Björn Höcke (AfD, 2. v. r) und Mario Voigt (CDU, r,), Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Thüringen, stehen beim TV-Duell bei Welt TV neben Tatjana Ohm (l), Welt-TV-Chefmoderatorin und Jan Philipp Burgard (2.v.l) Welt-TV Chefredakteur.
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Politik So lief das TV-Duell zwischen Höcke und Voigt

11. April 2024, 21:47 Uhr

Mario Voigt (CDU) und Björn Höcke (AfD) haben sich beim Sender Welt-TV am Donnerstagabend zum Rede-Duell getroffen. Lesen Sie hier nach, wie das Aufeinandertreffen der beiden Thüringer Politiker lief.

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21:30 | Schluss

Das war's. Die Moderatoren verabschieden sich von dem TV-Duell zwischen Voigt und Höcke, das deutlich länger als geplant lief. Mehrmals wiesen sie darauf hin, dass Höcke deutlich mehr Redeanteil hatte.

Zu unserer Berichterstatttung: Hier lesen Sie unsere weiteren Berichte zum TV-Duell: Experten haben das TV-Duell zwischen Voigt und Höcke hier eingeschätzt. Die Pressestimmen haben wir hier zusammengefasst. Eine kurze Zusammenfassung gibt es hier. Von Thüringer Hack bis nach Europa: Den Kommentar zum Duell gibt es hier. Einen Angriff auf einen Reporter von Welt TV gab es nach der Debatte bei einer Liveübertragung in Erfurt.

21:29 | Landtagswahl

Jetzt geht es um die Landtagswahl in Thüringen. Voigt sagt, die Menschen wählten keine Koalitionen, sondern Parteien, die Probleme angehen. Er wolle Ministerpräsident aller Thüringer sein. Mit den "völkischen Ideen" von Höcke wolle er nicht zusammenarbeiten. Aber es dürfe auch nicht so weitergehen - die Linke-Regierung müsse abgelöst werden. Höcke entgegnet: Voigt solle nochmal in sich gehen. "Meine Hand ist weiterhin ausgestreckt. Wir machen eine bürgerlich, konservative, patriotische Wende in Thüringen." Voigt lehnt das Angebot ab, sagt zu Höcke, dass dieser nicht bürgerlich, sondern völkisch, nicht demokratisch, sondern autoritär sei.

21:23 Uhr | Ukraine-Krieg

Voigt sagt, die Ukraine müsse sich verteidigen, sie sei Teil unseres europäischen Kulturraums. Er werbe für diplomatischen Druck, um Frieden zu erreichen. Aber man müsse die Ukraine verteidigungsfähig halten. Höcke fordert, dass dieser Krieg so schnell wie möglich beendet werden müsse. Deutschland müsse seine Brückenfunktion nutzen und zu Friedensgesprächen einladen. Wer Waffen liefere, wolle den Krieg.

21:18 | Antisemitismus

Es geht um Israel und Gaza: Voigt sagt, Antisemitismus sei unerträglich. Man müsse klarstellen, dass das Selbstverteidigungsrecht Israels deutsche Staatsraison sei. Die christliche und jüdische Geschichte sei eng miteinander verbunden. Deshalb sei ihm beim Thema illegale Einwanderung wichtig, dass dort null Toleranz herrsche. Höcke behauptet, es gebe wenig Antisemitismus in der deutschen Bevölkerung. Er fordert, man dürfe keine Menschen muslimischen Glaubens mehr aufnehmen - auch wenn es im Einzelfall Ausnahmen gebe. Moderatorin Tatjana Ohm fragt laut: "Sie stellen Millionen von Muslimen unter Generalverdacht?".

21:05 | Es geht um "Hass"

Voigt sagt: "Ich liebe mein Land, aber ich hasse keine anderen." - in Anspielung, was ihn von Höcke unterscheide. Der AfD-Politiker entgegnet, Hass sei ihm fremd. Er sei schließlich jahrelang Vertrauenslehrer gewesen.

21:00 | Buchenwald-Befreiung

Es geht um den heutigen Gedenktag. Voigt sagt, er sei in Zimmritz aufgewachsen, habe ständig den Glockenturm gesehen. Und er werde Sonntag wieder bei der Gedenkfeier dabei sein. Höcke spricht von einem wichtigen Gedenktag. Er würde ihn gern in Buchenwald begehen - aber die AfD habe Hausverbot.

Zwei Männer in einem Fernsehstudio.
Ursprünglich war das Duell Höcke vs. Voigt für 45 Minuten angesetzt. Die Moderatoren überzogen um eine halbe Stunde. Bildrechte: picture alliance/dpa | Michael Kappeler

20:58 | Schlagabtausch

Das TV-Duell neigt sich dem eigentlich angedachten Ende zu, läuft aber deutlich länger. Voigt: "Ich hätte gedacht, dass sie den Mumm haben, zu ihren Thesen zu stehen." Höcke: "Sie riskieren hier die große Lippe." Dabei sei die CDU verantwortlich für unsere Lage.

20:52 | Ausweise-Pläne

Über Ausweise- und Abschiebe-Pläne will Höcke ungern reden, als Voigt ihn auf seine "Remigrationspläne" anspricht. Höcke antwortet, dass er ausgewanderte deutsche Menschen zurückholen wolle nach Thüringen. Voigt zitiert aus Höckes Reden und Texten - und spricht von "menschenunwürdigen Vorstellungen".

