Eine Bühne mit Publikum davor
Die 30. Steintor-Weihnachtsrevue "Herr Fuchs, Felix und das Weihnachts-Elixier. Bildrechte: Andreas Manke

Weihnachtsrevue 2023 30 Jahre Weihnachtszauber im Steintor Halle

von Andreas Manke, MDR SACHSEN-ANHALT

27. November 2023, 17:52 Uhr

Die Steintor-Weihnachtsrevue in Halle feiert 30-jähriges Bühnenjubiläum. Bereits zwei Wochen vor der Premiere waren die Eintrittskarten für alle 38 Veranstaltungen so gut wie ausverkauft. Auch die diesjährige Geschichte "Herr Fuchs, Felix und das Weihnachhts-Elixier" knüpft an die Traditionen an. Doch zur Premiere fehlte jemand: ausgerechnet die Hauptfigur Herr Fuchs.

Im großen Saal des Steintor-Varieté in Halle, mehr als 1.000 Gäste blicken gespannt auf den großen Moment: den Start der 30. Weihnachtsrevue "Herr Fuchs, Felix und das Weihnachts-Elixier". Währenddessen hinter der Bühne: Rund 120 Kinder warten schon ziemlich aufgeregt auf ihren Einsatz. Die erste Gruppe im Schneemänner- und Schneeflöckchen-Kostüm hört gespannt zu, was Choreografin Christine Tamási mit schon etwas heiserer Stimme ruft: "Achtung, aufstellen, zur Bühne. Und ganz viel Spaß. Macht ihr eine tolle Vorstellung?" Die Kinder schreien begeistert "Jaaa".

Christine Tamási betreut die kleinsten Künstler im Tanzzentrum No.1 schon seit 40 Jahren und sie sorgt bei der Weihnachtsrevue dafür, dass das Zusammenspiel der Kinder nahezu perfekt klappt: "Die Kleinsten tanzen mit den Großen zusammen und das wird erst hier auf der Bühne zusammengestellt. Das Finale auf der Bühne, das ist schon eine Herausforderung, dass jeder seinen Platz findet. Und ich staune jedes Mal, wie alle ihren Platz finden. Das macht mich glücklich." Dann begeisterter Applaus, als die Schneemänner und Schneeflöckchen auf der Bühne tanzen. 

Weihnachtsrevue
Die Kinder vom Tanz-Zentrum No. 1 e.V. warten hinter der Bühne auf ihren Auftritt. Bildrechte: Andreas Manke

Die Kleinsten tanzen mit den Großen zusammen und das wird erst hier auf der Bühne zusammengestellt. Das Finale auf der Bühne, das ist schon eine Herausforderung, dass jeder seinen Platz findet. Und ich staune jedes Mal, wie alle ihren Platz finden. Das macht mich glücklich.  

Christine Tamási Choreografin Tanz-Zentrum No 1.

Jedes Jahr eine neue Geschichte, aber mit Altbekanntem

In diesem Jahr dreht sich im Steintor-Varieté alles um das Weihnachts-Elixier, das im Weihnachtshimmel hergestellt und in ein kleines goldenes Kännchen abgefüllt wird. Dieses Elixier wird für den neuen Weihnachtsraketenschlitten "WeiRaSch 3.0" zum Antreiben gebraucht. Den alten Schlitten hatte Weihnachtsrentier Rudi zu Schrott gefahren, als er gegen die Wolken geprallt war. Das Fuchs-Duo Herr Fuchs und der Polarfuchs Felix wollen sich dieses Kännchen mit Weihnachts-Elixier beschaffen, weil man sich damit möglicherweise viele Wünsche erfüllen kann.

Eine neue Geschichte, aber mit 30 Jahre alten Bekannten: Herr Fuchs, Polarfuchs Felix, Ente Watschel, Hund Lumpi, Rentier Rudi und dem Weihnachtsmann, der vom künstlerischen Leiter der Revue, Hartmut Reszel, persönlich gespielt wird. "Eigentlich will unser Publikum jedes Jahr das Gleiche sehen. Aber es muss immer ganz anders sein. Genau das ist die Schwierigkeit, sodass es einige Konstanten gibt, die das Publikum im Programm erwartet."

