Ältere Dame sitzt an einem Tisch am Fenster
Szene aus dem Dokumentarfilm "Über Leben in Demmin" Bildrechte: Edition Salzgeber

Filmbesprechung "Über Leben in Demmin" – ein bewegender und vorurteilsfreier Dokumentarfilm

von Knut Elstermann, MDR KULTUR Filmkritiker

Ältere Dame sitzt an einem Tisch am Fenster
Szene aus dem Dokumentarfilm "Über Leben in Demmin" Bildrechte: Edition Salzgeber

An jedem 8. Mai, dem Tag der Befreiung, wird die kleine Stadt Demmin in Mecklenburg-Vorpommern zum Schauplatz eines gespenstischen Rituals. Neonazis marschieren schweigend durch die Straßen. Mit ihrem "Trauermarsch" instrumentalisieren die Rechtsradikalen die Erinnerung an eine Tragödie, die sich in den letzten Kriegstagen hier ereignet hat. Aus Angst vor der Roten Armee nahmen sich hunderte Einwohner das Leben.

In seinem bewegenden Dokumentarfilm "Über Leben in Demmin" geht Regisseur Martin Farkas differenziert, vorurteilsfrei und gründlich den verborgenen Folgen der Traumatisierung im Krieg und der Tabuisierung in der DDR nach. Viele seiner Zeitzeugen sprechen zum ersten Mal über ihre schrecklichen Erinnerungen. Zu Wort kommen auch Menschen, die sich aktiv für Versöhnung einsetzen. So wird die Stadt zu einem Sinnbild für das schwere Erbe der Geschichte und den Umgang damit.

Termine in Mitteldeutschland Dresden: Kino im Dach, 22.-28. März
Leipzig: LuRu-Kino in der Spinnerei, 22.-28. März

Genre: Dokumentarfilm  
Regie: Martin Farkas  
Im deutschen Kino ab: 22.03.2018  
Produktionsland: Deutschland  
Bewertung: ★ ★ ★ ★ ☆ (4 von 5 Sternen)  

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Die Filme der Woche | 22. März 2018 | 08:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. März 2018, 03:00 Uhr

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