Blick in eine Batterie-Recycling-Anlage des Unternehmens Sungeel
Einr Recycling-Anlage für Lithium-Ionen-Batterien des Unternehmens Sungeel in Südkorea. Eine vergleichbare Produktion soll in Gera entstehen. Bildrechte: SungEel HiTech

Wirtschaft Umstrittene Batterie-Recyclinganlage in Gera: Mehr als 1.600 Einwände

02. April 2024, 17:11 Uhr

Die Diskussion um die geplante Batterie-Recyclinganlage in Gera-Cretzschwitz geht in die nächste Runde. Bis Dienstag konnten noch Einwände gegen das Werk eingereicht werden. Diese sollen anschließend bei einem Erörterungstermin besprochen werden.

Am Dienstag hat die die Einspruchsfrist für die geplante Batterie-Recyclinganlage in Gera geendet. Bis dahin konnten Einwohner, Unternehmen und Behörden Einsprüche beim Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz einbringen.

Die Bürgerinitiative Gera-Cretzschwitz hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 1.600 Einwendungen gegen das Werk gesammelt und eingereicht. Der koreanischen Investor Sungeel plant die Anlage im Gewerbegebiet in Cretzschwitz. Die Initiative möchte den Bau verhindern.

100 neue Arbeitsplätze sollen entstehen

Sungeel will bis zum Jahr 2030 rund 74 Millionen Euro in den neuen Standort investieren. Dabei sollen zunächst in einer Fertigungshalle zwei Produktionslinien gebildet werden. Das Firmengelände würde 60.000 Quadratmeter umfassen, davon circa 30.000 für die Fabrik.

Laut Unternehmen entstehen durch die Anlage 100 Industriearbeitsplätze in Gera. Jährlich sollen 20.000 Tonnen Lithium-Ionen-Batterien verwertet werden. Das entspricht Sungeel zufolge der Batteriemenge für rund 60.000 E-Autos.

Blick in eine Batterie-Recycling-Anlage des Unternehmens Sungeel
Eine Werkshalle dieser Art soll im Gewerbegebiet Gera-Cretzschwitz entstehen. Bildrechte: SungEel HiTech

Sungeel steht in der Kritik

Die Bürgerinitiative kritisiert die Pläne des koreanischen Investors. Sie befürchtet, dass es in der Anlage zur Überschreitung von Abgasgrenzwerten kommen könnte und bemängelt auch den geplanten Standort im Geraer Gewerbegebiet. Außerdem weist die Gruppe auf Störfälle in Fabriken des Unternehmens in Ungarn hin, bei denen es zu Unfällen und Sicherheitsverstößen kam.

Bei einer an den Stadtrat gerichteten Petition sammelte die Initiative bereits im vergangenen Jahr 9.777 Stimmen gegen den Bau.

Erörterungstermin für Mai geplant

Nachdem die Einwände vom Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz geprüft wurden, ist für den 28. Mai ein Erörterungstermin im Kultur- und Kongresszentrum Gera geplant. Dort sollen alle Einwendungen präsentiert und mit den Einreichern diskutiert werden. Auch das Unternehmen Sungeel kann sich äußern.

Anschließend entscheidet das Landesamt über den Bauantrag. Zuvor hatte Sungeel bereits einen Antrag auf vorzeitigen Baubeginn gestellt. Laut Antragsunterlagen verpflichtet sich der Investor, im Falle eines Versagens der Genehmigung, das geplante Baugrundstück in den ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen.

MDR (nir)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 02. April 2024 | 08:30 Uhr

3 Kommentare

camper21 vor 1 Wochen

Und die ganzen User in diesem Forum, die stillschweigend zuschauen, wie unser Land vor die Wand gefahren wird, es sei denn, man kann gegen die da Oben Krawall machen.

camper21 vor 1 Wochen

Wir haben die höchsten Energiekosten, die Löhne sind für die Unternehmen nicht gerade günstig, die Arbeiter fordern ein 4 Tage - oder 35 Stundenwoche und nun demonstrieren auch noch einige Organisationen gegen die Ansiedlung von Zukunftstenhnologien, ob es jetzt hier in Gera ist oder in Grünheide. Wir Deindustrialisieren uns selber.

camper21 vor 1 Wochen

Ob es die Politik, die Arbeitnehmer oder die Demonstranten sind jeder trägt ein Stück zur Deindustralisierung bei.

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