Russland-Ukraine-Krieg Ticker vom Sonntag: Brände in Kiew nach Raketenangriffen

Nachdem am Morgen auch auf die ukrainische Hauptstadt Kiew wieder Raketen abgefeuert wurden, hat die Feuerwehr über Stunden Mühe, die Flammen unter Kontrolle zu kriegen. Auch Tscherkassy wurde beschossen. In Bayern hat unterdessen der G7-Gipfel begonnen, bei dem es vor allem um den Ukraine-Krieg und seine Folgen geht. Dazu werden nun wohl auch Sanktionen gegen russisches Gold gehören. Aktuelle Nachrichten zum Ukraine-Krieg im News-Ticker.

euerwehrleute arbeiten nach einer Explosionen an einem schwer beschädigten Wohnhaus.
In einem getroffenen Wohnhaus brennt es über Stunden Bildrechte: dpa

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, da wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum unabhängig verifiziert werden können.

23:02 Uhr | Von der Leyen: Putin kann den Krieg nicht mehr gewinnen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist überzeugt, dass Russlands Präsident Wladimir Putin "diesen Krieg schon nicht mehr gewinnen" kann. In der ARD sagt sie zudem, Russland müsse eine "strategische Niederlage" erleiden.

23:01 Uhr | EU arbeitet an Gas-Notfallplan

Die EU arbeitet nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an europäischen Notfallplänen für einen plötzlichen Gasmangel. Es gebe bereits nationale Notfallpläne, "das koordinieren wir auf europäischer Ebene", sagt sie in der ARD. Hintergrund ist, dass sich einzelne EU-Länder bei einem Stopp der russischen Gaslieferungen abschotten könnten.

23:00 Uhr | Selenskyjs Appell an Belarus: Lasst Euch nicht in Krieg hineinziehen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Menschen im Nachbarland Belarus aufgerufen, sich nicht in den russischen Angriffskrieg in der Ukraine hineinziehen zu lassen. "Der Kreml hat bereits alles für Sie entschieden", sagte er in einer Videoansprache. "Aber Ihr seid keine Sklaven und Kanonenfutter. Ihr dürft nicht sterben." Die Menschen sollten nicht andere für Belarus entscheiden lassen.

Am Samstag hatte sich der belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko abermals mit Russlands Präsident Wladimir Putin getroffen. Dabei kündigte der Kremlchef die Lieferung von Raketensystemen vom Typ Iskander-M nach Belarus an, die auch mit nuklearen Sprengköpfen bestückt werden können. Nach jüngsten Angaben aus Kiew griffen russische Truppen die Ukraine zuletzt auch von Belarus aus an. Das Land ist ein enger Verbündeter Russlands.

22:21 Uhr | Von der Leyen: G20 nicht von Putin kaputt machen lassen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich gegen einen Boykott des G20-Gipfels im Herbst ausgesprochen - auch wenn Russlands Präsident Wladimir Putin am nächsten Treffen teilnehmen sollte. "Wir müssen sehr genau überlegen, ob wir die gesamte G20 lahmlegen, da plädiere ich nicht dafür", sagte von der Leyen im ZDF. "Meines Erachtens ist G20 zu wichtig, auch für die Entwicklungsländer, die Schwellenländer, als dass wir uns dieses Gremium kaputt machen lassen sollten auch wieder von Putin."

Der nächste Gipfel der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer findet Mitte November auf der indonesischen Insel Bali statt. Zu der Gruppe gehört auch Russland - eine Teilnahme Putins ist also möglich. Es sei wichtig, Putin "ins Gesicht zu sagen, was wir von ihm halten und was wir von dieser Art des Handelns halten", sagte von der Leyen mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. "Eines ist ganz klar: Es wird kein 'business as usual' geben, also nicht Normalität."

22:15 Uhr | Stillgelegtes Kohlekraftwerk in Ostfrankreich könnte wieder ans Netz gehen

Die französische Regierung erwägt, ein erst Ende März stillgelegtes Kohlekraftwerk in Ostfrankreich wieder in Betrieb zu nehmen. Das Kraftwerk Saint-Avold nahe der deutschen Grenze könne angesichts der Ukraine-Krise und der Spannungen auf dem Energiemarkt im Winter wieder ans Netz gehen, bestätigte das Energieministerium am Sonntag. In Frankreich ist momentan nur noch ein Kohlekraftwerk im westfranzösischen Cordemais in Betrieb. Fast 70 Prozent des Strombedarfs werden durch Atomkraft gedeckt.

