Auf diesem vom Pressebüro des ukrainischen Präsidenten via AP zur Verfügung gestellten Foto inspiziert Wolodymyr Selenkyj, Präsident der Ukraine, die Befestigungslinien in der Region von Charkiw.
Der ukrainische Präsident Selenskyj hat am Dienstag die stark unter Beschuss stehende Region Charkiw besucht. Bildrechte: picture alliance/dpa/Ukrainian Presidential Press Office/AP

Ukraine-News Selenskyj besucht Frontstellungen in der Region Charkiw

09. April 2024, 20:35 Uhr

Diese Ukraine-News vom Dienstag, 9. April sind beendet.

Ukraine-News vom Dienstag, 9. April 2024

20:35 Uhr | Ukraine attackiert Fliegerausbildungszentrum in Russland

Die Ukraine hat in der Nacht zum Dienstag ein Fliegerausbildungszentrum in der westrussischen Region Woronesch mit Drohnen angegriffen. Laut ukrainischen Medien richteten die Einschläge "erheblichen Schaden in der Hauptproduktionshalle" des Lehrzentrums in der Stadt Borissoglebsk an. Der ukrainische Militärgeheimdienst hat sich demnach bereits zum Angriff bekannt. Russische Medien berichteten hingegen lediglich von kaputten Fenstern und leichten Schäden an der Fassade.

18:28 Uhr | USA sendet beschlagnahmte iranische Waffen in die Ukraine

Die USA haben nach Angaben ihres Militärs der Ukraine iranische Kleinwaffen und Munition geliefert, die für die Huthi-Rebellen im Jemen bestimmt waren. Die Rüstungsgüter seien zwischen Mai 2021 und Februar 2023 von vier "staatenlosen Schiffen" beschlagnahmt worden, auf denen sie von den iranischen Revolutionsgarden an die jemenitische Miliz weitergeleitet werden sollten, erklärte das für den Nahen Osten zuständige Zentralkommando des US-Militärs Centcom am Dienstag.

Die USA hätten letzte Woche mehr als 5.000 Maschinengewehre, Scharfschützengewehre und Panzerabwehrhandwaffen sowie mehr als 500.000 Schuss Munition an die ukrainischen Streitkräfte übergeben, erläuterte Centcom. "Diese Waffen werden der Ukraine helfen, sich gegen die russische Invasion zu verteidigen" und reichten aus, um eine Brigade auszurüsten, hieß es.

18:14 Uhr | Zahl getöteter Zivilisten in der Ukraine gestiegen

Im März sind der UN-Beobachtungsmission zufolge in der Ukraine mindestens 604 Zivilisten getötet oder verletzt wurden. Dies entspreche einem Anstieg von 20 Prozent gegenüber Februar, teilt das UN-Menschenrechtsbüro mit. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in der vergangenen Woche gesagt, dass Russland allein im März über 3.000 gelenkte Luftbomben, 600 Drohnen und 400 Raketen auf die Ukraine abgefeuert habe.

18:08 Uhr | Selenskyj besucht Frontstellungen im Nordosten der Ukraine

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat an der Front im Nordosten der Ukraine mehrere Verteidigungsanlagen besucht. Wie das Präsidialamt in Kiew am Dienstag mitteilte, stattete Selenskyj Stellungen der Armee in der Region Charkiw einen Besuch ab. "Die Russen müssen sehen, dass wir bereit sind, uns zu verteidigen", erklärte Selenskyj auf Telegram. Der Präsident warf Russland vor, über die Raketenangriffe und Bombardierungen von Charkiw und Umgebung die Menschen aus der Millionenstadt und der Region vertreiben zu wollen.

Auf diesem vom Pressebüro des ukrainischen Präsidenten zur Verfügung gestellten Foto inspiziert der ukrainische PräsidentWolodymyr Selenskyj (vorne r) die Befestigungslinien in der Region Tschernihiw.
Die Region Charkiw sei "sehr wichtig", erklärte Selenskyj auf Telegram. Bildrechte: picture alliance/dpa/Ukrainian Presidential Press Office | Uncredited

Seit dem Scheitern ihrer Gegenoffensive im Sommer 2023 sieht sich die ukrainische Armee mit russischen Angriffen im Nordosten, Osten und Süden des Landes konfrontiert. Zur Verteidigung dagegen haben die Soldaten damit begonnen, Schützengräben auszuheben und Verteidigungslinien aufzubauen, um einen russischen Durchbruch zu verhindern. In der Region Charkiw greift Russland die ukrainischen Stellungen insbesondere im Bezirk Kupjansk an. Die Millionenstadt Charkiw selbst, die zweitgrößte Stadt der Ukraine, wird regelmäßig von Russland bombardiert.

