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Gartenpraxis Der MDR Gartenkalender im Juli

Im Juli bilden viele Pflanzen Früchte aus und müssen gegossen werden. Wir haben die richtigen Gieß-Tipps. Außerdem pflanzen wir Sonnenblumen, gewinnen Samen und regen Stauden zu einer zweiten Blüte an. So geht's...

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Den Garten richtig gießen

Wasser läuft aus einer Gießkanne.
Lieber kräftig und seltener Gießen als häufig wenig. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Der Hochsommer ist eine ganz wichtige, aber zum Teil auch sehr schwierige Zeit im Gemüsegarten. Bei sehr vielen Arten, die im Sommer und Herbst geerntet werden können, findet jetzt die Ertragsbildung statt. Die ersten Gurken, Tomaten, Paprika und Zucchini können geerntet werden. Aber auch bei später reifenden Arten wie Möhren oder Herbstkohl wird in diesen Wochen die Grundlage für den Ertrag gelegt. Und ausgerechnet jetzt fahren einige Hobbygärtner für mehrere Wochen in den Urlaub.

Deswegen gibt es einige Grundregeln, wie man die Pflanzen gut über den Sommer bringen kann: Das Wichtigste ist in diesen Wochen ganz sicher eine ausreichende Versorgung der Pflanzen mit Wasser. Hier kann meist nur der Nachbar helfen, aber Sie können gute Voraussetzungen für Ihre Pflanzen schaffen:

Mulchen: Neben der Unterdrückung des Unkrautwachstums und der Nährstoffnachlieferung dient mulchen auch dem Schutz vor rascher Verdunstung.

Bodenlockerung: Auch sie dient oft in erster Linie der Beseitigung von Unkräutern als Konkurrenz für unser Gemüse. Regelmäßiges Hacken bringt jedoch noch weitere positive Aspekte. Der Boden wird gut durchlüftet und kann dann Regen oder Gießwasser besser aufnehmen und eine Zeitlang speichern.

Gießregeln - Wässern sie den Boden im Abstand von einigen Tagen kräftig und durchdringend. So werden die Pflanzen angeregt, starke tiefe Wurzeln zu bilden.

- Beste Gießzeit ist der Vormittag, denn in der Mittagshitze drohen Blattverbrennungen und eine starke Verdunstung.

- Wer am Abend gießt, sollte bei empfindlichen Arten nur den Wurzelraum wässern und nicht das Blattwerk, damit es nachts trocken bleibt.

- Auch ein zu viel Wasser kann Pflanzen schädigen. Wurzeln können so durch Luftmangel absterben, Nährstoffe werden ausgewaschen und das weiche Pflanzengewebe ist deutlich anfälliger gegen den Befall von Pilzkrankheiten.

Auch Rasen sollten Sie nur ein- bis zweimal pro Woche durchdringend wässern. Bei lehmhaltigen Böden sollten um die zehn Liter Wasser pro Quadratmeter fließen. Stoppen Sie einfach mal die Zeit, bis eine Zehn-Liter-Kanne voll ist. Markieren Sie dann einen Quadratmeter Rasen. Anschließend können Sie das Gefühl für die richtige Gießdauer und Wassermenge trainieren. Wer den Rasen sprengt, kann die nötige Gießdauer mit einen simplen Regenmessers herausfinden.  Ausgemessen wird dabei, wie lange es dauert, bis zehn Liter aufgefüllt sind, danach muss das Gerät umgesetzt werden.

Sonnenblumen jetzt noch pflanzen

Sonnenblumen sind einfach schön und sollten in keinem Garten fehlen. Als Schnittblume bringen sie die gute Laune auf den Tisch, nach der Blüte sind sie Nahrung für unsere heimischen Vögel und locken Meisen, Fink und Co. in den Garten. Es gibt viele verschiedene Sorten - einige werden riesig bis zu drei Meter hoch und eignen sich sogar als Sichtschutz. Andere bleiben klein und stehen auch auf dem Balkon im Kübel oder auf der Fensterbank gut. Bis Juli können Sonnenblumen ausgesät werden, dann blühen die letzten im Oktober. Die Aussaat ist einfach. Die Samen werden etwa drei Zentimeter tief in der Erde versenkt. Keimfähig bleibt das Saatgut drei bis fünf Jahre. Es lohnt sich also, auch vergessene Samentüten dafür zu nehmen.

Tomaten - Samen gewinnen

Tomatensamen
Die keimfähigen Samen sinken nach unten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Aus Wildtomaten können jetzt Samen gewonnen werden. Die gallertartige Masse um die Kerne verhindert, dass die Samen schon in der Frucht keimen. Das Fruchtfleisch muss also entfernt werden. Am besten funktioniert das durch Gärung, die durch Zuckerwasser unterstützt werden kann. Die Samen werden einfach in ein Glas gegeben und mit der Zuckerwasserlösung aufgefüllt. Die tauben Samen schwimmen in der Lösung oben. Die keimfähigen senken sich mit der Zeit nach unten. Nach dem Abgießen müssen Sie die Samen nur noch gut trocknen und bis zum nächsten Jahr aufbewahren.

Aber nicht nur der Samen der Gemüsepflanzen kann jetzt gesammelt werden. Jede Menge Wiesenblumen stehen jetzt in voller Blüte. Sind sie verwelkt können die Blüten abgezwackt, getrocknet und die Samen für das kommende Jahr eingetütet werden.

