Russland-Ukraine-Krieg Ticker vom Freitag: Klitschko-Telefonat war digitale Manipulation

Ein Telefonat von Franziska Giffey mit Bürgermeister Vitali Klitschko ist offenbar ein Deep Fake gewesen. Die ukrainische Armee soll die Stadt Sjewjerodonezk im Osten des Landes nach dem Willen Kiews vorerst aufgegeben. Derweil wird in Deutschland vor allem über steigende Lebensmittelpreise, über weitere Entlastungen und einen Schutz von Mietern vor Kündigungen wegen Zahlungsschwierigkeiten debattiert. Mehr hier im Nachrichten-Ticker.

Vitali Klitschko beguachtet Ruinen zerstörter Wohnhäuser.
Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko Bildrechte: DREFA Media Holding GmbH

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, da wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum unabhängig verifiziert werden können.

23:02 Uhr | Zehntausende Georgier demonstrieren für EU-Kandidatenstatus

In der georgischen Hauptstadt Tiflis sind rund 120.000 Menschen für einen EU-Beitritt und gegen die eigene Regierung auf die Straße gegangen. Die Demonstrierenden schwenkten georgische und EU-Flaggen und forderten den Rücktritt von Regierungschef Irakli Garibaschwili - einen Tag, nachdem die EU dem Land den Beitrittskandidatenstatus verweigert hatte.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wandte sich während der Proteste mit einer Videobotschaft an die Menge und sagte: "Wir sind freie Menschen, freie Länder und werden immer frei bleiben. Die Ukraine wird Georgien helfen, den Weg nach Europa zu gehen." Die Ukraine und Georgien stünden für immer zusammen, sagte er unter dem Beifall der Menge.

Am Donnerstag hatte die EU auf einem Gipfeltreffen in Brüssel die Ukraine und Moldau zu EU-Beitrittskandidaten erklärt -  Georgien hingegen nicht. EU-Ratspräsident Charles Michel hatte erklärt, die EU sei grundsätzlich auch bereit, Georgien den Kandidatenstatus zu geben. Allerdings müssten dafür in dem Land noch eine Reihe von Reformen umgesetzt werden.

21:25 Uhr | Moskau: EU-Kandidatenstatus ist "geopolitische Vereinnahmung"

Der Kreml hat die Verleihung des EU-Kandidatenstatus an die Ukraine und Moldau als geopolitisches Manöver gegen Moskau verurteilt. Die Entscheidung bestätige, dass "eine geopolitische Vereinnahmung" der ehemaligen Sowjetrepubliken "aktiv vorangetrieben" werde, "um Russland in Schach zu halten", sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa.

Die EU verfolge damit das Ziel, mit den östlichen Nachbarländern Beziehungen auf der Grundlage eines Abhängigkeitsprinzips zu etablieren. Brüssel wende "politische und wirtschaftliche Erpressungsmethoden" an und zwinge die Kandidatenländer, "unrechtmäßige Sanktionen" gegen Moskau zu verhängen. Das "aggressive Vorgehen" der EU habe das Potenzial, neue Spaltungen und tiefe Krisen in Europa zu schaffen, fuhr Sacharowa fort. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hatte sich zuvor zurückhaltender geäußert und die Entscheidung als "innere Angelegenheit" Europas bezeichnet. Allerdings dürfe die Entwicklung nicht zu Problemen für Russland führen, sagte er weiter. 

21:13 Uhr | Verdacht auf Deep Fake bei Telefonat Giffey-Klitschko

Bei einer Videoschalte von Berlins Regierender Bürgermeisterin Franziska Giffey sind Zweifel aufgekommen, dass sie tatsächlich mit Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko verbunden war. Senatssprecherin Lisa Frerichs berichtete, nach einem harmlosen Beginn seien Themen angesprochen worden, die Giffey misstrauisch gemacht hätten. Eine Frage habe gelautet, "ob wir Kiew beratend unterstützen könnten, eine Art Christopher Street Day auszurichten". Das Gespräch endete dann vorzeitig.