21:53 Uhr | Kanada schickt zwei Kriegsschiffe

Kanada hat zwei Kriegsschiffe in die Ostsee und den Nordatlantik geschickt. Die "HMCS Kingston" und die "HMCS Summerside" schlossen sich nach Angaben der kanadischen Marine zwei Fregatten an, die sich bereits zur Stärkung der Ostflanke der Nato in der Region befinden. Der viermonatige Einsatz sei Teil der "Abschreckungsmaßnahmen in Mittel- und Osteuropa", die 2014 nach der russischen Annexion der Krim eingeleitet wurden.

20:32 Uhr | Kämpfe um die Stadt Lyssytschansk

Nach der Einnahme der Stadt Sjewjerodonezk in der Ostukraine durch russische Truppen gehen die Kämpfe um die Stadt Lyssytschansk weiter.

Rauch steigt auf aus einem Wohngebäude nach Explosionen.
Rauch steigt auf aus einem Wohngebäude nach Explosionen in Kiew Bildrechte: dpa

Der Feind versuche verstärkt mit Unterstützung der Artillerie, die strategisch wichtige Stadt aus südlicher Richtung zu blockieren, teilte der ukrainische Generalstab am Abend mit. Dabei seien auch zivile und militärische Infrastruktur getroffen worden.

Auch Kiew ist heute wieder angegriffen worden. Raketen trafen unter anderem ein mehrgeschossiges Wohnhaus. Die Feuerwehr hatte auch Stunden nach den Angriffen noch Mühe, die Flammen unter Kontrolle zu bringen.

19:16 Uhr | Erste Auslandsreise von Putin

Bei seiner ersten Auslandsreise seit Kriegsbeginn in der Ukraine will Russlands Präsident Wladimir Putin Berichten zufolge in den nächsten Tagen Zentralasien besuchen. Zunächst werde das Staatsoberhaupt nach Tadschikistan fliegen und dort Gespräche mit dem Präsidenten Emomali Rachmon führen, berichtete das russische Staatsfernsehen. Die Ex-Sowjetrepublik Tadschikistan gehört zu den militärischen Bündnispartnern Russlands. Danach will Putin dem Bericht zufolge weiter nach Turkmenistan reisen und dort an einem Gipfel der Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres teilnehmen.

15:54 Uhr | Raketenangriffe auf Tscherkassy

Neben Kiew hat auch die zentralukrainische Region Tscherkassy heute russische Raketenangriffe gemeldet. Infolge des Einschlags zweier Raketen seien nahe der Gebietshauptstadt ein Mensch getötet und fünf weitere verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets Tscherkassy, Ihor Taburez, mit. Die ukrainische Eisenbahn kündigte die vorübergehende Einstellung von Regionalbahnen bei Tscherkassy an.

13:59 Uhr | Russischer Tanker mit iranischem Öl frei

Griechenland hat einen im April beschlagnahmten russischen Tanker mit iranischem Öl freigegeben, dessen Festsetzung zu schweren diplomatischen Verwicklungen geführt hatte. Das Schiff war wegen der EU-Sanktionen gegen Russland beschlagnahmt worden. Auf Ersuchen der USA sollte es dorthin gebracht werden, wobei Washington auf seine eigenen wegen des iranischen Atomprogramms gegen Teheran verhängten Sanktionen verwies. Anfang Juni entschied jedoch ein griechisches Regionalgericht, dass die rund 115.000 Tonnen Erdöl dem Iran zurückgegeben werden müssen.

13:23 Uhr | Aufruf zum Strom-Sparen in Frankreich

Die Chefs der drei großen französischen Energiekonzerne rufen Privatpersonen und Unternehmen zum Stromsparen auf. "Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, unseren Verbrauch zu senken, um wieder Handlungsspielraum zu gewinnen", schrieben die Chefs von Engie, EDF und Total in einem offenen Brief, der im Wochenblatt "Journal du Dimanche" veröffentlicht wurde. Catherine MacGregor (Engie), Jean-Bernard Levy (EDF) und Patrick Pouyanne (Total) nennen als Gründe für ihren Aufruf den starken Rückgang russischer Gaslieferungen und eine wegen Wartungsproblemen derzeit eingeschränkte Stromerzeugung durch die Atomkraftwerke.