20:48 | Fachkräfte

Höcke sagt, Thüringen müsse wieder attraktiv werden - vor allem für Menschen, die weggezogen sind. Voigt entgegnet: Fachkräfteanwerbung funktioniere nur mit Weltoffenheit - das funktioniere nicht mit einem "Reichskanzler Höcke". Höcke darauf: "Nun werden sie radikalpopulistisch." Er habe nichts gegen ausländische Ärzte. Aber viele machten einen Bogen um dieses Land.

20:45 | Migration

Voigt sagt, die illegale Migration sei ein Riesenproblem. Er fordert konsequentes Abschieben und den Außenschutz an den Grenzen. Wer sich an Arbeit und Gesetz hält und hier sein darf, der könne bleiben. Wer das nicht tut, gehe. Die AfD habe einen einzigen Landrat in Deutschland - in Sonneberg. Aber hier gebe es noch keine Bezahlkarte, keine Arbeitsverpflichtung, so Voigt.

Höcke macht die CDU für die Verhältnisse in der Migration verantwortlich. Die Bundeskanzlerin habe die Grenzen geöffnet beziehungsweise nicht geschlossen. Sie habe das Land an den Kollaps geführt. Höcke will vor allem Sozialleistungen für Migranten herunterfahren und so ein Signal in die Welt setzen, wie er sagt.

20:38 | Es wird hitzig

Nun wird's thüringisch und hitzig, es geht um Begrifflichkeiten. Heißt es Gehacktes- oder Mett-Brötchen? Die Moderatoren führen zurück zum Thema.

Björn Höcke (AfD, l) und Mario Voigt (CDU, r), Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Thüringen, stehen beim TV-Duell bei Welt TV.
Höcke und Voigt hatten sich auf der Plattform X zum Duell verabredet. Bildrechte: picture alliance/dpa | Michael Kappeler

20:35 | Wirtschaft

Es geht um die Themen Haushalt und Sparen. Höcke hat Einsparpotential in der Entwicklungshilfe und Migrationspolitik ausgemacht. 70 bis 80 Milliarden Euro wären da mindestens drin, behauptet er. Voigt will Gerechtigkeit am Arbeitsmarkt. Wer arbeitet, müsse mehr haben als jemand, der nicht arbeitet. Auch dürfe das Bürgergeld nicht so hoch sein, dass sich Arbeit nicht mehr lohne.

20:25 | Die Europäische Union

Höcke hält die EU für verzichtbar und will einen lockeren Bund der europäischen Staaten mit einem gemeinsamen Markt und Schutz der Außengrenzen. Die EU sei ein Europa der Lobbyisten und Großkonzerne, es ist nicht das Europa, das die AfD wolle.

Voigt hält dagegen: Er will, dass die EU und Europa leben - denn er wolle das Beste für Deutschland. Frieden, Wohlstand, Sicherheit - über 70 Jahre gebe es Stabilität. Perfekt sei die EU nicht. Die EU könnte in großen Dingen mehr bewegen und in kleinen weniger. Doch das Ende der EU wäre eine Katastrophe für uns.

20:18 | Die Themen

Es geht um folgende Themen: Europa, Migration und Erinnerungskultur.

20:17 | Die Moderatoren

Moderiert wird das Duell übrigens von Tatjana Ohm und Jan Philipp Burgard von "Welt TV".

20:15 | Eine Chance für Voigt?

Es gibt aber auch andere Stimmen. Der Politikwissenschaftler Oliver Lembcke sieht im TV-Duell eine Chance für Voigt, Höcke öffentlich zu demaskieren.

20:14 | Die Ausgangslage

An dem Duell gab es im Vorfeld viel Kritik. Einerseits jährt sich am heutigen Donnerstag die Befreiung der NS-Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora. Mario Voigt musste sich außerdem den Vorwurf gefallen lassen, dass es nichts bringe, mit einem Rechtsextremen ein öffentliches Wortgefecht auszutragen. Der Verfassungsschutz stuft die Thüringer AfD als gesichert rechtsextrem ein.

20:12 | Kleiner Rückblick

Voigt hatte in einem "Welt"-Interview gesagt, Höcke wolle Europa sterben lassen - wohl in Anspielung auf Höckes Satz "Diese EU muss sterben, damit das wahre Europa leben kann". Höcke drohte mit einer Unterlassungsklage, schlug aber kurz danach ein Streitgespräch vor, auf das sich Voigt einließ.

20:10 | Das Duell

Guten Abend und herzlich willkommen! Ab 20:15 Uhr treten die beiden Thüringer Landes- und Fraktionschefs Mario Voigt (CDU) und Björn Höcke (AfD) bei "Welt TV" zu einem etwa 45-minütigen Rededuell gegeneinander an. Wir berichten hier live von der Diskussion.

Anmerkung der Redaktion: Das TV-Duell zwischen Mario Voigt und Björn Höcke am Donnerstagabend ist unter dem Hauptartikel "Was ist gut für Thüringen? - Höcke und Voigt liefern sich Schlagabtausch" kommentierbar, um die Diskussion zu bündeln.

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MDR (sar)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 12. April 2024 | 19:00 Uhr

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