Mitarbeitende des Einzelhandels streiken.
Die Gewerkschaft Verdi, die zum Warnstreik bei Selgros in Magdeburg aufgerufen hat, fordert unter anderem mehr Lohn für Beschäftigte im Groß- und Außenhandel. Bildrechte: IMAGO / NurPhoto

Verdi fordert Lohnerhöhung Warnstreik bei Selgros in Magdeburg

20. Juli 2023, 05:21 Uhr

Beschäftigte von Selgros in Magdeburg befinden sich seit dem frühen Donnerstagmorgen im Warnstreik. Dazu aufgerufen hat die Gewerkschaft Verdi. Grund sind die aktuellen Tarifverhandlungen, in denen Gewerkschaft und Arbeitgeber um höheren Lohn, Inflationsausgleich und die Laufzeit des Tarifvertrags streiten. Die nächste Verhandlungsrunde ist Anfang September geplant.

Im Groß- und Außenhandel in Sachsen-Anhalt gibt es erneut einen Warnstreik. Wie die Gewerkschaft Verdi am Mittwoch mitteilte, sollen die Beschäftigten des Lebensmittelgroßhändlers Selgros in Magdeburg die Arbeit niederlegen. Alle Schichten seien zum Streik aufgerufen, sagte Gewerkschaftssekretärin Christine Stoffl MDR SACHSEN-ANHALT. Man wolle ab 5:15 Uhr am frühen Donnerstagmorgen vor der Tür stehen – bis der Markt wieder schließe. Für 9 Uhr kündigte Verdi eine Kundgebung auf dem Gelände an.

Gewerkschaft fordert mehr Lohn für Beschäftigte im Groß- und Außenhandel

Verdi fordert 13 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 400 Euro mehr pro Monat. Der neue Tarifvertrag soll eine Laufzeit von zwölf Monaten haben. Die Arbeitgeber sind laut Verdi lediglich zu einer Erhöhung der Entgelte um 5,1 Prozent ab September bereit. Ab August 2024 sollen demnach weitere 2,9 Prozent dazu kommen. Zudem würden die Arbeitgeber zwei Inflationsausgleichsprämien in Höhe von je 700 Euro anbieten.

Gewerkschaftssekretärin Stoffl kritisierte, dass bei diesem Angebot eine Lücke im Portmonnaie klaffe. Richtig gerechnet sei es keine Erhöhung von fünf Prozent, denn die aktuelle Inflationsrate betrage mehr als sechs Prozent. Außerdem seien seit dem Auslaufen des letzten Tarifvertrages dann bereits vier Monate ohne Erhöhung vergangen.

Stoffl: Arbeitgeber lassen sich Zeit

Im Groß- und Außenhandel in Sachsen-Anhalt arbeiten rund 18.000 Beschäftigte. Die jetzigen Verhandlungen betreffen neben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Selgros die Beschäftigten von Metro in Magdeburg sowie der großen Lebensmittellager, beispielsweise Edeka in Osterweddingen, Aldi in Meitzendorf und das Penny-Zentrallager bei Landsberg.

Die bisher letzte Verhandlungsrunde für den Groß- und Außenhandel war am 11. Juli. Die nächste ist für den 5. September vorgesehen. Dazu sagte Stoffl, man sehe, wie sich die Arbeitgeber Zeit ließen. Es sei wichtig, jetzt Druck zu machen, damit es spätestens im September ein verhandlungsfähiges Angebot gebe.

MDR (Kevin Poweska, Christoph Dziedo, Maren Wilczek)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20. Juli 2023 | 06:00 Uhr

1 Kommentar

DanielSBK vor 32 Wochen

Ich wäre froh, wenn ich so einen Lohn und Auskommen hätte. Bei mir sagt der Chef, ich zahl dir das nicht oder such dir was anderes. Es gibt bei uns keinen Tarif oder Weihnachts- Urlaubsgeld. Auch keine 37,5 Stunden Woche und nur 24 Tage Urlaub. Wenn ich kündige ist das dann wieder mit Pendeln usw. verbunden.

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