17. August, Sonnabend: Der Scheitel der Welle

Um 07.00 Uhr erreicht die Elbe in Dresden bei 9,40 Metern ihren Höchststand. THW und Feuerwehren geben den Kampf um die Innenstadt auf, ihre Pumpen bewahren allerdings die Semperoper vor dem Schlimmsten. Viele vom Wasser eingeschlossene Dresdner werden unterdessen von Schwimmpanzern mit Lebensmitteln und Getränken versorgt.

Flutkatastrophe 2002 | überschwemmte Flächen im Stadtgebiet Dresden
Überschwemmte Flächen im Stadtgebiet von Dresden Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ein Siebtel des Stadtgebiets ist mittlerweile überschwemmt. Die Polizei versenkt im Lauf des Tages eine führerlos treibende Fähre, die mit der Elbe-Brücke "Blaues Wunder" zu kollidieren droht. Alle Brücken, bis auf die der Autobahn 14, sind gesperrt. Tausende Helfer sind im Einsatz.

Gegen Mittag verbreitet die Meldung etwas Hoffnung, dass der Elbe-Pegel leicht zurückgeht, bis 23.00 Uhr um 20 Zentimeter. Bundespräsident Johannes Rau erklärt beim Besuch in Döbeln die Hilfe für die Flut-Opfer zur "nationalen Aufgabe". In Pirna entsteht ein Zeltlager für 10.000 Menschen.

Die CDU-Ministerpräsidenten von Sachsen, Sachsen-Anhalt und von Thüringen, Georg Milbradt, Wolfgang Böhmer und Bernhard Vogel, treffen sich mit dem CSU-Kanzlerkandidaten der Union, Edmund Stoiber, um über die Folgen und die Hilfe in der Hochwasserkatastrophe zu beraten.