Russland-Ukraine-Krieg Ticker: Scholz und Macron fordern in Telefonat mit Putin Kriegsende

Bundeskanzler Olaf Scholz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben Kreml-Chef Wladimir Putin zur Beendigung des Ukraine-Krieges aufgefordert. Das russische Militär hat nach eigenen Angaben die vollständige Kontrolle über die strategisch wichtige Kleinstadt Lyman im ostukrainischen Donbass erlangt. Zuvor hatte Kiew dort bereits einen Rückschlag eingeräumt. Der Gouverneur von Luhansk berichtet von rund 10.000 russischen Soldaten im Einsatz. Mehr dazu in den aktuellen Ticker-Meldungen.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nimmt an einer Podiumsdiskussion teil.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nimmt an einer Podiumsdiskussion beim Katholikentag in Stuttgart teil. In einem gemeinsamen Telefonat haben er und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einer Beendigung des Krieges in der Ukraine aufgefordert. Bildrechte: dpa

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, da wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum unabhängig verifiziert werden können.

23:38 Uhr | Selenskyj fordert Einstufung Russlands als Terrorstaat

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland eine Politik des Terrors vorgeworfen. "Ich werde die Welt immer wieder daran erinnern, dass Russland endlich offiziell als Terrorstaat, als Förderer des Terrorismus, anerkannt werden muss", sagte Selenskyj in einer Videoansprache in Kiew. Dies spiegele die tägliche Realität wider, die Russland mit seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine geschaffen habe "und sehr viel weiter nach Europa tragen" wolle. "Und das muss rechtlich verankert werden."

Er wolle sich zu Wochenbeginn an die Teilnehmer des EU-Sondergipfels in Brüssel wenden und dann auch darüber sprechen. "Über den Terror, der heute tatsächlich die einzige Form des Handelns des russischen Staates gegen Europa geworden ist", sagte Selenskyj. "Terror auf dem Gebiet der Ukraine. Terror auf dem Energiemarkt in Europa, nicht nur in unserem Land. Terror auf dem Lebensmittelmarkt, und zwar weltweit. Das ukrainische Parlament hatte Russland im April als Terrorstaat eingestuft.

22:34 Uhr | Ukraine fordert Mehrfachraketenwerfer

Die Ukraine hat den Westen zur Lieferung fortschrittlicher Mehrfachraketenwerfer mit hoher Reichweite für den Kampf gegen Russland aufgefordert. "Wenn der Westen wirklich den Sieg der Ukraine will, ist es vielleicht Zeit, uns MLRS zu geben?", teilte Mychajlo Podoljak, Berater von Präsident Wolodymyr Selenskyj, auf Twitter mit. MLRS sind in den USA hergestellte Artilleriesysteme. "Es ist schwer zu kämpfen, wenn man aus einer Entfernung von 70 Kilometern angegriffen wird und nichts hat, womit man sich wehren kann", meinte Podoljak. Die Ukraine könne Russland "hinter den Eisernen Vorhang" zurückbringen. "Aber dafür brauchen wir wirksame Waffen. Hier und jetzt."

21:35 Uhr | Ukraine: Westliche Sanktionen nicht der Grund für Lebensmittelknappheit

Die Ukraine hat Russland mit Nachdruck widersprochen, dass westliche Strafmaßnahmen gegen Moskau der Grund für die aktuelle mangelnde Lebensmittelsicherheit in der Welt seien. "Sanktionen gegen Russland haben nichts mit der sich abzeichnenden globalen Nahrungsmittelkrise zu tun", teilte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba mit. "Der einzige Grund für Engpässe, steigende Preise und drohenden Hunger ist, dass das russische Militär 22 Millionen Tonnen ukrainischer Lebensmittelexporte in unseren Seehäfen physisch blockiert", betonte Kuleba. Der Westen müsse Russland mit Druck dazu bringen, die Blockade zu beenden.

