Fragen und Antworten Was Sie über die Laga 2024 in Bad Dürrenberg wissen müssen

19. April 2024, 09:59 Uhr

Die Landesgartenschau 2024 findet von April bis Oktober in Bad Dürrenberg im Saalekreis statt. Es ist die erste seit 2018. Vor dem Start gab es einige Hindernisse zu überwinden. MDR SACHSEN-ANHALT präsentiert die Laga in Bad Dürrenberg und beantwortet hier Ihre wichtigsten Fragen.

Wann findet die Laga statt?

Die Landesgartenschau in Bad Dürrenberg wird am 19. April eröffnet und steht unter dem Motto "Salzkristall und Blütenzauber". 178 Tage lang können sich die Besuchenden dann bis zum 13. Oktober neben der Gartenausstellung auch auf zahlreiche Veranstaltungen freuen.

Wo gibt es Tickets und was kosten sie?

In Bad Dürrenberg und Umgebung werden Tickets in mehreren Supermärkten und zahlreichen touristischen Einrichtungen angeboten. Eine Übersicht der Verkaufsstellen gibt es hier.

Außerdem können die Tickets auch online oder telefonisch unter 0361 / 227 5 227 bestellt werden.

  • Tageskarten kosten regulär 19 Euro.
  • Ermäßigte Tickets sind ab 17 Euro zu haben.
  • Junge Erwachsene zwischen 16 und 25 zahlen 10 Euro.
  • Für Kinder und Jugendliche unter 16 ist der Eintritt frei. Ab einem Alter von 4 Jahren benötigen Kinder dennoch eine eigene Eintrittskarte.

Außerdem werden auch Dauerkarten angeboten. Diese kosten regulär 115 Euro, ermäßigt 90 Euro und für junge Erwachsene 60 Euro. Bis Ende Februar sind die Dauerkarten im Vorverkauf noch deutlich günstiger zu haben.

Gruppentickets sind ebenfalls verfügbar und kosten pro Person etwas weniger als der reguläre Eintrittspreis.

Warum lohnt sich ein Besuch in Bad Dürrenberg?

Die Geschichte der Stadt oder zumindest erster Siedlungen lässt sich mindestens 9.000 Jahre zurückdatieren. Das belegen Funde eines Skeletts aus dieser Epoche, welches in der Neuzeit als Schamanin von Bad Dürrenberg Berühmtheit erlangte. Die Überreste der Schamanin werden im Rahmen der Laga präsentiert.

Schädel und Knochen der Schamanin von Bad Dürrenberg
Die Überreste der Schamanin von Bad Dürrenberg Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Große Bekanntheit genießt Bad Dürrenberg außerdem für sein Gradierwerk. Ursprünglich war es knapp zwei Kilometer lang. 636 Meter Länge und zwölf Meter Höhe misst das imposante Bauwerk noch heute. Damit ist es noch immer das größte zusammenhängende Gradierwerk Deutschlands und zugleich das Herzstück der Landesgartenschau. Der zehn Hektar große Kurpark, der das Gradierwerk umgibt, ist seit 2017 Teil des Netzwerks "Gartenträume – Historische Parks in Sachsen-Anhalt" und zählt nach Ansicht des Laga-Teams zu den schönsten historischen Parkanlagen Sachsen-Anhalts.

Gradierwerk in Bad Dürrenberg
Das Gradierwerk in Bad Dürrenberg ist das größte zusammenhängende in Deutschland. Bildrechte: imago images/Steffen Schellhorn

Schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts erfreute sich die Saalestadt bei gesundheitsbewussten und heilungsbedürftigen Bade- und Kurgästen großer Beliebtheit, heißt es auf der Internetseite des Veranstalters. Ein Umstand, an dem sich bis heute nichts geändert hat. Jährlich würden zehntausende Besucher den Park besuchen und zudem die Heilwirkung der Sole aus dem Gradierwerk genießen.