12:20 Uhr | Linke schärft Haltung zu Russland

Die Linke hat ihre Haltung zu Russland nachgeschärft und den Angriff auf die Ukraine klar verurteilt. Mit dem Beschluss des Erfurter Parteitags heute setzte sich die Parteispitze um die wiedergewählte Janine Wissler gegen eine Gruppe um die Bundestagsabgeordnete Sahra Wagenknecht durch, die der Nato eine Verantwortung für die Vorgeschichte des Ukraine-Krieg zuweisen wollte.

12:00 Uhr | G7-Gipfel mit Geste der Geschlossenheit

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat das Treffen der Vertreter von sieben führenden Industriestaaten mit Gästen am Mittag auf Schloss Elmau in Bayern eröffnet. Zuvor traf er sich mit US-Präsident Joe Biden für eine Geste der Geschlossenheit gegen den russischen Angriff auf die Ukraine.

12:10 Uhr | Bericht über Offensive nach Lyssytschansk

Nach der Einnahme der Stadt Sjewjerodonezk in der Ost-Ukraine sind russische Truppen angeblich über den Fluss ins benachbarte Lyssytschansk vorgedrungen. Das meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf einen Vertreter der pro-russischen Separatisten.

11:55 Uhr | Russland bestätigt Raketenangriffe

Russland hat nach Angaben des Verteidigungsministerium mehrere Ausbildungszentren der ukrainischen Armee mit Hochpräzisionswaffen angegriffen. Getroffen worden seien bei den Raketenangriffen gestern und heute zahlreiche Ziele in den ukrainischen Regionen Tschernihiw, Schytomyr und Lwiw, meldeten russische Nachrichtenagenturen heute Mittag.

11:05 Uhr | Explosionen in Tscherkassy

Im zentralukrainischen Tscherkassy sind heute Explosionen zu hören gewesen. Das teilte der frühere Gouverneur der Region, Olexander Skitschko, auf Telegram mit, ohne Einzelheiten zu nennen. Die Stadt mit knapp 300.000 Einwohnern war von Bombardierungen bisher weitgehend verschont.

11:08 Uhr | Scholz und Biden geschlossen

Bundeskanzler Olaf Scholz und US-Präsident Joe Biden haben kurz vor dem G7-Treffen in Bayern die Geschlossenheit des Westens gegen den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine beschworen. Russlands Präsident Wladimir Putin habe diese Geschlossenheit nicht erwartet, sagte Scholz. Biden dankte für die wichtige Rolle, die Scholz dabei gespielt habe und sagte: "Wir müssen zusammenbleiben", sagte der US-Präsident auf Schloss Elmau.

09:45 Uhr | Verletzte durch Beschuss in Kiew

Bei einem russischen Angriff heute Morgen auf das Zentrum der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach Angaben des städtischen Polizeichefs Ihor Klymenko mindestens fünf Menschen verletzt worden.

09:30 Uhr | Schoigu angeblich in der Ukraine

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu ist angeblich in der Ukraine gewesen. Das Ministerium in Moskau veröffentlichte heute ein Video, in dem zu sehen ist, wie er aus einem Flugzeug steigt und mit Militärs spricht. Er habe sich Berichte der Kommandeure angehört, hieß es in einer Mitteilung. Wo er in der Ukraine gewesen sein soll und wann, ging daraus nicht hervor.

08:31 Uhr | Sanktionen gegen russischen Gold-Handel

Die G7-Staaten wollen bei ihrem Gipfel in Bayern ein Importverbot für russisches Gold verkünden. Das teilte US-Präsident Joe Biden auf Twitter mit und laut AFP auch die britische Regierung. Dies werde "die russischen Oligarchen direkt treffen" und "das Herz der Kriegsmaschinerie", wird der britische Premier Boris Johnson zitiert: "Wir müssen dem Putin-Regime den Geldhahn zudrehen." Auch in der EU gibt es Gespräche über Sanktionen gegen den russischen Gold-Handel, bisher aber keine Beschlüsse.