21:01 Uhr | Selenskyj: Können nicht ganzes Staatsgebiet militärisch zurückholen

Die Ukraine wird Präsident Wolodymyr Selenskyj zufolge das von Russland in den vergangenen Jahren eingenommene Staatsgebiet nicht komplett mit Gewalt zurückholen können. "Ich glaube nicht, dass wir unser gesamtes Territorium mit militärischen Mitteln zurückgewinnen können", sagte er in einem Interview, das sein Büro in voller Länge ins Internet stellte. Bei einem solchen Vorgehen würden Hunderttausende Menschen getötet.

20:34 Uhr | Private Hilfe für Geflüchtete in Polen

Vier Polinnen gewähren rund 80 Geflüchteten aus der Ukraine Unterschlupf, unter ihnen viele Kinder. Die Hilfsbereitschaft beschränkt sich nicht nur aufs Dach über dem Kopf – hinter jeder Tür der Herberge verbirgt sich ein anderes Schicksal:

20:11 Uhr | Schwere Schäden an Solarkraftwerk

Ein Fotograf der Nachrichtenagentur Reuters berichtet von schweren Schäden an einem Solarkraftwerk in der Region Charkiw. Offenbar sei die Anlage von einer Rakete getroffen worden. Der ukrainische Generalstab hat mehrere russische Angriffe auf Gemeinden und Infrastruktur-Einrichtungen in der Region gemeldet.

18:59 Uhr | Claudia Roth: Ukraine nicht nur mit Waffen unterstützen

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Claudia Roth (Grüne), hat sich dafür ausgesprochen, die Ukraine jenseits von Waffenlieferungen zu unterstützen. Sie sei mit ihrem ukrainischen Kollegen im Gespräch, wie man das Land humanitär und wirtschaftlich unterstützen könne, sagte sie bei einem Gespräch auf dem 102. Deutschen Katholikentag in Stuttgart. Es gehe nicht nur um die Frage nach Waffenlieferungen, sondern auch darum, wie geernteter Weizen aus dem Land gebracht werden könne und wie ein Wiederaufbau des Landes aussehen könne.

18:14 Uhr | Getreide-Exporte aus der Ukraine sorgen für überlastete Grenzübergänge

Gewaltige Mengen, beschränkte Kapazitäten: Die ukrainisch-rumänischen Grenzübergänge kommen derzeit bei Getreideexporten aus der Ukraine an ihre Grenzen. Im Zuge des russischen Angriffskriegs leitet die Ukraine ihr Getreide ins Nachbarland um. Laut rumänischer Polizei konnten die Wartezeiten an den Grenzübergängen mittlerweile verringert werden. Doch mit der bevorstehenden Ernte droht neues Chaos:

17:36 Uhr | Demonstration in Berlin für ukrainischen EU-Beitritt

Einige Hundert Menschen haben in Berlin für einen schnellen EU-Beitritt der Ukraine demonstriert. Unter dem Motto "EUkraine Now" hätten sich am Nachmittag rund 400 Demonstranten vor dem Bundeskanzleramt versammelt, teilte die Polizei mit. Vor Ort waren Menschen zu sehen, die sich Flaggen der EU und der Ukraine übergeworfen hatten. Auf Transparenten wurde angesichts des russischen Angriffskriegs zu Solidarität mit der Ukraine aufgerufen. Die Demonstration verlief nach Polizeiangaben störungsfrei.

Demonstranten stehen bei einer Kundgebung für den Beitritt der Ukraine in die Europäische Union EU mit Ukrainischen Flaggen vor dem Kanzleramt.
Demonstranten stehen bei einer Kundgebung für den Beitritt der Ukraine in die Europäische Union vor dem Kanzleramt. Bildrechte: dpa

16:55 Uhr | Russisch-orthodoxe Kirche akzeptiert Unabhängigkeit des ukrainischen Zweiges

Die russisch-orthodoxe Kirche akzeptiert nach eigenen Angaben die völlige Unabhängigkeit ihres ukrainischen Zweiges. Der Außenamtschef des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion, stimmte in einer Videobotschaft der Entscheidung der eigenen ukrainisch-orthodoxen Kirche zu, ab sofort komplett eigenständig zu sein. Zugleich betonte er: "Die Einheit der russischen und ukrainischen Kirche bleibt gewahrt, und wir werden diese Einheit weiter stärken."

