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Was ist beim Anschlag von Halle (Saale) passiert?

Am 9. Oktober 2019 fährt ein schwer bewaffneter Mann gegen Mittag an der Synagoge in Halle vor. Während im Inneren der Synagoge rund 50 Gläubige den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur begehen, eröffnet der Mann das Feuer auf die Tür der Synagoge. Der Vorsteher der Gemeinde kann die Tat über eine Kamera beobachten und verständigt die Polizei. Als der Attentäter daran scheitert, in die Synagoge zu gelangen, fährt er weiter und tötet auf seinem Weg eine Passantin. In einem Döner-Imbiss eröffnet der Attentäter das Feuer und tötet einen Imbissgast. Anschließend ergreift er die Flucht.

Wenig später geht bei der Polizei die Meldung über eine Schießerei in Wiedersdorf bei Landsberg im Saalekreis ein. Dort wechselt der Täter den Fluchtwagen, stiehlt aus einer Werkstatt ein Taxi und flieht in Richtung Autobahn 9. Auf der Bundesstraße 91 kollidiert er mit einem Lkw. Polizisten nehmen den Mann fest. Die Polizei gibt erst deutlich später Entwarnung, weil sie zu diesem Zeitpunkt noch davon ausgeht, es mit mehreren Tätern zu tun zu haben.

Wer waren die Opfer beim Attentat von Halle?

Das Attentat von Halle hat unzählige Menschen traumatisiert – in Halle, aber auch in Wiedersdorf. Ihre Zahl lässt sich nur schwer beziffern. Zwei Menschen hat der Attentäter getötet: Die 40 Jahre alte Passantin Jana L. wurde vom Attentäter auf offener Straße erschossen, der 20 Jahre alte Imbissgast und HFC-Fan Kevin S. in einem Döner-Imbiss. Bei der Schießerei später bei Landsberg verletzt der Attentäter eine Frau und einen Mann schwer. Beide mussten notoperiert werden.

Wer war der Täter beim Attentat von Halle?

Bei dem Attentäter handelt es sich um einen zum damaligen Zeitpunkt 27 Jahre alten Deutschen. Er wuchs in der Nähe von Halle auf, in Benndorf im Landkreis Mansfeld-Südharz. Wie Sachverständige vor Gericht belegten, speiste der Attentäter seine antisemitische und rassistische Ideologie aus einem weltweit im Internet verknüpften Netz aus ideologisch Gleichgesinnten. Radikalisiert hatte er sich auf einschlägigen sogenannten Imageboards. Er selbst erklärt, das Attentat im neuseeländischen Christchurch im März 2019 sei ein Auslöser für seine eigene Tat in Halle gewesen.

Wie ist der Prozess nach dem Anschlag von Halle abgelaufen?

Der Prozess gegen den Attentäter von Halle begann am 21. Juli 2020, neun Monate nach der Tat. Verhandelt wurde aus Platzgründen in einem Saal des Landgerichts in Magdeburg. Zuständig war aber der erste Strafsenat des Oberlandesgerichts Naumburg. Bereits am ersten Prozesstag gestand der Angeklagte, zwei Menschen erschossen zu haben. Reue zeigte er nicht. Insgesamt wurde an 26 Tagen verhandelt, bis im Dezember 2020 das Urteil gesprochen wurde.

Chronik: Die wichtigsten Ereignisse des Prozesses

Wie ist das Urteil beim Attentat von Halle ausgefallen?

Am 21. Dezember 2020 wird der Attentäter zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt, wegen zweifachen Mordes und des versuchten Mordes in zahlreichen Fällen. Die Richter stellten die besondere Schwere der Schuld fest. Damit sprachen sie dem Attentäter die Höchstrafe aus. Weil das Gericht den Mann als voll schuldfähig einstufte, ist eine vorzeitige Entlassung aus der Haft ausgeschlossen. Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig.

Was hat sich an der Synagoge seit dem Anschlag von Halle verändert?

Schon kurz nach dem Attentat hatte eine Debatte über den besseren Schutz jüdischer Gotteshäuser begonnen. Die hallesche Synagoge war zum Zeitpunkt des Attentats nicht von der Polizei bewacht worden. Das hatte zu starker Kritik an Sachsen-Anhalts damaligem Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) geführt. Seit dem Attentat wird die Synagoge rund um die Uhr von Polizisten bewacht. Auch über die Ermittlungsarbeit der Polizei wurde seither viel diskutiert.

Der Prozess

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Trauer und Anteilnahme

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Die Ermittlungen

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