Eine Schermaus (Wühlmaus)
Wühl- bzw. Schermäuse fressen sich unterirdisch durch den Garten. Bildrechte: Colourbox.de

Schädlingsbekämpfung Was tun gegen Wühlmäuse im Garten?

Schermaus

Wühlmäuse gehören zu den Gartenbewohnern, mit denen selbst Naturgärtner selten Frieden schließen. Mit ihren scharfen Zähnen fressen sie mit Vorliebe Wurzelgemüse, Blumenzwiebeln und die Wurzeln junger Bäume und Gehölze an. Es gibt aber viele Möglichkeiten, der Plage Herr zu werden.

Eine Schermaus (Wühlmaus)
Wühl- bzw. Schermäuse fressen sich unterirdisch durch den Garten. Bildrechte: Colourbox.de

Wühlmäuse sehen so niedlich aus - mit ihren braunen Kulleraugen und dem kuscheligen, braunen Fell. Aber die kleinen Nagetiere mit ihren scharfen, langen Zähnen sind Schädlinge und wühlen und fressen sich gern durch unsere Gärten. Die Mäuse graben lange Gangsysteme direkt unter der Erde entlang, immer auf der Suche nach Nahrung. Kleine Käfer und andere Tiere sind ihnen egal - Wühlmäuse sind Vegetarier. Stoßen sie auf Wurzelgemüse wird es abgenagt und vertilgt. Auch die Wurzeln von jungen Obstbäumen und Gehölzen oder auch Rinde stehen auf ihrer Speisekarte. Junge Pflanzen können bei einer Wühlmaus-Attacke so stark geschädigt werden, dass sie eingehen.

Wühlmaus Die Wühl- oder Schermaus ist die einzige Maus, die Hügel hinterlässt. Keine andere Maus richtet an den Pflanzen so viel Schaden an wie sie. Die Schermaus wird 22 Zentimeter groß und hat einen langen Schwanz. Ihr Fell ist sandfarben bis schwarz.

Kurz und knapp: Das hilft gegen Wühlmäuse:

  • Sprechen Sie sich mit Nachbarn ab: Wühlmäuse überwinden jede Gartengrenze, deshalb sollten Sie sich über die Bekämpfungsmaßnahmen mit den Nachbarn absprechen und gemeinsam handeln.
  • Beginnen Sie die Bekämpfung vor dem ersten Wurf: Noch bevor die Wühlmäuse im Vorfrühling ihren ersten Wurf setzen, sollte mit der Bekämpfung begonnen werden.
  • Tragen Sie bei Bekämpfungsmaßnahmen immer Stoffhandschuhe: Wühlmäuse haben ein empfindliches Riechorgan und nehmen auch noch Stunden später den Menschengeruch wahr.
  • Setzen Sie auf mehrere Maßnahmen gleichzeitig: Weil Wühlmäuse schlau sind, ist es generell schwer eine bestimmte Bekämpfungsart zu favorisieren. Bleiben Sie beharrlich und greifen Sie notfalls gleichzeitig zu mehreren Maßnahmen.
  • Mausefallen sind eine sichere Bekämpfungsmethode: Kasten- und Tunnelfallen eignen sich besonders gut zur Wühlmausbekämpfung, weil Maulwürfe sie meiden. Zangenfallen sind ebenfalls wirkungsvoll, aber nur wenn Sie die Bedienungsanleitung genau beachten. Reiben Sie neue Fallen mit Erde ein, dann riechen Sie nicht mehr so stark.

Wühlmaus oder Maulwurf – wer lebt denn im Garten?

Sind Wühlmäuse einmal im Garten wird der Gärtner sie nur schwer wieder los. Selbst Katzen, hungrige Eulen und Marder werden ein Wühlmausproblem nicht bewältigen können. Bevor man zum großen Maßnahmenpaket greift, sollte erst einmal geklärt werden, ob tatsächlich Wühlmäuse die neuen Gartenbewohner sind oder ob sich vielleicht ein Maulwurf unterm Rasen niedergelassen hat. Letzterer steht unter Naturschutz und darf nicht getötet, nicht einmal gestört werden. Die Wühlmaus hingegen ist nicht geschützt.

Beide Tiere werfen die bekannten Erdhaufen im Garten auf. Aber der Gang der Tiere unterscheidet sich. Finden Sie also einen Erdhaufen, so graben Sie ihn auf. Der Gang der Wühlmaus beginnt häufig etwas versetzt vom Erdhaufen. Er ist eher hochoval, die Pflanzenwurzeln im Gang selbst sind abgenagt. Auch eine Vorratskammer mit Pflanzenresten lässt auf eine Wühlmaus schließen. Die Maulwurfgänge sind durch die breiten Grabefüße der Tiere eher breit und beginnen direkt unter dem Hügel. Auch für Pflanzenwurzeln interessiert sich der Maulwurf nicht. Er ist ein Fleischfresser und bevorzugt Würmer, Larven und andere Insekten. 

