Gartenpraxis Der MDR Gartenkalender im April

Hurra, der Winter ist endlich vorbei. Doch die kälteempfindlichen Pflanzen sollten jetzt trotzdem noch nicht ungeschützt draußen stehen. Dafür können Sie mit der Rasenpflege beginnen. Welche Arbeiten Sie noch in Angriff nehmen können, lesen Sie im MDR Gartenkalender.

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Kurz und knapp: Gartenarbeit im April

1. Winterschutz entfernen

Endlich! Es darf wieder Licht und Luft an die Pflanzen. Entfernen Sie jetzt den Winterschutz, packen Sie ihn aber nicht zu weit weg! Denn die Eisheiligen stehen noch bevor. In diesem Jahr gehen sie von Dienstag, 11. Mai, bis Samstag, 15. Mai. Was die Eisheiligen sind? Sie gehen zurück auf eine alte Bauernregel. Langjährige Wetterbeobachtungen haben gezeigt, dass es sogar im Mai, wenn die Tage schon sehr mild sind, plötzlich noch zu Bodenfrost kommen kann. Erst nach den Eisheiligen bleibt das Wetter stabil. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel.

2. Rasenpflege

Der Rasen wächst wieder und braucht jetzt auch Pflege. Bei Wärme und Trockenheit sollte er dringend gegossen werden. Auch die erste Mahd steht Anfang April an. Stellen Sie die Schnitthöhe aber nicht zu tief ein. Jetzt ist auch die richtige Zeit, das Gras zu düngen und kahle Stellen auszubessern. Lockern Sie die Flächen für Rasenneusaat gründlich auf, befreien Sie sie von Unkraut und säen Sie Samen aus. Auflockern mit dem Rechen oder Vertikutieren fördert einen schönen, dichten Wuchs.

3. Sommerblumen säen

Viele einjährige Sommerblumen können jetzt direkt ins Freiland ausgesät werden. Lockern Sie den Boden gründlich auf und entfernen Sie unerwünschte Wildkräuter. Dann dürfen die Samen von Ringelblume, Bechermalve, Duftsteinrich, Duftwicke, Schleierkraut, Kapuzinerkresse und viele andere in die Erde. Auch sommerblühende Stauden wie Phlox oder Margeriten, Stiefmütterchen und Bellis dürfen jetzt gepflanzt werden.

4. Schutz vor Schädlingen

Schützen Sie Gemüse sofort nach dem Auspflanzen vor Schädlingen. Gartenfachberaterin Brigitte Goss empfiehlt kleinmaschige Erdflohnetze. Sie schützen nicht nur vor Erdflöhen, sondern auch vor Kohlfliege, Möhrenfliege, Kohlweißling, Blattläusen und vielen anderen Schädlingen. Rund um das Beet müssen die Netze gut mit dem Boden abschließen. Hier helfen mit Erde befüllte kleine Säcke oder auch Steine. Die Netze sind leicht, lassen ausreichend Wasser, Licht und Luft hindurch. Sie können also bis zur Ernte auf dem Beet bleiben.

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Auch gegen die Kirschessigfliege können Sie jetzt schon etwas tun. Die Fliege befällt reifes Obst und legt ihre Eier durch die weiche Schale in die Frucht. Schon jetzt im Frühjahr ist sie unterwegs und sucht sich vor allem heruntergefallenes Obst aus dem Vorjahr. Auch hier helfen sehr feinmaschige Netze oder Fallen. Stellen Sie ein Getränk aus Apfelessig, Rotwein und einem Schuss Spülmittel her. Geben Sie die Flüssigkeit in einen Plastikbecher und durchlöchern sie diesen. Das Gesöff lockt die Schädlinge an.

Himbeeren vor Wanzen und Kirschessigfliegen schützen

Matschige, faulende oder säuerlich-bitter schmeckende Himbeeren müssen nicht sein. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Früchte vor Wanzen und Kirschessigfliegen schützen. Dazu brauchen Sie nur etwas Zeit - und Tüllsäckchen.

Eine Kirschessigfliege sitzt an einer rosafarbenen Himbeere.
Die Kirschessigfliege mag weiche Früchte wie Himbeeren, aber auch Trauben, Erdbeeren und Kirschen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Eine Kirschessigfliege sitzt an einer rosafarbenen Himbeere.
Die Kirschessigfliege mag weiche Früchte wie Himbeeren, aber auch Trauben, Erdbeeren und Kirschen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Eine zermatschte Himbeere
Mit ihrem Eiablageapparat sägt die weibliche Kirschessigfliege leckere Früchte an und legt darin Eier ab. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
eine zermatschte Himbeere
Für den Gärtner bleibt nur ein Haufen unappetitlicher Beerenmatsch übrig, nachdem die Kirschessigfliege zugeschlagen hat. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Kirschessigfliege auf Weintraube
Die schnelle Vermehrung sorgt für große Schäden wie hier an den Trauben. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
kleine Tüllnetze sind um Himbeerfrüchte gebunden
Da helfen nur kleine Netze, die um die Früchte gebunden werden. Das ist aufwändig, aber effektiv. Achtung: Blüten und reifende Früchte gehören nicht in die Säckchen. Ausschließlich frisch gebildete, grüne Früchte dürfen ins Netz. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Ein Tüllnetz umgibt mehrere Himbeeren.
So können die Himbeeren ungestört von Kirschessigfliegen wachsen und reifen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Lederwanzen sitzen auf Himbeeren.
Auch Lederwanzen naschen gern an süßen Himbeeren. Durch Tüllbeutel werden Sie auch gleich ferngehalten. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Junge Wanze auf reifer Himbeere
Der Wanzenbefall hat in den vergangenen Jahren laut Gärtnerin Brigitte Goss zugenommen. Die Tiere fallen demnach kaum auf, weil sie sich bei Gefahr schnell fallen lassen oder verstecken. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Junge Wanze an verschrumpelter Himbeere
Die Wanzen saugen an den Früchten und hinterlassen einen unangenehmen Geschmack. Wie im Bild zu sehen ist, bleiben nach starkem Befall nur noch verschrumpelte, ungenießbare Himbeeren zurück. Dagegen hilft nur, die Himbeeren rechtzeitig einzunetzen, so dass die Wanzen nicht mehr saugen können. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 28. März 2021 | 08:30 Uhr

5. Gemüsepflanzen pikieren

Sind Ihre Gemüseaussaaten schon gekeimt und zu kleinen Pflanzen herangewachsen? Sobald sich die Pflänzchen greifen lassen, sollten sie pikiert, also vereinzelt werden. Je früher das passiert, desto größer ist die Chance, dass die Pflanzen das Umsetzen gut überstehen. Sortieren Sie kleine, mickrige Pflanzen aus! Nur gesunde Jungpflanzen mit voll entwickelten Keimblättern wachsen zu gesunden, widerstandsfähigen Gemüsepflanzen heran und bringen auch eine gute Ernte.

Was blüht jetzt?

Tulpe im Park Mozirski Gaj in Slowenien
Tulpen zeigen im April ihre ganze Pracht. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel

  • Narzissen
  • Kleines Immergrün
  • Tulpen
  • Kaukasus-Vergissmeinnicht
  • Schlüsselblume
  • Primeln
  • Strahlenanemone
  • Aronstab
  • Forsythie
  • Schlehe
  • Mahonie
  • Ranunkelstrauch
  • Traubenhyazinthe

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 07. März 2021 | 08:30 Uhr