Gewerkschaft Klinik-Beschäftigte streiken in Stollberg, Zschopau und Annaberg-Buchholz

13. Mai 2024, 19:22 Uhr

Die Gewerkschaft Verdi hat für Montag alle Beschäftigten des Erzgebirgsklinikums im nicht-ärztlichen Dienst an den Standorten Annaberg-Buchholz, Stollberg und Zschopau zum Streik aufgerufen. In Stollberg haben sich Verdi zufolge etwa 100 Beschäftigte beteiligt, am Standort Annaberg-Buchholz waren es etwa 200 und in Zschopau etwa 40 Personen.

Streikende mit Schildern vor dem Erzgebirgsklinikum.
Nicht-ärztliche Beschäftigte an drei Standorten des Erzgebirgsklinikums sind am Montag in den Streik getreten. Bildrechte: Verdi


Die Streiks wurden an allen drei Standorten von Demonstrationen begleitet. Am Abend zeigten sich Verdi-Sprecher zufrieden: "In Stollberg, wo die Beschäftigten mit Abstand am wenigsten Gehalt bekommen, obwohl sie die gleiche Arbeit wie ihre Kollegen und Kolleginnen an anderen Standorten machen, war die Motivation für die Streikenden besonders hoch", sagte Julia Greger MDR SACHSEN. Ihr Eindruck: "Die Arbeitnehmer waren nach der ersten Verhandlungsrunde in der vergangenen Woche entsetzt über das Angebot der Arbeitgeber."

Die Arbeitnehmer waren nach der ersten Verhandlungsrunde entsetzt über das Angebot der Arbeitgeber.

Julia Greger Verdi-Sprecherin

Die Gewerkschaft fordert in der Tarifrunde eine Inflationsausgleichszahlung von 1.800 Euro und die Anhebung der Gehälter auf das Niveau des Krankenhaustarifvertrages für kommunale Krankenhäuser (TVöD-K), was nach Verdi-Angaben einer Lohnerhöhung um mindestens zwölf Prozent entspricht.

Die Arbeitgeberseite hat demnach zwei Prozent Steigerung jeweils im Juli und im Dezember 2024 angeboten. Einig sind sich die Tarifparteien lediglich bei der Gewährung der geforderten Inflationsausgleichsprämie.

Verdi fordert gleiches Lohnniveau für alle Beschäftigten

Seit der Fusion der Klinik-Standorte im Erzgebirge werden nach Gewerkschaftsangaben bereits 40 Prozent der Beschäftigten nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes bezahlt und haben daher bereits ein Gehaltserhöhung zwischen zwölf und 16 Prozent erhalten. Das betrifft laut Verdi-Sprecher Robin Rottloff vor allem die Beschäftigten am Standort Zschopau, die bereits vor dem Jahr 2021 dort beschäftigt waren. "Die 40 Leute, die heute in Zschopau gestreikt haben, waren vor allem solidarisch mit ihren Kolleginnen und Kollegen an anderen Standorten und mit denen, die nach 2021 angestellt wurden."

Verdi will für die anderen Beschäftigten eine Lohnangleichung erreichen. "Wir hoffen, dass der Streik Eindruck gemacht hat bei den Arbeitgebern und die Verhandlungsbereitschaft erhöht," sagte Benjamin Ludwig, der den Streik für Verdi in Annaberg-Buchholz begleitete.

Der Streik dauert bis Montagabend 22 Uhr. Die medizinische Versorgung ist laut Verdi über Notversorgung und -bereitschaft sichergestellt. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 23. Mai geplant.

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MDR (tfr/kav)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Sachsenspiegel | 13. Mai 2024 | 19:00 Uhr

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