Stellen Sie den neuen Gartenbewohner auf eine Probe. Legen Sie den Gang an mehreren Stellen frei. Wühlmäuse schließen diesen Gang wieder, meist schon innerhalb der nächsten Stunden. Der Maulwurf würde eher unterhalb des zerstörten Ganges einen neuen bauen.

Sie können Maulwurf und Wühlmaus an Hügel- und Gangform unterscheiden:
  Wühlmaus Maulwurf
Hügel groß, flach, mit Pflanzenresten durchsetzt eher klein, spitz, kegelförmig
Gänge hoch oval flach oval

Wühlmäuse fühlen sich wohl, wenn...

…der Boden feucht ist und Wasser in der Nähe ist. Aber auch ungemähte Wiesen oder dick gemulchte Stellen mögen Wühlmäuse.

Wühlmäuse bekämpfen

Wühlmäuse können vertrieben, gefangen oder getötet werden. Für jede Methode gibt es verschiedene Hilfsmittel. Auch die Pflanzen selbst können schon beim Einpflanzen mit feinmaschigen speziellen Körben aus Draht geschützt werden.

Mit Pflanzkörben vorbeugen

Gartenblogger Blumenzwiebelkorb
Der Draht wird um die komplette Wurzel gelegt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In einem Wühlmaus gefährdeten Gebiet kann sich das Pflanzen in Drahtkörbe lohnen. Der Drahtkorb sollte eine Maschenweite von 13 bis 16 Millimeter besitzen. Achten Sie darauf, dass der Drahtkorb dicht ist und sich nicht zu eng um den Wurzelbereich legt. Mit Drahtkörben können Sie besonders wurzelnackte Pflanzware effektiv schützen, also Pflanzen, die nicht im Container herangezogen wurden und keinen Wurzelballen haben. Fertige Drahtkörbe gibt es in unterschiedlichsten Größen für Zwiebelgewächse, Obstbäume oder Ziersträucher. Sie können sich so einen Korb aber auch selbst aus Meterware fertigen. Der Rand des Drahtkorbes sollte eingepflanzt mindestens zehn Zentimeter aus dem Erdboden herausreichen. Im Internet gibt es heiße Diskussionen darüber, ob die Drähte verzinkt sein sollten - für einen besseren Rostschutz - oder nicht. Verzinkte Schutzkörbe halten zwar länger Wühlmäuse fern, können aber auch das Wurzelwachstum der Pflanzen hemmen.

Gefährdete Gartenbereiche können Sie mit einem Zaun schützen. Dazu sollten Sie ein Drahtgeflecht mit einer Maschenweite von 16 Millimeter mindestens 30 bis 40 Zentimeter tief in den Boden eingraben. Achten Sie dabei darauf, dass das Drahtgeflecht mindestens 30 Zentimeter über die Erdoberfläche ragt und nach außen umgebogen wird. Allerdings kann man nicht gewährleisten, dass die Mäuse den Zaun nicht überklettern.

Wurzelschutz gegen Mäuse 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wühlmäuse mit Pflanzen vertreiben

Verschiedene Duftpflanzen wie Kaiserkrone, Knoblauch und Steinklee sollen, rund um das Gemüsebeet gepflanzt, hungrige Wühlmäuse fernhalten. Beachten Sie aber, dass beispielsweise die Kaiserkrone auch giftig für andere Haustiere ist. Auch Walnussblätter, Kampfer oder die Zweige von Fichte oder Holunder sollen, neben bedrohten Pflanzen in den Boden eingearbeitet, Mäuse abschrecken. Über den Einsatz solcher natürlicher Mittel gegen Wühlmäuse gibt es allerdings die unterschiedlichsten Erfahrungsberichte in Internetforen. Bei dem einen helfen sie, bei anderen nicht.

Diese Pflanzen sollen Wühlmäuse fernhalten: Kaiserkrone, Knoblauch, Steinklee, Holunder, Zwiebel, Steinklee, Zypressen-Wolfsmilch, Basilikum, Pfingstrosen, Hundszunge, Sonnenblumen und Narzissen

Wer die Möglichkeit hat, kann auch ein Beet extra für die Wühlmaus anlegen. Eine freie Stelle im Garten bepflanzt mit Topinambur macht die Maus glücklich und hält sie vielleicht vom Gemüsebeet fern.