Weihnachtsrevue
Christine Tamási vom Tanz-Zentrum No.1 e.V. (links) betreut als Choreografin seit 40 Jahren die Kleinsten. Bildrechte: Andreas Manke

Eigentlich will unser Publikum jedes Jahr das Gleiche sehen. Aber es muss immer ganz anders sein. Genau das ist die Schwierigkeit, so dass es einige Konstanten gibt, die das Publikum im Programm erwartet.

Hartmut Reszel Künstlerischer Leiter der Steintor-Weihnachtsrevue

Zum Beispiel gehört immer ein Mitmach-Lied dazu, bei dem Kinder und Erwachsene mitsingen können. In diesem Jahr ist Reszel der Schaffner "Pfiff", der im Weihnachtsgeschenkelager durch das Weihnachts-Elixier zum Leben erweckt wird und ein Lied über den Märchenexpress singt. Das Publikum macht mit und soll auch erraten, welche Märchen auf der Bühne zu sehen sind. Wann immer die Kinder die Märchen erkennen, sind durch den Saal begeisterte Rufe zu hören.

Eine weitere Mitmach-Szene, die niemals fehlen darf, ist die sogenannte "Klau-Szene". Herr Fuchs oder auch der Polar-Fuchs Felix wollen etwas stehlen, und die Kinder sollen den Diebstahl durch lautes Rufen der anderen Figuren verhindern. In diesem Jahr ist es das "Weihnachts-Elixier", auf das es die Füchse abgesehen haben. Sobald sich Polarfuchs Felix an das goldene Kännchen mit dem Weihnachts-Elixier heranpirscht, schreien die Kinder im Saal, um das zu verhindern. Denn ohne das Weihnachts-Elixier fährt der "WeiRaSch 3.0" nicht, mit dem die Weihnachtsgeschenke gebracht werden.

Weihnachtsrevue
Polarfuchs Tillmann Meyer musste zur Premiere ohne Herrn Fuchs auskommen. Bildrechte: Andreas Manke

Großer Erfolg auch in diesem Jahr

Den großen Erfolg der Weihnachtsrevue sieht Hartmut Reszel unter anderem in dieser starken Einbindung des Publikums in die Weihnachtsgeschichte. "Für unser Publikum ist das mal ein ganz anderes Gefühl, mittendrin im Stück zu sein, mitzuspielen, mitzufiebern, anstatt nur vor der Bühne zu sitzen und sich das Stück wie im Fernseher anzuschauen. Als Publikum bin ich Teil der Geschichte. Ich habe da was zu sagen und kann da was bewegen. Und das macht die Weihnachtsrevue besonders."

Das ganze Stück ist ein Mix aus Musical, Theater und aus Volksschauspiel, was beim Publikum gut ankommt, aber auch ständig weiterentwickelt wird. Dieses Jahr habe man versucht, noch eins "draufzusetzen", indem eine riesige LED-Wand auf der Bühne auch dramaturgisch in die Geschichte eingebunden wurde.

Der Erfolg der Weihnachtsrevue spiegelt sich insbesondere in diesem Jahr in den Kartenverkäufen wider. Der Verkaufsstart für die Tickets der Weihnachtsrevue war Ende April. Bereits nach sechs Stunden seien 12.000 Karten verkauft worden und innerhalb der ersten Woche dann 23.000 Karten. Zwei Wochen vor der Premiere seien dann alle 38 Veranstaltungen so gut wie ausverkauft gewesen. Das habe es zuvor noch nie gegeben, sagt Hartmut Reszel.   

