolge ein neues Unterbringungskonzept umsetzen. Dieses sieht vor, dass Soldatinnen und Soldaten nach abgeschlossener Grundausbildung Einzelzimmer bekommen. Für Rekruten sei die Unterbringung in Vier-Mann-Stuben vorgesehen. Das neue Konzept sei seit 2014 in Kraft und werde schrittweise in der Bundeswehr umgesetzt, sagte Oberst Hagen Bräuer vom BAIUDBw-Kompetenzzentrum Straußberg. Allein in Thüringen würden dafür insgesamt rund 100 Millionen Euro investiert.

Neue Garagen für den "Puma"

Schützenpanzer Puma
Der Schützenpanzer "Puma" ... Bildrechte: dpa

Zudem sollen laut Bundesamt neue Büro-, Sanitäts-, Ausbildungs- und Lagergebäude errichtet werden. Außerdem ist geplant, neue Abstellflächen für Großkraftfahrzeuge einzurichten. Dabei geht es nach Informationen von MDR THÜRINGEN um besonders gesicherte Garagen für den neuen Schützenpanzer "Puma", mit dem das Bataillon ausgerüstet werden soll. Der "Puma" verfügt über eine sogenannte reaktive Panzerung. Diese besteht aus kleinen Platten, die vom Panzer abgesprengt werden können, um anfliegende Geschosse abzufangen. Weil hinter diesen Platten kleine Sprengstoffladungen angebracht sind, müssen die Panzer besonders gesichert abgestellt werden.

Blick in den Innenraum eines Panzer "Marder" in die Erfurter Innenstadt
... und der "Marder". Bildrechte: MDR/Juliane Maier-Lorenz

Der "Puma" soll den derzeit von der Bundeswehr verwendeten Schützenpanzer "Marder" ablösen. Das Panzergrenadierbataillon in Bad Salzungen wird nach Angaben von Kommandeur Oberstleutnant Rouven Werner Habel voraussichtlich ab 2024 mit den neuen Panzern ausgerüstet.

Bundeswehr als Wirtschaftsfaktor

Bad Salzungens Bürgermeister Klaus Bohl (Freie Wähler) äußerte sich erfreut über die Investitionspläne der Bundeswehr. "50 Millionen Euro sind natürlich eine Riesenzahl und das ist für unsere Region eine große Investition und eine gute Zukunftsentscheidung für die Werratal-Kaserne", sagte er MDR THÜRINGEN. Er erwarte auch Aufträge für heimische Bauunternehmen und Handwerker. Die Bundeswehr sei seit langem ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region. Allein die Werratal-Kaserne erteile pro Jahr Aufträge im Umfang von einer Million Euro an Firmen in Bad Salzungen und Umgebung.

Erfurt Bundeswehr zeigt Panzer auf dem Domplatz

Die Bundeswehr hat mehr als 20 Panzer und Fahrzeuge auf den Erfurter Domplatz gefahren. Grund ist der "Tag der Bundeswehr" am Samstag. Dieser soll einen Einblick in die Arbeit der Soldaten geben.