Die ukrainisch-orthodoxe Kirche hatte gestern bei einem Landeskonzil in Kiew ihre Loslösung vom Moskauer Patriarchat beschlossen, dem sie seit 1686 unterstand. Sie begründete den Schritt damit, dass sie mit der "Position des Patriarchen von Moskau und ganz Russland Kyrill zum Krieg in der Ukraine" nicht einverstanden sei.

16:36 Uhr | Selenskyj fordert Kampf gegen Lebensmittelkrise

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei einem Gespräch mit den britischen Premierminister Boris Johnson zum gemeinsamen Kampf gegen eine Lebensmittelkrise in der Welt aufgerufen. Dazu müssten die Häfen der Ukraine im Schwarzen Meer von der Blockade befreit werden, teilte Selenskyj nach einem Telefonat mit Johnson mit. Johnson sicherte zu, mit westlichen Partnern nach Lösungen zu suchen, um gegen Russlands Exportblockade von Getreide vorzugehen und damit eine globale Hungersnot abzuwenden.

15:56 Uhr | EVP-Fraktionschef Weber: Außen- und Verteidigungspolitik der EU neu ausrichten

Manfred Weber (CSU), Mitglied der Fraktion EVP, sitzt im Plenarsaal des Europäischen Parlaments. Im EU-Parlament wird schwerpunktmäßig über das Thema Ukraine diskutiert. Erwartet wird die Vorstellung eines sechsten Sanktionspakets, das auch den Ausstieg von russischem Öl umfasst.
EVP-Fraktionschef Manfred Weber im Europäischen Parlament Bildrechte: dpa

Der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP) im Europaparlament, Manfred Weber, sieht im russischen Angriffskrieg auf die Ukraine eine historische Chance für eine Neuausrichtung der Europäischen Union. "Die EU muss sich endlich eine Außen- und Verteidigungspolitik geben, die etwa eine gemeinsame Cyber- und Raketenverteidigung umfasst", sagte der CSU-Politiker dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". Die Europäer sollten zudem "nachdenken, wie man Frankreichs Nuklearstreitkräfte in einen Schutzschild für alle EU-Staaten verwandeln kann", so Weber.

15:43 Uhr | Scholz und Macron fordern von Putin Kriegsende

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben den russischen Präsidenten Wladimir in einem Telefonat erneut zur Beendigung des Krieges in der Ukraine aufgefordert. Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Hebestreit, teilte mit, Scholz und Macron hätten in dem rund 80-minütigen Gespräch auf "einen sofortigen Waffenstillstand und einen Rückzug der russischen Truppen" gedrungen. "Sie riefen den russischen Präsidenten zu ernsthaften direkten Verhandlungen mit dem ukrainischen Präsidenten und einer diplomatischen Lösung des Konflikts auf."

14:59 Uhr | Putin stellt Ausfuhr von Getreide in Aussicht

Russlands Staatschef Wladimir Putin hat in einem Telefonat mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in Aussicht gestellt, bei Lockerungen der westlichen Sanktionen gegen sein Land die Ausfuhr von Getreide aus der Ukraine zu ermöglichen. Russland sei "bereit", Möglichkeiten "für einen Getreide-Export ohne Hemmnisse zu finden", sagte Putin nach Kreml-Angaben in einem Telefonat mit Scholz und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron. Allerdings müssten auch westliche Sanktionen gegen Russland aufgehoben werden.