Premiere in diesem Jahr ohne Herrn Fuchs

Eigentlich ist die Weihnachtsrevue ohne Herrn Fuchs kaum vorstellbar, denn der ist seit 30 Jahren fester Bestandteil dieser Fuchsrevue. In diesem Jahr allerdings fehlte Herr Fuchs zur Premiere. Darsteller Helmut Rosenkranz hatte sich erkältet und konnte nicht auf der Bühne spielen. "Natürlich warten viele unserer Fans auf Herrn Fuchs und er selbst hat sein großes Fanpublikum, was ihn begrüßt und begeistert feiert. Von daher ist das für uns eine spezielle Situation, dass Polarfuchs Felix komplett alleine in die Rolle springen muss."

Mit dem Spruch "Immer fröhlich, frech und froh, sagt Fuchs Felix euch Hallo", erscheint deshalb Polarfuchs Felix zur Generalprobe und zur Premiere alleine auf der Bühne. "Ich bin natürlich aufgeregt. Wir haben heute Morgen noch versucht, den gesamten Text umzustellen, so dass ich die gesamten Szenen übernehme. Mal schauen, wie mir das gelingen wird." sagt Tillmann Meyer kurz vor der Generalprobe.

Eine Person in einer Umkleide hat sich verkleidet.
Tillmann Meyer spielt den jungen Polarfuchs mit dem roten Schwanz. Bildrechte: Andreas Manke

Diese neue Situation ist zugleich ein kleiner Blick in die Zukunft. Zwar nicht in den nächsten ein- bis zwei Jahren, aber doch in naher Zukunft wird es eine Staffelübergabe geben, und die wird dann Tillman Meyer wesentlich bestreiten, sagt Hartmut Reszel. Aus diesem Grund wird bereits seit 2016 der Jungfuchs Felix als neue Fuchs-Figur aufgebaut. Polarfuchs Felix hat einen roten Schwanz und ist deshalb von den anderen Polarfüchsen nicht richtig angenommen worden. Deshalb hat der alte Herr Fuchs Felix aufgenommen und großgezogen. 

Zur Weihnachtsrevue selbst sei er "wie die Jungfrau zum Kinde" gekommen, sagt Hartmut Reszel. Seine Vorgängerin, Greti Emmer, die den Vorläufer der Weihnachtsrevue "Hoppel Poppel" arrangierte, hatte ihn gefragt, ob er nicht für sie komponieren könne, denn damals gab es noch eine Live-Band. Im Jahr 1988, drei Tage vor der Premiere, war der damalige Orchesterleiter schwer erkrankt, sodass Emmer ihn fragte, ob er sofort übernehmen könne. Genau das passierte dann auch und im Jahr darauf folgte ein Mitmachlied auf der Bühne. Als Emmer dann aufhörte, entwickelten Helmut Rosenkranz und Hartmut Reszel zusammen ab 1992 die Geschichten mit dem Herrn Fuchs – der bis heute lebt.

Ein Mann sitzt in einer Umkleide.
Hartmut Reszel (Musik, Buch, Regie) ist künstlerischer Leiter der Weihnachtsrevue und steht auch regelmäßig, zum Beispiel als Schaffner "Pfiff" mit auf der Bühne. Bildrechte: Andreas Manke

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MDR (Andreas Manke)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 24. November 2023 | 12:40 Uhr

2 Kommentare

hWMr vor 13 Wochen

Einige sind jetzt Choreographinnen , aber auch die Kinder der damaligen Tänzerinnen tanzen heute auf der Bühne. Es gibt auch schon Omas die mit den Enkeln kommen. Sonst gibt es sehr viele, die sich sehr gern an die für sie schönen Zeiten mit dem großen Ensemble im Steintor erinnern. Für viele war es eine tolle Erfahrung, die sie auf ihrem Weg ins Leben und in viele interessante Berufe begleitet haben und die sie nicht missen möchten.

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 13 Wochen



Glückwunsch !


... und was ist aus den jungen Menschen geworden, die vor
30 Jahren das erste Mal auf der Varieté - Bühne standen ?

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