Die Senatskanzlei geht von einer digitalen Manipulation aus. Allem Anschein nach habe man es mit Deep Fake zu tun. Es habe keinen Hinweis darauf gegeben, nicht mit einer realen Person zu sprechen. "Es saß uns jemand gegenüber, der genau so aussah wie Vitali Klitschko, der sich so bewegt hat", sagte Frerichs.

Deep Fakes sind anspruchsvolle technische Manipulationen. Auf Twitter teilte die Senatskanzlei später mit, ein Gespräch mit dem ukrainischen Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, habe bestätigt, dass Giffey nicht mit Klitschko verbunden gewesen sei. Einen ähnlichen Anruf per Videoschalte erhielt am Freitag auch der Bürgermeister von Madrid, José Luis Martinez-Almeida.

20:08 Uhr | Sjewjerodonezk: Ukrainische Truppen und Zivilisten verschanzt

Trotz der Grundsatzentscheidung Kiews, das schwer umkämpfte Verwaltungszentrum Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine aufzugeben, hängen in der früheren Großstadt immer noch regierungstreue Truppen, aber auch Zivilisten fest. Das geht aus dem Lagebericht des Generalstabs und aus Aussagen der Kreisverwaltung hervor.

Die russischen Truppen "haben Sturmaktivitäten in der Industriezone von Sjewjerodonezk durchgeführt", teilte der Generalstab mit. Laut dem Chef der Kreisverwaltung, Roman Wlassenko, wird der Abzug der ukrainischen Truppen noch einige Tage in Anspruch nehmen. Zudem sagte er im Interview mit dem US-Sender CNN, dass sich noch 568 Zivilisten in der Chemiefabrik "Azot" vor den Angriffen versteckten. Diese könnten die Anlage verlassen, sobald das Feuer eingestellt sei, allerdings dann nur noch in Richtung russisch besetzter Gebiete, sagte Wlassenko.

Heikel für die ukrainischen Truppen ist die Lage demnach auch in der benachbarten Stadt Lyssytschansk am Westufer des Flusses Siwerskyj Donez. Die Russen hätten mehrere Luftangriffe auf die Stadt geflogen, heißt es im Lagebericht. "Die ukrainischen Verteidiger haben erfolgreich einen Sturm am südlichen Stadtrand von Lyssytschansk abgewehrt", so der Generalstab weiter.

19:41 Uhr | Negative Konsequenzen angedroht

Angesichts der Ernennung der Ukraine und Moldaus zu EU-Beitrittskandidaten droht Russland mit negativen Konsequenzen. Mit der Entscheidung vom Donnerstag setze die Europäische Union eine Politik des geopolitischen Vordringens in die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten fort, um Russland "einzudämmen", sagte Ministeriumssprecherin Maria Sacharowa. Dabei bedächten die EU-Politiker nicht "die negativen Konsequenzen" eines solchen Schritts.

19:10 Uhr | Italien verringert Abhängigkeit

Italien hat seine Abhängigkeit von Gasimporten aus Russland von 40 Prozent im vorigen Jahr auf 25 Prozent verringert. Das teilte Ministerpräsident Mario Draghi beim EU-Gipfel in Brüssel mit.

18:18 Uhr | Klingbeil: Lassen uns nicht erpressen

Der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil hat angekündigt, dass Deutschland seine Unterstützung der Ukraine trotz reduzierter russischer Gaslieferungen nicht verringern wird. "Wir lassen uns nicht erpressen. Wir stehen solidarisch an der Seite der Ukraine, liefern Waffen, halten die Sanktionen aufrecht", sagte Klingbeil der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

17:28 Uhr | Von der Leyen ruft zum Energiesparen auf

Angesichts drohender Gas-Engpässe hat EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen europäische Verbraucher erneut zum Energiesparen aufgefordert. Wenn man die Heiztemperatur in der gesamten EU nur um zwei Grad senke und die von Klimaanlagen um zwei Grad erhöhe, könne man die gesamten Lieferungen der Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 einsparen.

17:12 Uhr | Helfen Panzerhaubitzen jetzt noch im Donbass?

Die ukrainische Armee zieht sich aus der umkämpften Stadt Sjewjerodonezk im Donbass zurück. Ex-General Erhard Bühler hält das für sinnvoll. Außerdem erklärt er in seinem Podcast "Was tun, Herr General?", wie Raketenwerfer und Panzerhaubitzen den Krieg verändern könnten.

