Christopher Street Day Nach CSD in Halle: Vorwürfe gegen die Polizei

Rund 2.000 Menschen hatten am vergangenen Samstag beim Christopher Street Day in Halle teilgenommen. Nun haben die Veranstalter scharfe Kritik am Verhalten der Polizei geübt. Unter anderem sei man dazu gedrängt worden, die Lautstärke zugunsten einer parallelen Kundgebung mit dem Rechtsextremisten Sven Liebich zu reduzieren.

Mensch mit Regeonbogenflaggen über die Schulten gelegt stehen auf dem Markplatz in Halle vor einer Bühne.
Beim CSD in Halle hatte es unter anderem eine Parade durch die Stadt und ein Fest auf dem Marktplatz gegeben. Bildrechte: MDR/Cynthia Seidel

Nach dem Christopher Street Day am vergangenen Samstag in Halle erhebt der Veranstalter, die Aids-Hilfe Halle, Vorwürfe gegen die Polizei. In einer Mitteilung heißt es, es sei nicht hinnehmbar, dass der stadtbekannte Rechtsextremist Sven Liebich seine Kundgebung unmittelbar neben dem Straßenfest am Marktplatz abhalten durfte. Liebich falle "immer wieder durch stark sexualisierte Sprache auf" und sei dafür bekannt, "die queere Community zu beleidigen".

Veranstalter sollten offenbar Lautstärke reduzieren

Der Rechtsextremist habe CSD-Teilnehmende am Samstag beleidigt und herabgewürdigt, die Polizei sei aber nicht eingeschritten. Beamte seien allerdings gegen CSD-Teilnehmende vorgegangen, die ihrerseits den Rechtsextremisten beleidigt haben sollen. Von ihnen seien auch die Personalien aufgenommen worden, berichtete Marcel Dörrer, Vorstandsvorsitzender der Aids-Hilfe Halle.

Zudem seien die Veranstaltenden "im Sinne eines 'Kompromisses' dazu gedrängt" worden, die Lautstärke deutlich zu reduzieren, "damit der Rechtsextremist seinen Hass ungestört verbreiten kann". Die Aids-Hilfe beklagte auch, dass der CSD-Demonstrationszug eine halbe Stunde lang angehalten wurde, um ein unmittelbares Zusammentreffen von CSD und Rechten zu verhindern – was jedoch misslang.

Auch das Bündnis "Halle gegen Rechts" kritisierte auf Twitter das Vorgehen der Polizei.

Polizei arbeitet Einsatz noch auf

Michael Ripke, Pressesprecher der Polizeiinspektion Halle, sagte MDR-SACHSEN-ANHALT: "Das Statement der Organisatoren des CSD ist der Polizei bekannt. Der Einsatz wird derzeit intensiv nachbereitet."

Auf dem Marktplatz in Halle ist am Rande des Christopher Street Day auch ein aufgestelltes, mannshohes Regenbogen-Herz zerstört worden. Die Polizei ermittelt in diesem Zusammenhang gegen zwei Männer, weist Rückschlüsse einer Zugehörigkeit zum rechten Spektrum allerdings zurück. Am Christopher Street Day in Halle hatten sich rund 2.000 Menschen beteiligt.

MDR (Marc Weyrich, Felix Fahnert)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 13. September 2022 | 17:00 Uhr

29 Kommentare

harzer vor 2 Wochen

Simone; Harzer 66, ist das nicht eine Beleidigung ? Wenn Sie mich so nennen würden, wäre eine Anzeige fällig! Ich schreibe auch Wahrheiten, die manchen nicht passen, MDR hat mich auch schon öfters gesperrt, meine Ansichten gehen eigentlich keinen was an! Nur zur Info , war in der DDR in Neuen Forum, kein Rechter!

Norbert 56 NRW vor 2 Wochen

Da sieht man halt wieder das Minderheiten in D die größte Klappe haben dürfen, insbesondere im aktuellen Mainstream. Ob die Mehrheit das will oder nicht, sie hat es einfach hinzu nehmen.

Saxe vor 2 Wochen

Da wird niemand in den Vordergrund geschoben. Der MDR berichtet einfach nur über eine Beschwerde eines Veranstalters. Dass der namentlich genannt wird ist kein "in den Vordergrund schieben" sondern einfach Teil des Journalismus. Der Artikel übernimmt überhaupt keine Wertung, sondern gibt einfach Positionen wieder wieder (Kenntlich gemacht durch die indirekte Rede).

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