Der Firefighter fährt einen Hang hoch, neben ihm laufen Feuerwehrmänner.
Am Dienstag probte die Feuerwehr erstmals den Umgang mit der neuen Technik im Wald. Bildrechte: MDR/Katja Bomeier

Trockenheit und Hitze "Firefighter": Thüringen rüstet sich mit neuer Technik gegen Waldbrände

29. März 2023, 08:20 Uhr

In Thüringen brennen immer häufiger Waldflächen. Sie zu löschen, ist schwierig und gefährlich. Die Landesforstanstalt hat daher in den vergangenen Jahren bereits mehrere Millionen Euro in die Waldbrand-Bekämpfung investiert. Nun hat sie auch noch zwei sogenannte "Firefighter" im Arsenal.

Die Landesforstanstalt rüstet im Kampf gegen Waldbrände technisch auf. Für 260.000 Euro sei neue Löschtechnik angeschafft worden, teilte die Behörde am Dienstag mit. Die beiden sogenannten "Firefighter" könnten jeweils 10.000 Liter Löschwasser fassen und mit einer Hochdruckpumpe rund 50 Meter weit spritzen. Die beiden Tanks stünden auf Stahlrohrgestellen, die auf Forstfahrzeuge aufgesattelt werden könnten.

Neue Technik im Ilm-Kreis und im Kyffhäuser-Kreis stationiert

Die neue Technik wurde am Dienstag in Gehren (Ilm-Kreis) erstmals in einer Feuerwehrübung getestet. Neben Gehren ist die andere Einheit den Angaben nach in Sondershausen stationiert. Um die Bereitstellung von Löschwasser im Wald zu verbessern, hat die Landesforstanstalt schon seit 2019 rund 1,6 Millionen Euro in Löschwasserteiche investiert. Zudem sei die Erneuerung der Depots für Waldbrandwerkzeuge in Angriff genommen worden. Für die Überwachung von Glutnestern in gelöschten Waldbrandflächen stünden den Forstleuten seit wenigen Wochen auch spezielle Wärmebildkameras zur Verfügung.

Hitzetage sorgen für immer mehr Waldbrände

Im vergangenen Jahr wurden laut Thüringenforst im Staatswald 69 Waldbrände auf einer Fläche von mehr als 22 Hektar verzeichnet. Das sei die höchste Anzahl an Waldbränden seit mehr als zehn Jahren. Der Klimawandel und seine Folgen sorgen für eine Zunahme von Hitzetagen im Sommer sowie von Trockenheit und Witterungsextremen wie Blitzschlag. Klimaforscher verweisen darauf, dass die Waldbrandgefahr auch in Deutschland steigen wird.

Für die Verbesserung ihrer Waldbrand-Ausrüstung hat die Landesforstanstalt daher in den vergangenen Jahren bereits mehrere Millionen Euro aufgebracht. Die Waldbrandsaison dauert gewöhnlich von März bis Oktober.

Mehr zu Waldbrand und Klimawandel in Thüringen

MDR (DS)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Johannes und der Morgenhahn | 29. März 2023 | 07:15 Uhr

15 Kommentare

Eulenspiegel am 30.03.2023

Hallo Frau K.
Hier geht es um die Folgen des Klimawandels.
Und letztlich sind alle Wälder betroffen. Der Mischwald wie die Monokultur. Nur die Monokultur ein bisschen stärker.

knarf am 30.03.2023

Frau K:Ihre richtigen Erkenntnisse über das Fehlverhalten in der Forstwirtschaft sind noch verhältnismäßig "jung"im Vergleich wann unsere Monokulturen z.B.die Fichtenwälder gepflanzt wurden.

Frau K. am 30.03.2023

@knarf
Monokulturen anzubauen, mit schwerem Gerät in ihre Plantagen reinzufahren, der den Boden derart verdichtet, dass er seine Wasserspeicherfähigkeit verliert und viele Wälder sind zudem noch melioriert wurden.

Mehr aus der Region Gotha - Arnstadt - Ilmenau

Mehr aus Thüringen

Nachrichten

Für den Impfstatus von Kinderrn sind vor allem die Eltern verantwortlich. Bild: Kind mit Rucksack an der Hand eines Erwachsenen
Für den Impfstatus von Kinderrn sind vor allem die Eltern verantwortlich. Bildrechte: IMAGO/Michael Gstettenbauer