Auch die Saale selbst prägt den kleinen Ort. Da sich das Ausstellungsgelände direkt am Ufer befindet, spielt auch die Saale eine wichtige Rolle für die Gartenschau. Die Kombination all dieser Faktoren macht Bad Dürrenberg zu einem lohnenswerten Ziel für Besuchende – auch außerhalb der Landesgartenschau.

Welche Veranstaltungen sind während der Landesgartenschau geplant?

Die Landesgartenschau wirbt mit außergewöhnlichen Aktivitäten für einen Besuch. Etwa:

  • Inszenierungen im ältesten Kohlebahntunnel Deutschlands: 188 Jahre Geschichte auf 110 m Länge
  • Novalis-Bibliothek: Begegnungen und Erlebnisse im Freien
  • Eine Reise in die Vergangenheit – in die Alt- und Mittelsteinzeit, zur berühmten Schamanin und in das frühe und späte Mittelalter

Während der sechsmonatigen Schau sind unzählige Veranstaltungen geplant. Dabei stehen nach Angaben der Organisatoren zahlreiche musikalische Aktivitäten auf der Agenda, darunter ein Auftritt des Landespolizeiorchesters, gemeinsames Volksliedersingen, Präsentationen von Chören und Musikschulen aus der Region, Showprogramme regionaler Tanzschulen oder ein Abend mit der JazzBigBand. Ein Höhepunkt im Veranstaltungskalender ist zweifellos der MDR-Musiksommer am 17. August.

Mit verschiedenen Angeboten sollen unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden. Für Kinder wurden verschiedene Abenteuerspielplätze eingerichtet. Für Jugendliche sind unter anderem eine Berufsmesse und ein Poetry Slam geplant. Familien können sich neben der Landesgartenschau auch auf einen Blaulicht-Tag, Gesundheitstage oder Mitmachkonzerte freuen. Themenwochen rücken zum Beispiel regionalen Wein oder gesunde Ernährung für einige Tage in den Mittelpunkt.

Eine Übersicht der geplanten Aktivitäten finden Sie hier.

Was ist zum MDR-Musiksommer geplant?

Der MDR-Musiksommer zur Landesgartenschau findet am 17. August statt. Auf dem Gelände der Landesgartenschau präsentieren die Leipziger Blechbläser von Brass 1 dann unter anderem Werke von George Gershwin, Richard Wagner, Bedřich Smetana oder Nikolai Rimski-Korsakow.

Tickets für das Konzert auf dem Laga-Gelände und weitere Veranstaltungen des MDR-Musiksommers bekommen Sie hier.

Online: mdr-tickets.de
Telefonisch: 0341 - 94 67 66 99
Vor Ort: Tourist-Information Merseburg (Burgstraße 5 | 06217 Merseburg)

Was kostet die Landesgartenschau?

Die Laga in Bad Dürrenberg wird mehr als 50 Millionen Euro kosten. Das hat der Bürgermeister der Solestadt, Christoph Schulze (CDU), MDR SACHSEN-ANHALT auf Nachfrage mitgeteilt. So würden sich allein die Kosten für die Durchführung der Landesgartenschau auf zwölf Millionen Euro belaufen.

Hinzu kämen Investitionskosten von 39,1 Millionen Euro. Für die notwendigen Investitionen stemme die Stadt einen Eigenanteil von 8,3 Millionen Euro. "Die Differenzsumme entfällt zum größten Teil auf das Land Sachsen-Anhalt", so Schulze. Enthalten seien aber auch Bundesmittel.

Anfahrt zur Landesgartenschau und Parken

Wie die Organisatoren vorab mitteilten, stehen direkt vor dem Eingang 300 Auto-Parkplätze zur Verfügung. Sollten diese voll sein, gebe es in Bad Dürrenberg nochmals 500 weitere Parkplätze. Das Tagesticket fürs Parken kostet den Angaben nach 5 Euro. Ein Parkleitsystem sei bereits eingerichtet. 
Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Laga anreisen will, kann von Halle aus die Straßenbahn-Linie 5 nehmen. Sie braucht laut Fahrplan etwas mehr als eine Stunde.