Nachrichten

Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler 69 min
Bildrechte: MDR / Erhard Bühler

16:23 Uhr | Medwedew spottet über Äußerung von Baerbock

Mit Spott hat der russische Ex-Präsident Dmitri Medwedew auf den Vorwurf von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock reagiert, Russland setze den Hunger als Waffe ein. Eine solche Äußerung von einer deutschen Amtsträgerin sei "natürlich erstaunlich", twitterte Medwedew und schlug einen Bogen zu den Verbrechen Nazi-Deutschlands im Zweiten Weltkrieg in der Sowjetunion: Baerbock sei schließlich Vertreterin eines Landes, das "Leningrad 900 Tage lang in einer Blockade abriegelte, wo fast 700.000 Menschen an Hunger starben".

15:52 Uhr | Hoffnung auf neue Exportwege für Getreide

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hofft darauf, dass schon im Juli wieder täglich Getreide aus der Ukraine exportiert werden kann. Sie sagte, es gehe angesichts des Kriegs darum, Alternativen zum blockierten Hafen von Odessa zu finden. Eine Möglichkeit sei der Landweg über Rumänien und die Schifffahrt über die Donau. Über diese Route werde bereits Getreide transportiert.

In Friedenszeiten hatte die Ukraine monatlich rund fünf Millionen Tonnen Getreide exportiert. Zum Kriegsbeginn waren die Ausfuhren auf 350.000 Tonnen eingebrochen.

15:43 Uhr | Scholz: Niemand glaubt an technische Gründe

Bundeskanzler Olaf Scholz hat Zweifel an russischen Angaben bekräftigt, dass die Drosselung von Gaslieferungen an technischen Gründen liege. "Niemand in der EU glaubt daran, dass Russland seine Gaslieferungen aus technischen Gründen reduziert", sagte Scholz nach Abschluss des EU-Gipfels in Brüssel.

14:02 Uhr | Ukraine: Lyssytschansk droht Einkesselung

Die russischen Streitkräfte versuchen nach ukrainischen Angaben die umkämpfte Stadt Lyssytschansk einzukesseln. Das sagte ein Sprecher des ukrainischen Verteidigungsministeriums. Er wollte sich dabei nicht zu Angaben des Gouverneurs der Region Luhansk äußern, wonach jetzt die ukrainischen Truppen aus Sjewjerodonezk abgezogen werden.

13:46 Uhr | Lawrow: EU und Nato bereiten Krieg vor

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat der EU und der Nato vorgeworfen, Kräfte zu einem Krieg gegen Russland zu bündeln. Bei einem Besuch in der ehemaligen Sowjetrepublik Aserbaidschan sagte er heute, vor seinem Überfall auf die Sowjetunion 1941 habe auch Nazi-Deutschland damals andere europäische Länder um sich versammelt.

13:15 Uhr | Ukraine bietet Deutschland Atomstrom an

Die Ukraine will Deutschland bei der Abkehr von russischer Energie unterstützen und könnte die Lieferung von Atomstrom anbieten. Kernenergie mache in der Ukraine mehr als 50 Prozent der kohlestoff-freien Energie-Erzeugung aus, schreibt Energieminister German Galuschchenko in einem Gastbeitrag für die "Wirtschaftswoche". Da die Ukraine im März ihr Netz mit dem der EU synchronisiert habe, könne sie Strom auch liefern.

12:45 Uhr | Polen bekommt EU-Kredit für Flüchtlinge

Für Unterbringung, Unterstützung, Gesundheits- und Bildungsausgaben bei der Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge erhält Polen einen Kredit in Höhe von 450 Millionen Euro von der Entwicklungsbank des Europarats. Es handle sich um die größte je von der Bank bewilligte Summe, teilte der Europarat mit.

