Ein Feldhamster des Zoos Leipzig wird ausgewildert.
Erste Feldhamster sind in Nordsachsen ausgewildert worden. Bildrechte: Zoo Leipzig

Zuchtprojekt Feldhamster in Nordsachsen ausgewildert

14. Mai 2024, 08:55 Uhr

Monokulturen und industrielle Bewirtschaftung machen es dem Feldhamster schwer, einen passenden Lebensraum zu finden. In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg gilt die Tierart mittlerweile als ausgestorben. Mit Auswilderungsprogrammen soll dem Aussterben des Feldhamsters in Sachsen entgegengewirkt werden.

Der Zoo Leipzig hat die ersten zehn selbst gezüchteten Feldhamster ausgewildert. Das Zuchtprojekt des Zoos entstand in Zusammenarbeit mit der Landesstiftung für Natur und Umwelt, dem Freistaat und Landwirten aus der Region Delitzsch. Die Bauern bereiteten dafür ein 30 Hektar großes Feld hamsterfreundlich mit Blühstreifen und Schutzzaun vor.

Rund 70 Tiere sollen in die Natur

Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) freute sich über den Einsatz der etwa 25 landwirtschaftlichen Betriebe rund um Delitzsch: "Selbst ältere Landwirte, die in ihrer Kindheit es noch kannten, dass man Feldhamster bekämpft hatte, sagen, dass er zu unserem Lebensraum dazugehört und möchten unbedingt, dass ihre Kinder und Enkel den Feldhamster noch erleben können", so der Grünen-Politiker.

Insgesamt rund 70 Tiere sollen in der nächsten Zeit hierher gebracht werden und Ausgangspunkt für eine neue sächsische Feldhamsterpopulation werden, erklärte Zoo-Direktor Jörg Junhold.

Feldhamster
Insgesamt 70 Feldhamster werden bald in Nordsachsen ausgewildert werden. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / imagebroker

Feld durch Elektrozaun begrenzt

Ganz ohne menschliches Zutun wird das allerdings nicht klappen. Das Feld in Nordsachsen wird deshalb durch einen Elektrozaun begrenzt, um die Tiere vor Fressfeinden zu schützen. Zudem hat das Gebiet hamsterfreundliche Vegetation und wird nicht von Bauern genutzt. Auch steht den Tieren zu Beginn noch eine Ration Futter zur Verfügung, ehe sie sich danach eigenständig auf Nahrungssuche begeben müssen.

Nach aktuellem Plan soll im Herbst 2024 das Modellgebiet umfangreich analysiert werden, um die weitere Entwicklung der Tiere zu beobachten.  

MDR (mad/ama)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 13. Mai 2024 | 15:30 Uhr

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