Eine Infotafel im Wald wird von Menschen fotografiert 4 min
Grit Krause stellt im Audio den Caspar-David-Friedrich-Weg und die Schulung für die Gästeführer vor. Bildrechte: MDR/Grit Krause
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Gästeführer haben den Caspar-David-Friedrich-Weg im Elbsandsteingebirge unter fachkundiger Anleitung kennengelernt. Ihr Wissen über den Maler und die Gegend können sie nun an Besucher weitergeben. Mehr von Grit Krause.

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250. Geburtstag des Malers Neuer Wanderweg auf Caspar David Friedrichs Spuren

03. April 2024, 05:01 Uhr

Im Elbsandsteingebirge wurden Tourguides jetzt für den neuen Caspar-David-Friedrich-Weg geschult. Ihr Wissen über den berühmten Maler der Romantik können sie nun an Besucher weitergeben. Auf dem etwa 15 km langen Weg holte sich Caspar David Friedrich die Inspiration für einige seiner berühmtesten Gemälde, wie "Der Wanderer über dem Nebelmeer" oder "Zwei Männer in Betrachtung des Mondes". Der Wanderweg wurde anlässlich seines 250. Geburtstags in diesem Jahr eröffnet und startet in Krippen.

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Das Jubiläumsjahr zum 250. Geburtstag Caspar David Friedrichs hat begonnen und an den Orten, die sich mit dem Leben des Malers verbinden, feiert man ihn mit zahlreichen Ausstellungen, Vorträgen und Festen. Ostern endete die deutschlandweit erste große Schau in Hamburg, zu der 300.000 Gäste kamen. Am 24. August eröffnen dann die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ihre Ausstellung "Caspar David Friedrich. Wo alles begann".

Auch in der Sächsischen Schweiz laufen aktuell die Vorbereitungen auf Hochtouren, bevor mit Saisonbeginn die Friedrich-Fans – vermutlich in Scharen – den Genius Loci auf sich wirken lassen wollen. Dort, wohin er sich zurückzog, in der Natur und wo er vielfach Inspiration für seine weltberühmten Gemälde fand, allen voran "Der Wanderer über dem Nebelmeer".

Gemälde, ein Mann steht auf einem hohen Felsen, vor ihm eine Landschaft mit Felsen und Nebelschwaden.
Caspar David Friedrichs berühmtes Bild "Der Wanderer über dem Nebelmeer" – es atmet förmlich die Stimmung im Elbsandsteingebirge. Bildrechte: picture-alliance/ dpa/dpaweb | Folkwang-Museum/Elke Walfo

Schulungen für Gästeführer

Damit die Gästeführer auch entsprechend Bescheid wissen, organisieren Nationalparkverwaltung und Tourismusverband Sächsische Schweiz gerade Schulungen für sie. Friedrichs Bilder im Dresdner Albertinum standen bereits auf dem Programm, nun ging es auf Motivsuche am Caspar-David-Friedrich-Weg im Elbsandsteingebirge.

Etwa 30 Personen haben sich dafür jüngst vor dem Bahnhof in Krippen getroffen, alles erfahrene, zertifizierte Profis, die mit Gästen in der Sächsischen Schweiz unterwegs sind. Mit Caspar David Friedrich können alle etwas anfangen. Aber etwas mehr Hintergrund zum berühmten Maler der Romantik kann nicht schaden.

Wissen vom Kenner

Als Sachverständigen hat man Albrecht Hoch eingeladen, selbst Wanderführer und Friedrich-Kenner von Kindesbeinen an. Schon sein Vater, Karl-Ludwig Hoch, sei Friedrich-Forscher gewesen und habe mehrere Bücher über den berühmten Romantik-Maler geschrieben, berichtet er. Oft habe er ihn bei seinen Lokalisierungstouren begleitet.

Dadurch weiß Albrecht Hoch beispielsweise, dass Friedrich schon 1802 das erste Mal in Krippen war und hier die Zeichnung "Blick auf Schandau" angefertigt hat. Auch 1813 hat der Maler mehrere Monate in dem beschaulichen Fischerdorf verbracht, auf der Flucht vor dem Kriegsgeschehen in Dresden. Denn Napoleon war damals in Dresden und Friedrich wollte sich dem entziehen und in Krippen Ruhe finden.

