Putin
Russlands Präsident Wladimir Putin sprach in seiner Rede am Donnerstag vor mehr als 1.000 Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Religion. Bildrechte: picture alliance/dpa/TASS | Sergei Bobylev

Ukraine-News Putin spricht von "realer Gefahr" eines Atomkriegs

29. Februar 2024, 22:36 Uhr

Diese Ukraine-News vom Donnerstag, 29. Februar 2024 sind beendet.

Ukraine-News vom Donnerstag, 29. Februar 2024

22:36 Uhr | G20-Finanzminister können sich wegen Ukraine und Gaza nicht auf Abschlusserklärung einigen

Das Treffen der Finanzminister der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) ist in São Paulo wegen Unstimmigkeiten zum Ukraine-Krieg ohne Abschlusserklärung zu Ende gegangen. Finanzminister Christian Lindner hatte zuvor bereits betont, Deutschland könne keiner Abschlusserklärung zustimmen, in der die geopolitischen Konflikte nicht erwähnt würden.

Es gebe den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, den Terror der Hamas und die humanitäre Lage in Gaza. "All das kann uns nicht kaltlassen, das muss hier auch besprochen werden. Wir haben uns dagegen gewendet, von diesen Fragen abzulassen", so Lindner.

22:36 Uhr | Scholz verteidigt Nein zu Taurus-Lieferung an die Ukraine

Bundeskanzler Olaf Scholz
Bildrechte: picture alliance/dpa | Sebastian Kahnert

Bundeskanzler Olaf Scholz hat sein Nein zur Lieferung von Taurus-Marschflugkörper an die Ukraine verteidigt. Deutschland leiste sehr viel Hilfe auf diesem Gebiet, sagte der SPD-Politiker bei einem Bürgergespräch in Dresden. Trotzdem müsse man jede Entscheidung genau bedenken. Das gelte vor allem für eine Waffe, die 500 Kilometer weit reiche und bei einem falschen Einsatz ein konkretes Ziel in Moskau erreichen könne.

Scholz bekräftigte zudem, es müsse verhindert werden, dass es zu einer Eskalation und zu einem Krieg zwischen Russland und der Nato komme. "Es wird keine deutschen Soldaten, auch keine Nato-Soldaten auf ukrainischem Grund und Boden geben, weil das sonst diese Gefahr beinhalten würde. Dafür stehe ich unverändert ein", betonte Scholz.

21:02 Uhr | USA bezeichnen Putins Atomwaffendrohung "unverantwortlich"

Die USA haben die Aussagen des russischen Präsidenten Wladimir Putin zu den Gefahren eines neuen Nuklearkonflikts als "unverantwortliche Rhetorik" verurteilt. "Das ist nicht die Art und Weise, wie ein nuklear bewaffnetes Land sprechen sollte", sagte Außenministeriumssprecher Matthew Miller.

Dem Sprecher zufolge haben die USA jedoch keine Hinweise darauf, dass Russland den Einsatz einer Atomwaffe vorbereitet. Die USA würden die Lage weiterhin sorgfältig beobachten. "Es ist nicht das erste Mal, dass wir eine unverantwortliche Rhetorik von Wladimir Putin erleben."

20:31 Uhr | Selenskyj bittet um weitere militärische Unterstützung

Angesichts der schweren Lage an der Front hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einmal mehr um militärische Unterstützung aus dem Westen geworben. "Die globale Stabilität beruht ausschließlich auf dem Mut und der Hingabe der ukrainischen Kämpfer und unserer ganzen Nation", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache am Donnerstag. Es sei offensichtlich, dass Putins Ambitionen weit über die Ukraine hinaus reichten. Damit Russland den Krieg verliere, bräuchte die Ukraine ausreichend Unterstützung.

19:48 Uhr | Ukraine: Bilanz zum Abschuss russischer Kampfflugzeuge

Die Ukraine hat eigenen Angaben zufolge im Februar eine Rekordzahl russischer Kampfflugzeuge vom Himmel geholt. Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, schoss die Luftverteidigung zehn russische Kampfjets vom Typ Su-34, zwei vom Typ Su-35 sowie ein Aufklärungsflugzeug vom Typ A-50 ab. Dies sei der "größte Erfolg" seit Oktober 2022.

Drei der Su-34 Kampfjets wurden nach Angaben des neuen Oberbefehlshabers des ukrainischen Heers, Olexander Pawljuk, in der Nacht zum Donnerstag abgeschossen. Kiew gab zudem an, im Januar ein weiteres A-50 Flugzeug abgeschossen zu haben. Die Angaben sind bisher nicht verifiziert. Russische Behörden haben die Zahlen nicht kommentiert.

15:35 Uhr | Tschechische Initiative sammelt Artilleriemunition für Ukraine

Tschechien sammelt mit Nachdruck finanzielle Unterstützer für das Vorhaben, große Mengen Artilleriemunition für die Ukraine in Nicht-EU-Staaten zu kaufen. Wie eine Regierungssprecherin mitteilte, laufen derzeit "intensive Verhandlungen" mit verschiedenen Ländern. Bisher hätten rund 15 Staaten Bereitschaft signalisiert, sich an der Initiative zu beteiligen.

Es gehe insgesamt um rund 800.000 Artilleriegranaten. Der Sprecherin zufolge könnte damit die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine gegen die russische Invasion deutlich gestärkt werden. Grund für die tschechische Initiative sei der schleppende Fortschritt beim EU-Plan, eine Million Artilleriegeschosse an die Ukraine zu liefern.

15:12 Uhr | BKA: Ermittlungen wegen angeschossenem Sachsen in der Ukraine

Kurz nach Kriegsausbruch ist in der Ukraine ein sächsischer Feuerwehrmann von russischen Einheiten angeschossen worden. Das Bundeskriminalamt ermittelt dazu im Auftrag des Generalbundesanwalts. Es ist das erste personenbezogene Strafverfahren in Deutschland zu Kriegsverbrechen in der Ukraine.

15:01 Uhr | EU-Parlament: Ukraine braucht Taurus-Marschflugkörper

Das Europaparlament drängt auf die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine. Eine entsprechende, rechtlich unverbindliche Resolution wurde am Donnerstag angenommen. 

Es sei wichtig, dem Land alles Notwendige zur Verfügung zu stellen, damit es die uneingeschränkte Kontrolle über sein Hoheitsgebiet wiedererlangen könne, hieß es.

Die Abgeordneten betonten zudem, dass es enorme Unterschiede gebe, wie viel militärische Hilfe einzelne EU-Staaten der Ukraine zukommen ließen. Es müsse mehr Geld in die europäische Rüstungsproduktion investiert werden.

Update: 11:23 Uhr | Putin hält Rede zur Lage der Nation

Der russische Präsident Wladimir Putin hat dem Westen vorgeworfen, die Gefahr eines Konflikts mit Nuklearwaffen zu erhöhen. Putin sagte am Donnerstag in seiner jährlichen Rede zur Lage der Nation: "Alles, was der Westen sich einfallen lässt, womit sie die Welt erschrecken, schafft die reale Gefahr eines Konflikts mit dem Einsatz von Atomwaffen, was die Zerstörung der Zivilisation bedeutet." Er sagte außerdem: "Sie sollten endlich begreifen, dass auch wir über Waffen verfügen, die Ziele auf ihrem Territorium treffen können."

Putin sagte darüber hinaus, dass der Westen versuche, Russland in einen Rüstungswettlauf zu ziehen. Er kritisierte in diesem Zusammenhang die Aufnahme Finnlands und Schwedens in die Nato. Russland sei deshalb gezwungen, seine Streitkräfte an der Westgrenze zu stärken.

Russland, Kreml und abgesperrter Roter Platz in Moskau während des Wagner-Aufstands 2023 31 min
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31 min

Professor Christoph Garstka vom Institut für russische Kultur Ruhr-Uni Bochum über die russische Sicht auf den Ukraine-Krieg.

MDR THÜRINGEN - Das Radio Mi 28.02.2024 17:02Uhr 31:19 min

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03:43 Uhr | Heusgen hofft weiter auf Taurus-Lieferung an Ukraine

Trotz des klaren Neins von Bundeskanzler Olaf Scholz hofft der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Christoph Heusgen, weiter auf eine deutsche Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine. "Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass dieses "Nein" nicht endgültig ist, zumal die vorgetragenen Argumente nicht stichhaltig sind: Südkorea hat den Taurus im Einsatz ohne Bundeswehrsoldaten und auch die Ukrainer können mit modernen Waffen umgehen", sagte Heusgen dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Die Ukrainer hätten sich bisher strikt daran gehalten, russische Stellungen nur auf ukrainischem Gebiet anzugreifen. Sie wüssten, dass ein Verstoß schwersten Schaden anrichten würde, "nämlich den Verlust des Vertrauens ihres nach den USA zweitwichtigsten Partners, Deutschland". Scholz hatte seine Weigerung mit dem Risiko einer Verwicklung Deutschlands in den Krieg begründet.

Soldaten und Militärfahrzeuge mit Video
Für die eigene Verteidigung braucht die Ukraine internationale Hilfen. Die MDRfragt-Gemeinschaft sieht die deutschen Waffenlieferungen mehrheitlich kritisch. Bildrechte: IMAGO / NurPhoto

03:29 Uhr | Russische Truppen besetzen Gebäude in Robotyne

Russische Streitkräfte sind nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax in die Ortschaft Robotyne in Saporischschja vorgerückt. Die Truppen hätten mehrere Gebäude in dem Dorf eingenommen, berichtet Interfax unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium. Es bleibt jedoch unklar, ob sich die ukrainischen Truppen vollständig aus dem Dorf zurückgezogen haben. Die Ukraine hatte den strategisch wichtigen Ort in der Südukraine im August zurückerobert.

00:00 Uhr | Ukraine-News am Donnerstag, 29. Februar 2024

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Laufe des Tages.

Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern, die regelmäßig über die Situation berichten. Trotzdem ist es wichtig anzuerkennen, dass die Beschaffung verlässlicher Informationen schwierig ist, da viele verfügbare Quellen politisch motiviert sein können, und schwer zu überprüfen sind. Dennoch gibt es auch unabhängige Experten, zivilgesellschaftliche Organisationen und Journalisten, die differenzierte Einblicke bieten. Bei der Bewertung von Informationen ist daher eine kritische Haltung und die Berücksichtigung verschiedener Quellen unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild der Lage zu erhalten. All dies berücksichtigt der MDR in seiner Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg.

Was tun, Herr General? - Der Podcast zum Ukraine-Krieg

Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
Bildrechte: MDR / Erhard Bühler
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Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 29. Februar 2024 | 06:00 Uhr

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