16:50 Uhr | Russland und China wollen "strategische Zusammenarbeit" ausbauen

In Peking haben sich die Außenminister Chinas und Russlands für eine Stärkung der strategischen Zusammenarbeit ihrer Länder ausgesprochen. "Peking und Moskau werden die strategische Zusammenarbeit auf der Weltbühne weiter stärken und sich gegenseitig kräftig unterstützen", sagte Chinas Außenminister Wang Yi laut der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti am Dienstag. China werde die "stabile Entwicklung unter der Führung von Putin unterstützen", sicherte Wang der russischen Seite zu.

Thema der Gespräche zwischen den beiden Außenministern waren laut Wang auch die Konflikte in der Ukraine und im Gazastreifen. China werde weiterhin eine "konstruktive Rolle" auf der internationalen Bühne spielen und "nie Öl ins Feuer gießen". Beide Nationen müssten sich gegen das "Denken des Kalten Krieges" stellen, gegen "Hegemonie, Tyrannei und Schikane".

Lawrow kritisierte westliche Sanktionen als "unrechtmäßig". Diese würden internationale Normen grob verletzen. "Diese Art der Politik wird zunehmend auch auf China angewendet", betonte der russische Außenminister. Der Westen behindere Chinas "wirtschaftliche und technologische Entwicklungsmöglichkeiten", um sich der Konkurrenz zu entledigen.

15:42 Uhr | Baerbock will mehr Patriot-Systeme für die Ukraine

Die Ukraine soll nach dem Willen von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock zusätzliche Luftabwehrsysteme vom Typ Patriot bekommen. Es müsse "alles" dafür getan werden, diese Systeme in die Ukraine zu bringen, sagte Baerbock am Dienstag in Berlin. Die Bestände der Bundesregierung seien zwar "erschöpft". Deshalb brauche es eine Übersicht aller Patriot-Systeme in Europa und weltweit, um zu sehen, von wo man der Ukraine schnell etwas liefern könne.

Baerbock sagte, sie hoffe, dass es dazu weitere Informationen auf einem Treffen der G7-Außenminister geben werde, das kommende Woche auf der italienischen Insel Capri geplant ist. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Ende März angesichts massiver russischer Raketenangriffe in der Ukraine die westlichen Verbündeten dazu aufgerufen, insbesondere Patriot-Systeme zu liefern.

15:31 Uhr | Zwei Tote nach ukrainischen Angriffen auf russische Region Briansk

In der russischen Grenzregion Briansk sind nach Angaben der dortigen Regionalbehörden zwei Menschen bei einem ukrainischen Angriff getötet worden. Wie Regionalgouverneur Alexander Bogomas im Online-Dienst Telegram mitteilte, traf der Artilleriebeschuss am Dienstag das Zentrum des Dorfs Klimowo. "Leider gibt es Tote: Eine Frau und ein Kind", schrieb er. Drei weitere Personen seien verletzt worden. Ein Wohngebäude habe gebrannt.

Die Ukraine verstärkte in den vergangenen Monaten ihren Beschuss der russischen Grenzgebiete. Am Sonntag fing die russische Armee laut offiziellen Angaben 15 ukrainische Drohnen über Briansk und der Region Belgorod ab.

15:22 Uhr | Nach Angriffen: EU schickt Ukraine Generatoren

Deutschland und mehrere andere EU-Staaten haben nach der Zerstörung von Energieinfrastruktur der Ukraine durch russische Raketen und Drohnen zusätzliche Stromgeneratoren angeboten. Wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte, geht es um insgesamt 157 Geräte unterschiedlicher Größe. Sie sollen helfen, die Stromversorgung in besonders wichtigen Bereichen aufrechtzuerhalten.

Neben den Generatoren aus den EU-Staaten wurden den Angaben der EU-Kommission zufolge auch zehn leistungsstarke 1-Megawatt-Generatoren aus EU-Lagern für Krisenfälle mobilisiert. Jedes der Geräte soll den Notfallbetrieb eines mittelgroßen Krankenhauses sicherstellen können. Ihr Gesamtwert wurde mit 3,57 Millionen Euro beziffert.