Eine viereckige Sandsteinstele, auf einer Seite ein in Stein gehauenes Bild eines Mannes, auf einer anderen der Schriftzug Caspar-David-Friedrich-Weg.
Im Herbst 2023 wurde diese Sandsteinstele mit dem Konterfei Caspar David Friedrichs aufgestellt, die zum Weg auf dessen Spuren zeigt. Bildrechte: MDR/Grit Krause

Inspiration für Gemälde in Natura sehen

Krippen ist denn auch Ausgangs- und Endpunkt des Caspar-David-Friedrich-Weges. Die Umgebung mit dem Wolfsberg, dem Zirkelstein und der Kaiserkrone hat den Künstler inspiriert. Diese Spuren finden sich in dem weltberühmten Gemälde "Der Wanderer über dem Nebelmeer". Gästeführerin Anke Dürkoop sagt begeistert: "Als ich das erste Mal auf die Kaiserkrone kam und sah, dass da tatsächlich dieser Felsen ist, da war ich völlig fasziniert."

Morgennebel hüllt die Basteifelsen in der Sächsischen Schweiz ein.
Auch heute noch vermittelt die Gegend südlich von Dresden den romantischen Eindruck, der Caspar David Friedrich zu seinen Bildern inspiriert hat. Bildrechte: picture-alliance/ ZB | Matthias Hiekel

Wie Dürkoop scheinen die meisten Gästeführer auf der Tour die "Felsige Kuppe", wie Caspar David Friedrich besagten Fels auf einer Zeichnung vom 3. Juni 1813 benannt hat, zu kennen. Auch Kristin Arnold, die anmerkt: "Jetzt sieht man ihn mit anderen Augen, weil man doch hier und da Nebelschwaden hängen sieht. Und ich finde es auch faszinierend, wie er wirklich nur mit Bleistift und Skizzenblock losgezogen ist und das dann in seinem Atelier – Photoshop der historischen Zeit – zu einem wahnsinnig bemerkenswerten Gemälde zusammengeführt hat."

Als ich das erste Mal auf die Kaiserkrone kam und sah, dass da tatsächlich dieser Felsen ist, da war ich völlig fasziniert.

Anke Dürkoop, Gästeführerin

Und es gibt noch einen weiteren markanten Felsen am sogenannten Püschelweg. Es ist der, den Friedrich in seinem ebenso berühmten Gemälde "Zwei Männer in Betrachtung des Mondes" verewigt hat.

Gemälde, zwei Männer stehen neben einem Baum und blicken über eine Landschaft über der eine Mondsichel hängt.
Die Sächsische Schweiz hat Caspar David Friedrich auch zu seinem Gemälde "Zwei Männer in Betrachtung des Mondes" inspiriert. Bildrechte: imago images/Everett Collection

Infotafeln zeigen Bilder Friedrichs zum Vergleich

Hanspeter Mayr von der Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz führt an, dass man entlang des 15 Kilometer langen Caspar-David-Friedrich-Weges auf Infotafeln anhand von Abbildungen die betreffenden Gemälde und Zeichnungen des Künstlers selbst vergleichen könne – und dabei auch die bisher weitaus weniger bewanderte linkselbische Seite des Elbsandsteingebirges entdecken.

Dabei könne man auch etwas Neues für die mit der Gegend schon vertrauten Wanderer anbieten. Gerade die Dresdner, die regelmäßig in die Schrammsteine gehen, bekämen hier ganz neue Perspektiven gezeigt, so Mayr. Die detaillierten Felszeichnungen oder Baumskizzen von Friedrich seien dabei eine Schule für die Augen. Besser könne man es sich auch als Naturführer nicht wünschen, sagt er.

Eine Mann zeigt einer Gruppe ein Bild im Wald
Albrecht Hoch zeigt den Touristenführern an einer Infotafel Skizzen von Caspar David Friedrich. Bildrechte: MDR/Grit Krause

Caspar David Friedrich als Touristenmagnet

Dass das bei Dresdnern und Touristen gleichermaßen ankomme, bestätigt Gästeführerin Kristin Arnold: "Alle, die bis jetzt da waren, haben sich im Albertinum die Bilder angeschaut und wollten dann sehen, wie die Steine in echt aussehen. Und ich denke, sobald wir die Sonderausstellung in Dresden haben, kommen auch viele Leute raus und gucken es sich an."

Auf jeden Fall wird Caspar David Friedrich also die Nationalparkführer in diesem Jahr mehr denn je beschäftigen – und hoffentlich auch über das 250. Jubiläum des Romantikers hinaus.

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2024 ist Jubiläumsjahr: Vor 250 Jahren wurde Caspar David Friedrich in Greifswald geboren. Zahlreiche Ausstellungen beleuchten die Werke des Romantikers neu. Und auch andernorts kann man den Spuren des Künstlers folgen.

MDR KULTUR - Das Radio Di 02.01.2024 22:00Uhr 58:00 min

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Quelle: MDR KULTUR (Grit Krause)
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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 30. März 2024 | 08:40 Uhr

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