Gold gilt als ein wichtiges Exportgut für Russland, nach den fossilen Energieträgern. Ausfuhren sollen 2021 einen Wert von rund 14,6 Milliarden Euro gehabt haben. "Sein Wert für die russische Elite ist in den letzten Monaten ebenfalls gestiegen, da die Oligarchen Goldbarren kaufen, um die finanziellen Auswirkungen der westlichen Sanktionen zu vermeiden", zitiert AFP heute Johnson: Wegen der zentralen Rolle Londons im internationalen Goldhandel und parallelen Maßnahmen der USA, Japans und Kanadas werde russisches Gold nun weltweit von offiziellen Märkten ausgeschlossen.

07:32 Uhr | Bericht: Ukraine kauft weitere deutsche Waffen

Die Ukraine hat anscheinend erneut und auf eigene Initiative hin weitere Waffen in Deutschland gekauft. Die Regierung in Kiew habe knapp 2.900 tragbare Panzerabwehrwaffen vom Typ RGW 90 "Matador" beim deutschen Rüstungskonzern Dynamit Nobel Defence (DND) bestellt, berichtet die "Welt am Sonntag" unter Verweis auf ukrainische Regierungskreise. Die Bestellung wurde demnach bereits geliefert, Kiew habe selbst bezahlt, wobei die Lieferung auch die Zustimmung der Bundesregierung voraussetzt. Das Bundeswirtschaftsministerium habe dies nicht kommentieren wollen.

07:00 Uhr | Linke legt Position zu Russland fest

Die Linke will zum Abschluss ihres Bundesparteitags in Erfurt heute ihre Linie zu Russland, zum Ukraine-Krieg und zur Nato neu abstecken. Der Antrag einer Gruppe um die Bundestagsabgeordnete Sahra Wagenknecht, der auch der Nato eine Mitverantwortung für den Ukraine-Krieg zuschrieb, hatte gestern keine Mehrheit gefunden. Der Leitantrag des Linke-Vorstands kritisiert die Nato zwar ebenfalls, weist die Kriegsschuld aber eindeutig Russland zu und wirft der aktuellen russischen Führung eine imperialistische Politik vor.

Das aktuell gültige Parteiprogramm verlangt die Auflösung der Nato, die durch ein "kollektives Sicherheitssystem unter Beteiligung Russlands" ersetzt werden solle. Nun heißt es im Antrag der Parteiführung: "Wir treten langfristig für eine globale Friedensordnung unter Einschluss aller Akteure ein, auch wenn dies durch den russischen Angriff auf die Ukraine aktuell unmöglich erscheint." Über den Text des Antrags, zu dem noch einige Änderungsanträge vorlagen, sollen die rund 570 Delegierten heute als Ganzes abstimmen.

06.21 Uhr | Explosionen im Zentrum von Kiew

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat es heute Morgen mehrere Explosionen gegeben. Rettungskräfte seien im Rajon Schewtschenko im Stadtzentrum im Einsatz, schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram. Vom Innenministerium hieß es, Augenzeugen hätten von Raketen berichtet. Ob es Verletzte oder Tote gab, war zunächst unklar. Gestern waren bei einem von zahlreichen Raketenangriffen in der westukrainische Stadt Sarny nach Behördenangaben mindestens drei Menschen getötet worden.

AFP-Reporter berichteten von vier Detonationen, ein Wohnkomplex sei getroffen, Feuer ausgebrochen. Eine halbe Stunde zuvor habe es Luftalarm gegeben. Die ukrainische Hauptstadt war zuletzt seltener Ziel russischer Angriffe, die sich auf den Osten des Landes konzentrierten, Kiew aber Anfang des Monats beschossen worden. Während die ukrainische Seite damals von beschädigter Bahn-Infrastruktur sprach, meldete die russische die gezielte Zerstörung von frisch aus dem Ausland gelieferten Panzern.

05:52 Uhr | Indonesiens Präsident will vermitteln

Der indonesische Präsident Joko Widodo will bei seinen Besuchen in Moskau und Kiew kommende Woche seine russischen und ukrainischen Amtskollegen zum Dialog auffordern. "Der Krieg muss aufhören, und die globalen Nahrungsmittelketten müssen reaktiviert werden", sagte er vor seiner Abreise zum G7-Gipfel im bayerischen Schloss Elmau, zu dem er als Gast anreist. Er wolle den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum sofortigen Waffenstillstand auffordern. Indonesien hat in diesem Jahr den G-20-Vorsitz.