11:05 Uhr | Ukraine verliert weitere Ortschaften

Im ostukrainischen Gebiet Luhansk haben russische Soldaten und pro-russische Milizen eigenen Angaben zufolge die Siedlungen Hirske und Solote erobert. Die Luhansker Separatisten zeigten heute eine sowjetischen Flagge auf dem Gebäude der Stadtverwaltung von Solote, südlich der umkämpften Stadt Lyssytschansk. Eine Bestätigung der ukrainischen Seite gab es zunächst nicht. Sie hatte heute allerdings die vorläufige Aufgabe von Sjewjerodonezk durch die ukrainische Armee verkündet. Diese Stadt liegt auf der anderen Seite des gleichnamigen Flusses der Stadt Lyssytschansk gegenüber.

10:28 Uhr | Hallenbad in Halle schließt

Das Hallenbad "Saline" in Halle hat wegen der steigenden Erdgaspreise am Freitag seinen Betrieb eingestellt. Grund seien die "Entwicklungen auf dem Wärme- und Erdgasmarkt", hieß es in einer Mitteilung. Das Hallenbad wird demnach mit Gas beheizt. Das Freibad bleibe hingegen offen.

09:45 Uhr | Anschlag im russisch besetzten Cherson

In der besetzten Stadt Cherson im Süden der Ukraine ist nach russischen Angaben ein Behördenvertreter bei einem Attentat getötet worden. Wie es von russischen Nachrichtenagenturen hieß, soll ein Sprengkörper im Auto des Mannes angebracht gewesen sein. Die russische Armee hatte das an die 2014 annektierte Krim-Halbinsel grenzende Gebiet um Cherson schon vor gut drei Monaten erobert. Vor zwei Wochen begann Russland dort mit der Ausgabe russischer Pässe und führte den russische Rubel als Zahlungsmittel ein.

09:30 Uhr | Welternährungskonferenz in Berlin

Um die Folgen des Ukraine-Kriegs für die weltweite Lebensmittelversorgung geht es auf der Welternährungskonferenz, die heute kurz nach dem Mittag in Berlin eröffnet wird. Verschiedener Länder und Organisationen beraten über um Wege, wie Getreide trotz russischer Belagerung aus der Ukraine kommen kann, sowie um humanitäre Hilfe für von Hunger bedrohte Länder.

08:09 Uhr | Rückzug aus Sjewjerodonezk

Die Ukraine hat den Rückzug ihrer Truppen aus der umkämpften Stadt Sjewjerodonezk im Osten des Landes angeordnet. Das sagte der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, am Freitag im Fernsehen.

07:00 Uhr | Bundestag berät über Energieversorgung

Der Bundestag debattiert in seiner heutigen Sitzung auch über die aktueller Lage der Energieversorgung – konkret über einen Antrag der Fraktionen von SPD, Grünen und FDP, der für den Fall eines Gasmangels die Bereithaltung zusätzlicher Erzeugungskapazitäten zur Stromherstellung aus Kohle und aus Mineralöl vorsieht. Dies ist Teil der Vorbereitung auf mögliche Engpässe bei Erdgas im Rahmen des seit 30. März geltenden und gestern mit der zweiten Stufe nun noch einmal verschärften Notfallplans Gas.

06:00 Uhr | Gallert fordert klare Haltung zu Russland

Der Linke-Politiker Wulf Gallert aus Sachsen-Anhalt hat seiner Partei einen falschen Umgang mit Russland vorgeworfen. Gallert sagte MDR AKTUELL, Russlands Präsident Wladimir Putin sei ein reaktionärer Autokrat, der sich zum Diktator wandele. Vor dem heute beginnenden Parteitag forderte Gallert, die Partei solle ihre Selbstgefälligkeit ablegen etwa bei ihrem Nein zur Nato. Man müsse sich realistische Gedanken zur Sicherheit in Europa machen.

Auf dem Parteitag in Erfurt wählt die Linke eine neue Parteispitze, Gallert bewirbt sich um einen Stellvertreterposten. Den rund 570 Delegierten liegt zudem ein Leitantrag des Parteivorstands vor, in dem Russland wegen des Ukraine-Kriegs eine "imperialistische Politik" vorgeworfen wird. Eine Gruppe um Ex-Bundestags-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht, die eine Mitschuld des Westens an dem Krieg sieht, verlangt Änderungen des Textes.