Blumenschnitt für eine zweite Blüte

Eine Frau mit halblangen rot-braunen Haaren lächelt in die Kamera. Sie trägt ein hellgrünes T-Shirt und steht neben einer Pflanze mit weißen Blüten. 2 min
Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Im Sommer ist es Zeit, Blüten zu ernten. Viele Blumen eignen sich für frische Blumensträuße. Außerdem wird so eine zweite Blüte im Spätsommer angeregt. Sobald eine Vielzahl der Blüten verwelkt sind, wird die gesamte Pflanze etwa zehn Zentimeter über den Boden abgeschnitten. Anschließend ist es wichtig die Pflanzen mit ausreichend Wasser und Nährstoffen zu versorgen, so wird der Neuaustrieb gefördert. Nach vier bis acht Wochen blühen die Stauden dann erneut, wenn auch etwas schwächer.

Durch den Rückschnitt werden die Stauden gleichzeitig an der Samenbildung gehindert. Sie stecken dann ihre Kraft in neue Blüten und ein Verwildern wird vermieden.

Remontierende Pflanzen ("wieder blühend") Rittersporn, Katzenminze, Bunte Margerite, Steppen Salbei, Trollblume, Sterndolde, Storchschnabel-Arten, Frauenmantel, Graue Färberkamille, , Feinstrahlaster

So schützen Sie die Erdbeeren

Unter Erdbeerfrüchten wurde Stroh verteilt
Stroh schützt die Erdbeerfrüchte vor Dreck und Schädlingen. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Trotz ihres Namens sollten Erdbeeren nicht direkt auf der Erde, sondern gut gebettet liegen. Es gibt verschiedene Unterlagen: Üblich ist Weizenstroh. Es hält Schnecken fern und lasst die Früchte rundherum gut abtrocken, damit sie nicht faulen. Lockere Holzwolle trocknet nach einem Regenguss noch schneller und lässt die Luft besser zirkulieren, sie kostet aber mehr. Gut funktioniert auch eine Schafwollmatte. Sie hält zudem am besten die Feuchtigkeit im Boden, ist aber auch die teuerste Variante, um Erdbeeren zu schützen.

Das hilft gegen die Kirschessigfliege

Die Kirschessigfliege ist eine kleine Fliege, die reifes Obst befällt. Sie ist ein großes Problem für Gärtner, denn der Schädling ist noch weitgehend unerforscht. Die Fliege befällt reifes Obst und legt ihre Eier durch die weiche Schale in die Frucht. Auch auf Komposthaufen fühlt sie sich wohl und findet Nahrung und Plätze, an denen sie ihre Eier ablegen kann.

Gartenfachberaterin Brigitte Goss hat mehrere Tipps, was man gegen die Kirschessigfliege tun kann. Fruchtfliegenfallenhelfen die Schädlinge anzulocken. Füllen Sie ein Gefäß mit einer Mischung aus Apfelessig, Wein und einem Tropfen Spülmittel. Drei bis vier Wochen vor der Reife können die Früchte durch ein kleinmaschiges Erdflohnetz geschützt werden. Auch der richtige Standort hilft, die Fliegen abzuschrecken. Kirschessigfliegen können Sonne nämlich gar nicht leiden. Einige Früchte - wie zum Beispiel die Kiwi - reifen auch im Kühlschrank nach. Ist die Kirschessigfliege unterwegs, lohnt es sich also Kiwis zu ernten, bevor sie weich und richtig reif sind.


Beliebte Beute der Kirschessigfliegen sind auch Brombeeren. Haben sich die Fliegen erst einmal auf dem Strauch niedergelassen, ist es um die Früchte geschehen. Wer schon über mehrere Jahre ein Problem mit der Kirschessigfliege hat, kann über einen Sortenwechsel nachdenken. Die Asterina-Brombeere kann ebenfalls schon vor der perfekten Reife geerntet werden, nämlich sobald die Früchte dunkel sind. Der Befall durch Kirschessigfliegen ist wesentlich geringer.

Was blüht jetzt?

Ziergehölze: Sommerflieder, Trompetenbaum, Perückenstrauch, Hortensie, Scheineller

Blumen und Blattschmuckstauden: Löwenmäulchen, Bechermalve, Ringelblume, Königskerze, Stockrose, Fingerhut, Bartnelke, Indianernessel, Sonnenbraut, Schafgarbe, Rittersporn, Mutterkraut, Margerite, Lavendel, Echinacea, Nachtkerze, Levkojen, Purpursonnenhut, Eisenhut, Frauenmantel, Akelei, Taglilie, Blauschwingel

Das Bild zeigt eine Blumenwiese in Badersleben am Rohrsheimer Weg.
So schön spaziert man über eine wilde Wiese. Bildrechte: Sigrid Preydel

Jetzt erledigen: Blumenwiese schneiden!

Blumenkästen ausputzen!

Nach der Brutzeit die Hecken schneiden!

Sommerblumen düngen!

Gießen, Jäten Hacken, Bewässern!

Vorsicht Blattläuse! Helfen Sie Ihren Pflanzen mit einer natürlichen Pflanzstärkung!

Rosen: verblühtes abschneiden und lange Triebe hochbinden!



Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 30. Juni 2019 | 08:30 Uhr