Eigentlich sollte die Laga schon 2022 stattfinden. Warum wurde sie verschoben?

Ursprünglich sollte die Landesgartenschau in Bad Dürrenberg bereits im Frühjahr 2022 stattfinden. Der Termin wurde aufgrund von Verzögerungen durch Corona zunächst auf 2023 verschoben. Im Juni 2022 hatte Bad Dürrenbergs Bürgermeister Christoph Schulze (CDU) dann angekündigt, dass der Termin auf 2024 verschoben werden muss. Als Gründe nannte er Probleme durch die Corona-Pandemie, verzögerte Baumaßnahmen und die verspätete Bereitstellung von zusätzlichen Fördermitteln durch das Land.

Wie nachhaltig ist eine Landesgartenschau für die Ausrichterorte?

In Sachsen-Anhalt fanden Landesgartenschauen in Zeitz (2004), Wernigerode (2006), Aschersleben (2010) und Burg (2018) statt. Magdeburg (1999) und Havelberg (2015) waren Ausrichter beziehungsweise Teilausrichter von Bundesgartenschauen. Überall wurden Millionen in die Parkanlagen und die Infrastruktur investiert. Davon haben die Menschen in diesen Städten unmittelbar profitiert. Die damals hergerichteten Parks und Gärten werden bis heute genutzt und erfreuen sich bei den Bewohnerinnen und Bewohnern der Städte großer Beliebtheit – etwa im Elbauenpark in Magdeburg.

Jahrtausendturm im Elbauenpark in Magdeburg
Der Elbauenpark in Magdeburg wurde für die Buga 1999 hergerichtet. Bildrechte: IMAGO / Hanke

Auch Aschersleben hat von der Landesgartenschau 2010 langfristig profitiert, erinnert sich MDR-Reporter Tom Gräbe. Für die Blumenschau wurden seinerzeit nicht nur heruntergekommene Parks saniert, sondern auch das Außengelände einer ehemaligen, innerstädtischen Fabrikbrache – der Bestehornpark. Heute ist er ein Bildungscampus mit mehreren Schulen mitten in der Stadt. Entstanden ist ein grünes Band, das sich vom Bahnhof bis in den Süden der Stadt zieht. Die Verbindung von Gartenschau und Stadtumbau ist also gelungen..

Durch die Blumenschau ist Aschersleben als Reise- und Ausflugsziel bekannt geworden. Die Übernachtungszahlen haben sich von der Landesgartenschau bis 2019 mehr als verdoppelt – von 18.000 auf über 41.000. Was bleibt ist allerdings auch ein großer Pflegeaufwand für die Parks. Ein Dauer-Problem ist zudem der Vandalismus auf den Flächen.

Blick nach Burg

Wie nachhaltig so eine Landesgartenschau für die Ausrichterstadt ist, zeigt auch ein Blick nach Burg im Jerichower Land. Dort wurden 23 Millionen Euro in die Infrastruktur und weitere 17 Millionen in die Umgestaltung der vier Kernflächen der Laga investiert. Das Stadtbild hat sich dadurch erheblich verändert, einigen brachliegenden Flächen wurde damit neues Leben eingehaucht.

Die Anlagen werden bis heute rege genutzt. Neben der alltäglichen Erholung kommen die Menschen auch, um Konzerte oder andere Veranstaltungen zu besuchen. Doch die Stadt Burg hat immer wieder mit Vandalismus auf den früheren Laga-Flächen zu kämpfen. Zudem ist jährlich eine hohe sechsstellige Summe erforderlich, um die Gartenanlagen in Schuss zu halten. Es ist fraglich, ob sich die Kommune diese Kosten auf Dauer leisten kann und will, um die Flächen der Landesgartenschau von 2018 im bisherigen Maß in Schuss zu halten.

Tulpenfeld in Schwaneberg bei Magdeburg 45 min
Bildrechte: MDR/Jim Günther

MDR (Oliver Leiste) | Erstmals veröffentlicht am 08.02.2024

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 16. April 2024 | 08:10 Uhr

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