15:15 Uhr | Ukraine: Mehr als 50 ukrainische Kriegsgefangene getötet

Der ukrainischen Staatsanwaltschaft sind nach eigenen Angaben 54 Fälle bekannt, in denen russische Soldaten ukrainische Kriegsgefangene erschossen haben sollen. Dazu seien insgesamt 27 Strafverfahren eingeleitet worden, teilte der für Kriegsverbrechen zuständige Abteilungsleiter der Staatsanwaltschaft, Jurij Bjeloussow, auf Telegram mit. Der jüngste Fall gehe auf ein am Sonntag bekannt gewordenes Video aus der Ortschaft Krynky im südukrainischen Gebiet Cherson zurück. Die Vereinten Nationen haben von Anfang Dezember vorigen Jahres bis Ende Februar Berichte über 12 Vorfälle erhalten, in denen mindestens 32 ukrainische Kriegsgefangene erschossen wurden.

In den meisten Fällen würden die Ermittlungen dadurch erschwert, dass die ukrainischen Ermittler keinen Zugang zum Ort oder der Leiche hätten. Gleichzeitig gibt es auch immer wieder Berichte von russischen Kriegsgefangenen, die durch ukrainische Soldaten erschossen werden. Bislang sind den Vereinten Nationen 25 solcher Fälle bekannt.

08:15 Uhr | Ukraine bereitet sich auf Offensive gegen Charkiw vor

Die Ukraine erwartet eine russische Offensive gegen die Großstadt Charkiw im Osten des Landes. Nach Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj unternimmt das Land "maximale Anstrengungen" für den Schutz und die Unterstützung der Millionenstadt. Dies gelte sowohl für den zivilen als auch den militärischen Bereich, unterstrich Selenskyj am Montag in seiner abendlichen Videoansprache. "Wir arbeiten mit unseren Partnern an der Stärkung des Luftverteidigungssystems, um den russischen Plänen für Charkiw zu begegnen."

07:10 Uhr | Russland: Ukrainische Neptun-Rakete vor Halbinsel Krim zerstört

Das russische Militär hat nach eigenen Angaben eine ukrainische Neptun-Rakete zur Bekämpfung von Schiffen über dem Schwarzen Meer vor der Halbinsel Krim zerstört. Zudem seien vier ukrainische Drohnen über den russischen Regionen Belgorod und Woronesch abgeschossen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau über den Kurznachrichtendienst Telegram mit.

07:00 Uhr | Ukraine wehrt nach eigenen Angaben 20 russische Drohnenangriffe ab

Die Luftabwehrsysteme der Ukraine haben alle 20 von Russland gestarteten Drohnenangriffe abgewehrt, teilte der Kommandeur der ukrainischen Luftwaffe, Mykola Oleschtschuk, mit. Die Drohnen seien über Mykolajiw, Odessa, Cherson, Dnipropetrowsk, Poltawa, Winnytsija und Lemberg abgeschossen worden. Russland habe auch vier Raketen abgefeuert. Was mit ihnen passiert sei, teilt der Kommandeur auf Telegram nicht mit.

02:39 Uhr | Ukraine meldet sechs Tote bei russischen Angriffen

Bei russischen Angriffen auf die Ukraine sind nach ukrainischen Angaben sechs Zivilisten getötet worden. In der südukrainischen Region seien bei erneuten russischen Angriffen im Bezirk Pologiwskyji drei Menschen getötet und acht weitere verletzt worden, teilte Regionalgouverneur Iwan Federow am Montag mit.

00:05 Uhr | Cameron will im US-Kongress für Freigabe von Ukraine-Hilfen werben

Der britische Außenminister David Cameron wird am Dienstag in den USA erwartet. Cameron wolle den US-Kongress zur Freigabe von Hilfen für die Ukraine drängen, wie sein Ministerium mitteilte. Er wolle sich sowohl mit führenden Politikern der Demokraten als auch der Republikaner treffen. Die Republikaner blockieren seit Wochen ein milliardenschweres Hilfspaket für die Ukraine. Cameron wolle die Wichtigkeit der USA für die Ukraine betonen. Das Land brauche die militärische und humanitäre Unterstützung, um die Stellung gegen Russland halten und 2025 in die Offensive gehen zu können.

00:00 Uhr | Ukraine-News am Dienstag, 9. April 2024

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Laufe des Tages.

Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Trotzdem ist wichtig zu wissen, dass die Beschaffung verlässlicher Informationen schwierig ist, weil viele verfügbare Quellen politisch motiviert sein können und schwer zu überprüfen. Dennoch gibt es unabhängige Experten, Organisationen und Journalisten, die differenzierte Einblicke bieten. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.

Was tun, Herr General? - Der Podcast zum Ukraine-Krieg

Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
Bildrechte: MDR / Erhard Bühler
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Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL – Das Nachrichtenradio | 09. April 2024 | 06:00 Uhr

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https://www.mdr.de/nachrichten/welt/osteuropa/video-russsisch-truppen-blinken-vormarsch100.html

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