Wühlmäuse mit Gas vertreiben

Die Vertreibung mit Gas ist zwar möglich, wir raten von dieser Variante aber ab. Es gibt zwar verschiedene Mittel, die für den Hausgarten zugelassen sind, aber Ihre Anwendung erfordert sehr hohe Vorsichtsmaßnahmen. Mäusegas wie Calziumcarbid oder Zinkphosphid sind sehr giftig und können bei falscher Anwendung die Natur schädigen und kleine Tiere töten. Auch für den Menschen sind die Mittel bei unsachgemäßer Anwendung gesundheitsschädlich und gefährlich.

Hausmittel gegen Wühlmäuse

Wirksames Hausmittel soll beispielsweise ein Buttermilch-Molke-Gemisch sein. Das Getränk sollte mindestens einmal pro Woche in die Gänge gegossen werden. Der Gestank soll die Plagegeister vertreiben. Die Wirksamkeit von Hausmitteln ist aber umstritten. Vieles - wie zum Beispiel Geräte, die mit Geräuschen Wühlmäuse (Plagegeister)vertreiben sollen - funktioniert meist nicht.

Lebendfallen gegen Wühlmäuse

Lebendfallen sind meist ähnlich wie ein Rohr aufgebaut, die in den Gang eingelegt werden. Ein Köder lockt die Mäuse an und die Falle schnappt zu, ohne das Tier zu verletzen. Bleibt das Problem: Wohin mit der Maus? Antwort: Am besten so weit wie möglich vom eigenen Grundstück wieder aussetzen. Die anderen Gartenbesitzer werden sich freuen.

Tötungsfallen gegen Wühlmäuse

Radikal und ohne Frage nicht tierfreundlich, dafür aber am effektivsten, sind moderne Tötungsfallen. Es gibt sie in unterschiedlichsten Ausführungen. Alle funktionieren mit einem Schnappmechanismus, bei dem die Maus getötet wird.

Auf einem silbernen Metalltisch liegen und stehen vier verschiedenen Mausefallen in unterschiedlichen Größen und Formen. Sie sind aus Metall und Plastik.
Für die Bekämpfung von Mäusen können verschiedene Fallenarten eingesetzt werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Richtiges Vorgehen beim Aufstellen von Fallen 1. Testen Sie, ob der Gang von einer Wühlmaus bewohnt wird mit der Zerwühlprobe.
2. Spannen Sie die Falle und bestücken Sie sie mit einem Köder. Möhren, Äpfel, Kartoffel- oder Selleriestücke oder Käse. In der Praxis haben sich auch Schokoladen-Brotaufstriche und Erdnussbutter bewährt.
3. Führen Sie die Falle so tief wie möglich in den Gang ein.
4. Verschließen Sie den Gang mit einen Brett, einem Eimer oder einem Stück Rasen - es sollte kein Licht in den Gang eindringen.
5. Platzieren Sie die Falle so, dass keine lose Erde in die Falle gerät.
6. Bei lockerem Boden wird die Falle oft umwühlt, stellen Sie die Falle einfach wieder neu auf.

Wie viele Köder sollten gelegt werden?

Experten raten bei starker Unterwühlung auf 25 Quadratmeter mindestens einen Köder einzubringen. Die Art der Köder ist dabei egal.

Diese Pflanzen sind besonders anfällig für Wühlmäuse

Im Sommer bevorzugen Wühlmäuse Wurzelgemüse, wie Möhren, Sellerie, Schwarzwurzeln, Topinambur, Pastinaken und Rote Bete. Die Nager lieben Blumenzwiebeln, wie Tulpen, Schneeglöckchen und Lilien. Unter den Obstbäumen sind schmackhafte Apfelsorten, wie 'Cox Orange' und 'Renetten', aber auch die schwach-wachsenden Unterlagen, wie M9, besonders gefährdet. Die Unterlagen der kleinen Bäume können sich bei einem Wühlmausverbiss schlechter regenerieren. Stauden mit fleischigen Wurzeln, wie Heuchera, Pfingstrosen, Taglilien, Prachtscharte oder Steppenkerzen werden besonders häufig geschädigt. Unter den Ziergehölzen gehören Blauregen, Clematis und Rosen zu den Leibspeisen. Aber auch viele andere kleine Ziergehölze sind gefährdet.

Brigitte Goss lächelt in die Kamera und hält ihr Buch in den Händen.
Brigitte Goss mit ihrem Buch "Erfolgreich Gärtnern ohne Gift". Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Buchtipp: Erfolgreich Gärtnern ohne Gift Für natürliches Gärtnern ohne Gift plädiert unsere langjährige MDR Gartenexpertin Brigitte Goss schon lange. Jetzt hat sie darüber auch ein Buch geschrieben:

Erfolgreich Gärtnern ohne Gift. Natur pur im Garten.

Von Brigitte Goss
144 Seiten mit vielen Fotos
LV Buch
ISBN: 978-3-7843-5492-7

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 10. März 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. November 2019, 08:30 Uhr

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