Bundesweiter Tag der Bundeswehr. Auch in Erfurt auf dem Domplatz präsentierte sich die Bundeswehr.
An 16 Standorten präsentierte sich die Bundeswehr am Samstag wie hier in Erfurt. Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt
Bundesweiter Tag der Bundeswehr. Auch in Erfurt auf dem Domplatz präsentierte sich die Bundeswehr.
An 16 Standorten präsentierte sich die Bundeswehr am Samstag wie hier in Erfurt. Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt
Bundesweiter Tag der Bundeswehr. Auch in Erfurt auf dem Domplatz präsentierte sich die Bundeswehr. Es gab auch Proteste dagegen.
Es gab auch Proteste gegen die Schau. Verharmlosung von Krieg und Töten wurde den Veranstaltern vorgeworfen. Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt
Bundesweiter Tag der Bundeswehr. Auch in Erfurt auf dem Domplatz präsentierte sich die Bundeswehr.
Die Sportförderung der Bundeswehr wurde von Olympiasiegern vorgestellt. Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt
Bundesweiter Tag der Bundeswehr. Auch in Erfurt auf dem Domplatz präsentierte sich die Bundeswehr.
Feldpost, Essen aus der Gulaschkanone und viel Musik standen auf dem Programm. Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt
Bundesweiter Tag der Bundeswehr. Auch in Erfurt auf dem Domplatz präsentierte sich die Bundeswehr.
Afghanistan-Veteran Sven Hornig aus Ostthüringen war als Besucher da. Er war bei einem Anschlag in Afghanistan im Jahr 2010 schwer verletzt worden und sitzt seitdem im Rollstuhl. Bildrechte: MDR/Karina Heßland-Wissel
Ein Panzer "Marder" der Bundeswehr fährt durch die Innenstadt von Erfurt.
Ein Schützenpanzer "Marder" fährt durch Erfurt. In einer großen Kolonne fuhren Soldaten der Bundeswehr mehrere Panzer und Fahrzeuge auf den Domplatz. Bildrechte: MDR/Juliane Maier-Lorenz
 Ein Spähwagen "Fennek" auf dem Domplatz in Erfurt.
Dort findet am Samstag, 9. Juni, der "Tag der Bundeswehr" statt. Er soll Einblicke in die Arbeit der Bundeswehr und ihrer Soldaten geben. Bildrechte: MDR/Juliane Maier-Lorenz
Ein Panzer "Marder" der Bundeswehr fährt durch die Innenstadt von Erfurt.
Die Fahrt durch die Erfurter Innenstadt dauerte etwa eine halbe Stunde. Der Aktionstag der Bundeswehr, gegen den es auch kritische Stimmen gibt, findet alle zwei Jahre statt. Bildrechte: MDR/Juliane Maier-Lorenz
Ein Soldat der Bundeswehr schaut aus dem Panzer "Leopard II" auf den Erfurter Domplatz.
Ein Soldat schaut aus dem Kampfpanzer "Leopard 2" auf den Domplatz. Dort werden am Samstag hunderte Neugierige, aber auch Gegner, erwartet. Bildrechte: MDR/Juliane Maier-Lorenz
Blick in den Innenraum eines Panzer "Marder" in die Erfurter Innenstadt
Blick in den Schützenpanzer "Marder". Die Bundeswehr stellt am Samstag verschiedene Panzer, aber auch andere Fahrzeuge auf dem Domplatz vor. Bildrechte: MDR/Juliane Maier-Lorenz
Verschiedene Panzer der Bundeswehr auf dem Erfurter Domplatz
Nicht nur Panzer stehen im Vordergrund. Die Soldaten wollen über ihren Alltag berichten und Einblick in ihre Arbeit geben. Sie stellen sich den Fragen der Besucher. Bildrechte: MDR/Juliane Maier-Lorenz
 Ein Bergepanzer "Büffel" der Bundeswehr auf dem Erfurter Domplatz.
Ein Bergepanzer "Büffel" der Bundeswehr auf dem Erfurter Domplatz. Bildrechte: MDR/Juliane Maier-Lorenz
Ein Panzer "Marder" steht neben einem Bergepanzer "Büffel " auf dem Domplatz in Erfurt.
"Marder" und "Büffel" stehen nebeneinander. Viele Fahrzeuge der Bundeswehr sind nach Tiernamen benannt wurden. Bildrechte: MDR/Juliane Maier-Lorenz
Der Panzer "Leopard 2" auf dem Erfurter Domplatz
Einer der größten Panzer, der "Leopard 2". Im Gelände fährt er bis zu 70 Km/h. Bildrechte: MDR/Juliane Maier-Lorenz
Alle (14) Bilder anzeigen

Quelle: MDR THÜRINGEN

AKTUELLES AUS THÜRINGEN

Der Glockenturm des Erfurter Doms, in dem die Glocke Gloriosa hängt. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | 30. Juni 2018 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Juni 2018, 20:57 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

15 Kommentare

02.07.2018 19:12 Mediator an martin (14) 15

Selbstverständlich lässt es sich mit vollen Taschen leichter Geld "verschwenden" als mit leeren Taschen. Trotzdem löst Geld erst einmal keine Probleme und es lässt sich auch nicht so leicht ausgeben wie es sich anhört.

Was jedoch deutlich schwieriger ist als Geld auszugeben, dass ist eine ernsthafte politische Vorstellung davon zu entwicklen, was deutsche Streitkräfte auf einem mittleren Zeithorizont leisten sollen und sie dann durch Reformen und Finanzausstattung dazu zu befähigen.

Momentan schaut die Politik ja eher was wir [oft nur auf dem Papier] haben und tut dann so als wäre dies ganz ganau das was unseren strategischen Interessen entspricht. Ab einer gewissen Ebene passen Lagebeurteilung und Entschluss halt leider oft nicht mehr wirklich zusammen.

Eine Entscheidung die Gorch Fock nicht instand zu setzen würde bedeuten, dass es kein neues Segelschulschiff mehr gibt, da dann die Karten völlig neu gemischt werden. Das ist sicher möglich, fand aber keine Mehrheit.

02.07.2018 16:18 martin 14

@13 mediator: Sie gestatten, dass ich das mit den nationalen Rüstungsunternehmen (nicht nur Sitz in D, sondern auch - mind. mehrheitlich - in deutschem Besitz) deutlich kritischer einschätze als Sie?

Die Fock liegt seit Anfang 2016 im Dock. Selbst wenn man unterstellt, dass es weder weitere Verzögerungen noch Kostensteigerungen gibt, soll sie Mitte 2019 (=3,5 Jahre fast ein halbes Jahrzehnt) wieder in Dienst gehen.

Der bereits "damals" diskutierte Neubau hätte durchaus zusätzliche Fragen aufgeworfen, z.B. ob die Grundkonzepte des Seglers auch zu den heutigen Anforderungen der nautischen Offiziersausbildung passen.

Die Kosten der Sanierung und eines Neubaus liegen mittlerweile in der gleichen Dimension. Allerdings hätte die Marine dann kein saniertes Schiff sondern einen Neubau - von dem man eine längere Nutzungsdauer erwarten darf.

Ich bleibe daher bei meiner Meinung, dass auch der Umgang mit der Fock ein Indiz dafür ist, dass Geld nicht die primäre Rolle spielt.

Mehr aus der Region Eisenach - Gotha - Bad Salzungen

Mehr aus Thüringen

Der Glockenturm des Erfurter Doms, in dem die Glocke Gloriosa hängt. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK