CFC Sportdirektor Marc Arnold und die Vorstandsvorsitzende Romy Polster beobachten das Spiel
Ex-Vereinschefin Romy Polster hat ab sofort Hausverbot beim Chemnitzer FC. Bildrechte: IMAGO/Picture Point

Fußball | Regionalliga Chemnitzer FC erteilt Ex-Präsidentin Polster Hausverbot und kündigt Catering-Vertrag

15. August 2023, 10:20 Uhr

Jetzt greift der Chemnitzer FC gegen Romy Polster durch! Der Regionalligist kündigte den Vertrag mit Polster Sport Catering GmbH außerordentlich. Zudem darf die Ex-Chefin das CFC-Stadion zu Spielen nicht betreten. Es geht um Betrugsvorwürfe.

Die gemeinsame Recherche von Sport im Osten und der Freien Presse hatte vor einigen Wochen zahlreiche Missstände beim Chemnitzer FC aufgedeckt, jetzt zieht der Verein Konsequenzen.

"Vertragsverletzungen" - CFC kündigt Catering-Vertrag

Wie die "Himmelblauen" am Montag (14.08.2023) in einer Pressemitteilung erklärten, wurde der Catering-Vertrag mit der Polster Sport Catering GmbH mit sofortiger Wirkung außerordentlich gekündigt. Auslöser sind Vertragsverletzungen des Pachtvertrages, wie der CFC mitteilte. Wie der MDR erfuhr, geht es um Betrugsvorwürfe.

Polster Sport Catering, bei der die Ex-CFC-Präsidentin Romy Polster Prokura (die handelsrechtliche Vollmacht) hat, übernahm bis zum Ligaauftakt gegen Carl Zeiss Jena bei den Ligaspielen die Bewirtung im Stadion und VIP-Bereich. Nach MDR-Recherchen wurde der Catering-Vertrag mehrfach abgeändert - und zwar offensichtlich zum finanziellen Nachteil für den Chemnitzer FC. Nach den Vorwürfen war der komplette Vorstand im Juni zurückgetreten. Das Vertrauensverhältnis sei unwiderruflich geschädigt, deshalb habe man sich nun zur Kündigung entschieden, sagte Uwe Hildebrand, Geschäftsführer der Chemnitzer FC Fußball GmbH.

Hausverbot für Romy Polster

Zudem darf Polster das Stadion bei Veranstaltungen nicht mehr betreten, ausgenommen ist die Firmen-Geschäftsstelle im Stadion. Sie "erhält im Rahmen der Veranstaltungen des Chemnitzer FC ein umfassendes Hausverbot für das Stadion – An der Gellertstraße". Die Teilnahme ist Polster nur noch an Gesellschafterversammlungen der Chemnitzer FC Fußball GmbH erlaubt, hieß es weiter.

Polster selbst hatte stets davon gesprochen, mehrere Hunderttausend Euro in die gastronomische Ausstattung des Stadions investiert zu haben. Die Kündigung sei aus ihrer Sicht unwirksam: "Die geltend gemachten Gründe tragen die außerordentliche Kündigung nicht", teilte sie Sport im Osten schriftlich mit. Sie gehe weiter davon aus, dass ein wirksamer Vertrag bestehe und stehe mit ihrer Firma für das Stadion-Catering weiter zur Verfügung. Das Hausverbot und die Kündigung will Polster juristisch prüfen lassen, um dann zu reagieren.

CFC prüft Schadensersatzansprüche

Nach Angaben des zurückgetretenen Vorstandes um Romy Polster hat die Spielbetriebs GmbH in der vergangenen Saison ein Minus von 600.000 Euro erwirtschaftet. Wie der MDR erfuhr, liegt der Tatsächliche Fehlbetrag aber deutlich über einer Million Euro. Der CFC behält sich zivilrechtliche Schadensersatzansprüche vor, so steht es in der Pressemitteilung. Nach MDR-Informationen plant der Verein, bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeigen wegen Betruges zu stellen.

Hildebrand hatte bei seinem Amtsantritt eine lückenlose Aufklärung, die zur finanziellen Schieflage des Chemnitzer FC geführt hatten, versprochen und nun Taten folgen lassen. Ex-Führungskräfte des Chemnitzer FC hatten den Vorwurf der Misswirtschaft gegenüber dem MDR bereits vor Monaten bestätigt.

red

CFC 1 min
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 14. August 2023 | 17:45 Uhr

25 Kommentare

Sitzplatzverweigerer vor 40 Wochen

Was ein Blödsinn......
Das kann eigentlich nur von einem kommen, der nix mit dem Club zutun hat.

Ich finde es gut, daß so rigoros gehandelt wird. Legt aber den Schluß nahe, daß da weit mehr schief gelaufen ist, als es den Anschein hatte.

Blauer Himmel vor 40 Wochen

Langsam muss man sich als CFC-er schämen. Die Häme von Chemie, Lok, Aue und wie sie alle heißen ist absolut berechtigt ! Die haben ihre Probleme immer konsequenter gelöst und nicht totgeschwiegen.

Chemmser vor 40 Wochen

Ähm Gernot dazu müssen beide Seiten wollen.
Und Frau Polster ist für mich mittlerweile eine Person die sich total überschätzt und stets die Fehler bei allen anderen sieht aber hauptsächlich ist sie das Opfer.
Hat man ja schon in zahlreichen Interviews der letzten Wochen immer wieder lesen müssen.
Und sollte hier der Verdacht des Betrugs bestehen kann man es auch nicht anders regeln sondern dann muss es auch strafrechtlich vor einem ordentlichen Gericht geklärt werden.
Ganz zu schweigen von den zivilrechtlichen Weg der hier auch noch offen steht.

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