Mit Geld vom Land Gefährliche Raupen: Jessen und Annaburg wollen Goldafter bekämpfen

20. April 2024, 13:02 Uhr

Im Kampf gegen den Schädling Goldafter stellt das Land Sachsen-Anhalt 200.000 Euro bereit. Die Gemeinden Jessen und Annaburg im Landkreis Wittenberg sind besonders von den Raupen der Schmetterlingsart betroffen. Die Nesselhaare können zu gesundheitlichen Problemen führen.

Das Land Sachsen-Anhalt wird Gemeinden im Landkreis Wittenberg unterstützen, gegen die Raupen eines Schmetterlings vorzugehen. Dabei handelt es sich um den Goldafter, dessen Nesselhaare gesundheitliche Problemen wie starke allergische Reaktionen und Atembeschwerden verursachen können.

Goldafter Der Goldafter ist ein Schmetterling aus der Familie der sogenannten Trägspinner. Die Raupen sind klein und haarig. Sie fressen zum Beispiel die Blätter und Knospen von Eichen, Ulmen, Weißdorn, Linden und Obstbäumen, die dadurch nach und nach geschwächt werden. Bei besonders starkem Befall können auch Äste und Teile der Baumkrone absterben.

Die Gemeinden Annaburg und Jessen hatten sich im Kampf gegen den Schädling im Januar hilfesuchend mit einer Petition an den Landtag gewandt. Wie die CDU-Fraktion im Landtag nun mitteilte, hat der Petitionsausschuss des Landtages am Donnerstag eine kurzfristige Lösung für das Problem präsentiert.

Demnach können nicht abgerufene Gelder zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners künftig auch dafür eingesetzt werden, den Goldafter einzudämmen. Das sei in Jessen und Annaburg dringend erforderlich.

Land Sachsen-Anhalt stellt 200.000 Euro bereit

Die CDU-Landtagsabgeordnete Anja Schneider, Mitglied im Petitionsausschuss, sagte, bislang habe ein zugelassenes Biozid für die chemische Bekämpfung des Goldafters in Sachsen-Anhalt gefehlt. Diese Hürde sei nun überwunden worden, sodass die chemische Bekämpfung in den kommenden Wochen rasch abgeschlossen werden könne.

Mit dem Thema hatte sich auch der Sozialausschuss des Landtages befasst. Der CDU-Landtagsabgeordnete Tobias Krull leitet den Ausschuss. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dass das Land wegen der gesundheitlichen Gefahren für Menschen 200.000 Euro bereitstelle. Betroffene Kommunen wie Annaburg und Jessen im Landkreis Wittenberg müssten nur Anträge abgeben, diese würden dann vom Landesverwaltungsamt kurzfristig beschieden werden.

Einsatz von Bioziden gegen Schädlinge

Jessens Bürgermeister Michael Jahn (SPD) hat nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT bereits einen Antrag eingereicht. Jahn wartet nach eigenen Worten "händeringend auf ein Signal", man stehe unter enormem Zeitdruck. Er kündigte an, die für Menschen gefährlichen Raupen wie den Eichenprozessionsspinner und den Goldafter aus der Luft und am Boden zu bekämpfen.

Auf einer 480 Hektar großen Fläche werde ein Biozid eingesetzt, sagte Jahn weiter. Die Aktion werde in der letzten Aprilwoche starten, weil es dann wieder wärmer werden solle und die Raupen zu fressen begännen. Dabei will die Stadt Jessen finanziell in Vorleistung gehen. "Wir können nicht länger auf den Bescheid des Landes warten", sagte Jahn. Sonst, so der Rathauschef weiter, könne es schon zu spät sein.

MDR (André Damm, Norma Düsekow, Hanna Kerwin)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 19. April 2024 | 17:30 Uhr

1 Kommentar

Bella - 1999 vor 4 Wochen

Globalisierung macht's möglich,da kommt noch viel mehr auf uns zu, nicht nur ein paar Raupen

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