03:37 Uhr | Macron und Biden beim G7-Gipfel

Nach Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron ist auch US-Präsident Joe Biden zum G7-Gipfel in Bayern eingetroffen. Am späten gestrigen Abend wurde er am Münchner Flughafen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) begrüßt. Bei dem dreitägigen Gipfel geht es um den Ukraine-Krieg, die Energiekrise, den Klimawandel und die Inflation. Beraten wird angeblich auch über eine Preisobergrenze für russisches Erdöl.

02:12 Uhr | Politiker warnen vor "Kriegsmüdigkeit"

Vor dem G7-Gipfel im bayerischen Elmau hat der Chef der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber, eine langfristige Unterstützung der Ukraine angemahnt. Notwendig sei "die Botschaft an den Kriegstreiber Putin, dass er diesen Krieg nicht gewinnen wird", sagte Weber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Es darf keinen Zweifel daran geben, dass die westlichen Demokratien einen langen Atem haben." Auch Grünen-Chef Omid Nouripour warnte davor, in der Unterstützung der Ukraine nachzulassen. Es dürfe "nun keine Kriegsmüdigkeit einkehren", sagte er der Funke-Gruppe.

00:37 Uhr | Kredit-Garantien aus Großbritannien

Großbritannien ist bereit, weitere 525 Millionen US-Dollar an Weltbank-Krediten für die Ukraine zu garantieren. Damit werde sich die finanzielle Unterstützung dieses Jahr auf insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar belaufen, sagte Premierminister Boris Johnson vor dem G7-Gipfel: "Die Ukraine kann und sie wird gewinnen, aber sie braucht dazu unsere Unterstützung."

Alexander Rodnyansky 5 min
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00:31 Uhr | G7-Staaten denken über Preisdeckel nach

Beim G7-Gipfel könnten sich die Teilnehmer nach Angaben aus deutschen Regierungskreisenauf auf das Ziel einer Preisobergrenze für russisches Erdöl einigen. Nach Angaben aus US-Regierungskreisen ist auch ein Embargo gegen russisches Gold geplant, was auch in der EU bereits erwogen wurde.

00:26 Uhr | Ukraine will alle Städte zurückerobern

Die Ukraine will alle von Russland eingenommenen Städte wieder zurückerobern. Das versprach Präsident Wolodymyr Selenskyj seinen Landsleuten in der Nacht zum Sonntag in einer Videoansprache. Zuvor war die Einnahme der strategisch wichtigen Stadt Sjewjerodonezk gemeldet worden. Die Ukraine sei immer noch in der Lage, sich gegen Russland zu verteidigen, sagte Selenskyj. Er wisse aber nicht, wie groß die Verluste und Anstrengungen noch sein werden, bis sich ein Sieg abzeichne.

00:16 Uhr | Raketen-Einschläge im ganzen Land

Russland hat gestern Ziele in der ganzen Ukraine mit Raketen angegriffen. Nach Angaben des ukrainischen Militärs wurden einige von Bombern des Typs Tu-22 abgefeuert, die erstmals von Belarus aus gestartet seien. Vom Schwarzen Meer aus hätten russische Marschflugkörper ein militärisches Ziel in Jarowiw getroffen, teilte der Gouverneur der Region Lwiw, Maxym Kosyzkyj, mit. Sie liegt weit entfernt von der Front in der Ostukraine im Westen des Landes. Weiter hieß es von ukrainischer Seite, etwa 30 Raketen seien auf die Region Schytomyr in der Mitte des Landes abgefeuert worden, im Norden etwa 20 aus Belarus kommend auf die Region Tschernihiw.

00:11 Uhr | Evakuierung von Chemiewerk offenbar gestoppt

Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Tass ist die Evakuierung des Chemiewerks in Sjewjerodonezk ausgesetzt worden. Die Agentur berief sich dabei auf die örtliche Polizei in der wenige Stunden zuvor von russischen Truppen eroberten Stadt. Grund soll ukrainischer Beschuss gewesen sein.

Nach Angaben eines Beraters des ukrainischen Präsidenten sind auch nach dem Rückzug der ukrainischer Truppen noch Spezialeinheiten in der Stadt, die Artilleriefeuer auf die russischen Truppen dirigieren. In Bunkeranlagen des Chemiewerks sollen sich während der wochenlangen Kämpfe um die Stadt Sjewjerodonezk auch Zivilisten in Sicherheit gebracht haben.

00:00 Uhr | Ticker am Sonntag, 26. Juni 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Juni 2022 | 06:00 Uhr

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