04:31 Uhr | Flüchtlinge vor übereilter Rückkehr gewarnt

Olena Sotnyk, Beraterin der ukrainischen Vize-Regierungschefin Olha Stefanischyna, hat die geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainer vor einer übereilten Rückkehr gewarnt. Zunächst müsse die Infrastruktur wieder aufgebaut werden. Minen und Sprengfallen müssten entfernt und die Städte etwa durch Raketenabwehr-Systeme besser geschützt werden.

04:00 Uhr | Caritas-Verband für weiteres Entlastungspaket

Wegen steigender Energiekosten fordert der Caritas-Verband zusätzliche staatliche Hilfen. Wenn die Energie-Versorger höhere Preise direkt an ihre Kunden weiterreichten, würden Menschen, "die schon jetzt in Deutschland am Existenzminimum leben, von den hohen Gaspreisen unmittelbar in Existenznot gebracht", sagte Caritas-Präsidentin Eva-Maria Welskop-Deffaa der Zeitung "Augsburger Allgemeine". Es brauche weitere Entlastungen: Gassperren für Kunden, die nicht zahlen können, sollten ausgesetzt und Heizkosten von Menschen in Grundsicherung übernommen werden.

01:03 Uhr | Mieterbund fordert Kündigungsmoratorium

Wegen steigender Energiepreise fordert der Präsident des Deutschen Mieterbunds, Lukas Siebenkotten, Mieter vor möglichen Kündigungen zu schützen. "Wir fordern ein Kündigungsmoratorium, das sicherstellt, dass niemandem gekündigt werden darf, der wegen stark gestiegener Heizkosten seine Nebenkostenabrechnung nicht fristgerecht bezahlen kann", sagte Siebenkotten den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

01:00 Uhr | Lebensmittel: Özdemir für weitere Entlastung

Bundesernährungsminister Cem Özdemir erwartet weiter steigende Lebensmittelpreise und befürwortet deshalb weitere Entlastungen für arme Haushalte hierzulande. Dem "Tagesspiegel" sagte der Grünen-Politiker, der Höhepunkt bei den Preisen sei wohl noch nicht erreicht. Eine Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse, wie es Sozialverbände fordern, fände er gut, "weil Konsumausgaben gerade bei Ärmeren eine große Rolle spielen und weil das auch ein Beitrag für eine gesunde Ernährung wäre". Er fürchte aber, dass es derzeit keine Mehrheit mit SPD und FDP dafür gebe.

00:47 Uhr | Mehrheit für längere AKW-Laufzeiten

Eine Mehrheit befragter Bürger hält eine stärkere Nutzung von Kohle und Atomkraft für sinnvoll. Das geht aus dem neuen ARD-Deutschlandtrend hervor. Danach gaben 56 Prozent der Befragten an, für eine stärker Nutzung von Kohlekraftwerken zu sein. Einen Weiterbetrieb der drei deutschen Atomkraftwerke über das Jahresende hinaus befürworteten 61 Prozent. Für den "Deutschlandtrend" hatten die Meinungsforscher von Infratest dimap gut 1.200 Wahlberechtigte gefragt. Hintergrund sind die hohen Energiepreise und gedrosselte Gaslieferungen aus Russland.

00:35 Uhr | London will bei Minenräumung helfen

Der britische Premierminister Boris Johnson signalisiert eine Bereitschaft seines Landes, bei der Räumung von Seeminen vor der Küste der Ukraine zu helfen. Details nannte Johnson im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters nicht. Er sagte aber, dass "auf einer technischen Ebene" gesprochen werde, "um bei der Minenräumung bei Odessa zu helfen".

00:16 Uhr | Bundesnetzagentur mahnt zum Energiesparen

Der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, hat in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner" nochmals dazu aufgerufen, wenn möglich, Energie zu sparen. Hintergrund ist die von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ausgerufene Alarmstufe des Notfallplans Gas. Müller warnte vor den Folgen, sollte auch die dritte und letzte Stufe ausgerufen werden müssen. Dann wären Industriefirmen auf die Zuteilung von Gas angewiesen. Energie sparen könne helfen, dass dieser Fall nicht eintrete.

00:00 Uhr | Ticker am Freitag, 24. Juni 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Juni 2022 | 06:00 Uhr

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