Ein ICE auf der Strecke.
Von Dezember bis Februar wird von Magdeburg ein ICE nach Warnemünde fahren. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO / Michael Gstettenbauer

Dezember bis Februar Vorübergehend direkte ICE-Verbindung an die Ostseeküste

02. November 2023, 15:52 Uhr

Von Dezember bis Februar soll ein ICE über Halle, Magdeburg und Stendal nach Warnemünde fahren. Laut Deutscher Bahn machen Baustellen die Umstellung des Zugtyps erforderlich. Bisher war ein Inter City im Einsatz. Mit dem Ausbau der ICE-Anbindung von Magdeburg hat die Maßnahme allerdings nichts zu tun.

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Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg bekommt für drei Monate eine ICE-Anbindung an die Ostseeküste. Ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte MDR SACHSEN-ANHALT, ab dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember fahre bis zum 29. Februar jeden Morgen ein ICE von Leipzig über Halle, Köthen, Magdeburg und Stendal bis nach Warnemünde.

Die bestehende IC-Verbindung auf der Strecke werde in dem Zeitraum von einem ICE bedient. Die Rückfahrt von der Ostseeküste startet demnach jeweils am frühen Nachmittag.

ICE mit Bordrestaurant, aber weniger Sitzplätzen

Nach Angaben der Deutschen Bahn machen Baustellen die Umstellung des Zugtyps erforderlich. Zum Einsatz kommen soll ein ICE mit Neigetechnik, der für kurvenreiche Strecken konzipiert ist – was auf dem Weg zur Ostsee jedoch nicht von Belang ist ist. Der Zug bietet dem Sprecher zufolge rund 300 Sitzplätze sowie ein Bordrestaurant. Somit ist das Verpflegungsangebot unterwegs im Vergleich zum Snack-Verkauf im IC besser. Dafür ist im Flaggschiff der DB weniger Platz, denn der bisher eingesetzte IC-Typ bietet 460 Sitzmöglichkeiten. Die Fahrzeiten verändern sich im Vergleich zur IC-Verbindung nicht. Wer nicht mit Sparpreis-Ticket unterwegs ist, zahlt für den ICE zudem einen höheren Zuschlag.

Mit Forderungen nach einer besseren ICE-Anbindung Magdeburgs hat die Maßnahme demnach nichts zu tun. Der Bahnsprecher erklärte, der Umstand, dass in Magdeburg vorrangig ICs fahren, sei "abgestimmt auf die aktuell vorhandene Infrastruktur".

Darum wird Magdeburg kaum von ICE angefahren

Bislang wird Magdeburg täglich von vier ICE-Zügen angefahren – nachts zwischen Köln und Berlin sowie tagsüber zwischen Dresden und Düsseldorf. Einzige Landeshauptstadt mit weniger ICE-Halten ist Potsdam.

Die schlechte Anbindung Magdeburgs mit ICE-Zügen liegt vor allem an der Infrastruktur. Denn die Schnelltrassen im Netz der Deutschen Bahn machen einen Bogen um die Landeshauptstadt. Schneller als 160 km/h kann in keine Himmelsrichtung gefahren werden. Dieses Tempo erreichen auch Regionalzüge. Zudem richtet sich der eigenwirtschaftliche Fernverkehr auch nach der Nachfrage. So ist denkbar, dass künftig mehr ICE-Linien über Magdeburg geleitet oder nach Magdeburg verlängert werden, wenn die Intel-Gigafabrik fertig ist.

Mehr zum Thema: ICE-Verbindungen

MDR (Felix Fahnert, André Plaul)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 02. November 2023 | 15:30 Uhr

4 Kommentare

ElBuffo vor 37 Wochen

Wenn ich den Artikel richtig lese, sind Baustellen und die in MD vorhandene Infrastruktur der Grund. Die müsste als zunächst angepasst werden, was die Bahn mangels Nachfrage wohl bisher nicht vorhat.

Sonnenanbeter vor 37 Wochen

Kann mir das jemand mit einfachen Worten erklären, was für bauliche Gründe das am Streckennetz sein sollen, die eine Umstellung von IC auf ICE nötig machen? 'Finde es auf jeden Fall mies, dass man dann einen höheren Zuschlag für einen stärker ausgelasteten Zug entrichten müsste, ohne schneller am Ziel zu sein. 300 statt 460 Sitzplätze, wenn das mal nicht eng wird...

Altmagdeburger vor 37 Wochen

Und warum geht das nicht auf Dauer?
Das gleiche auch für die Strecke Magdeburg nach Berlin? Wenn die Strecke Hannover/ Berlin über Stendal technisch nicht möglich ist, dann geht es doch auch über Magdeburg, also warum nicht auf Dauer.

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