14:28 Uhr | Ex-Präsident Poroschenko offenbar an Ausreise gehindert

Petro Poroschenko
Der ukrainische Ex-Präsident Petro Poroschenko (Archivbild) Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

Dem früheren ukrainischen Präsident Petro Poroschenko ist nach eigenen Angaben die Ausreise für einen Besuch in Litauen verweigert worden. Wie sein Pressedienst mitteilte, wollte Poroschenko in Vilnius unter anderem als Mitglied der ukrainischen Delegation an der Frühjahrstagung der Parlamentarischen Versammlung der Nato teilnehmen.

Die Behörden in Kiew könnten mit ihrer Entscheidung den in Kriegszeiten geltenden "politischen Waffenstillstand" gebrochen haben, der einer der "Pfeiler der nationalen Einheit angesichts der russischen Aggression" sei, hieß es in der Mitteilung des Pressedienstes. Der Milliardär Poroschenko hatte die Ukraine von 2014 bis 2019 regiert, bevor er die Wahl gegen den heutigen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj verlor.

13:45 Uhr | Ukraine: Raketen und Haubitzen erhalten

Die Ukraine hat Verteidigungsminister Olexij Resnikow zufolge die ersten Harpoon Antischiffsraketen aus Dänemark und Selbstfahrhaubitzen aus den USA bekommen. Das schreibt Resnikow auf Facebook.

Update 13:19 Uhr | Fluchtkorridor aus Cherson geschlossen

Die russischen Truppen haben die Fluchtroute aus dem südukrainischen Gebiet Cherson in Richtung Norden geschlossen. Grund dafür sei der systematische Beschuss vonseiten ukrainischer Kämpfer dort, erklärte der Vizechef der prorussischen Militärverwaltung, Kirill Stremoussow.

Ausreisen aus dem Gebiet Cherson seien stattdessen über die Halbinsel Krim oder den russisch kontrollierten Teil des Gebiets Saporischschja möglich. Die neue Verwaltung hat zahlreiche Initiativen unternommen, das Gebiet Cherson von der Ukraine abzuschneiden und an Russland anzubinden. So wurde die russische Landeswährung Rubel eingeführt, die Administration hat die Ausgabe russischer Pässe gefordert und den Eintritt des Gebiets in die Russische Föderation

13:11 Uhr | Europol: Sorge über Verbleib von Waffen

Die europäische Polizeibehörde Europol ist besorgt über den Verbleib von Waffen nach Ende des Ukrainekrieges. Direktorin Catherine De Bolle sagte der "Welt am Sonntag", man wolle eine Situation wie vor 30 Jahren im Balkankrieg verhindern. Die Waffen aus diesem Krieg würden noch heute von kriminellen Gruppen genutzt. Europol wolle deshalb eine internationale Arbeitsgruppe einrichten, um Strategien für den Umgang mit der Situation zu entwickeln. Zudem beobachte man die Reiseaktivitäten bekannter Extremisten zwischen EU und Ukraine.

12:06 Uhr | Moskau: Strategisch wichtige Stadt Lyman erobert

Das russische Militär hat die Einnahme der strategisch wichtigen Ortschaft Lyman im Osten der Ukraine bestätigt. "Einheiten der Miliz der Volksrepublik Donezk und der russischen Streitkräfte" hätten Lyman in einer gemeinsamen Aktion "befreit", hieß es in einer Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums in Moskau.

10:24 Uhr | Ukraine meldet Rückschlag in wichtiger Stadt Lyman

Das ukrainische Militär hat einen Rückschlag im Kampf um die strategisch wichtige Stadt Lyman im Donbass eingeräumt. Der Feind versuche sich im Raum Lyman festzusetzen, und beschieße bereits Ortschaften außerhalb der Stadt, heißt es im Lagebericht des ukrainischen Generalstabs. Dabei handelt es sich den Angaben zufolge um zwei Dörfer südöstlich von Lyman. Das deutet darauf hin, dass die Front nun südlich der Stadt verläuft. Das russische Militär hatte Lyman von Norden her angegriffen. Die Stadt liegt strategisch wichtig an einer Kreuzung, von wo aus sowohl der Ballungsraum um die Großstädte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk als auch der Ballungsraum um Slowjansk und Kramatorsk attackiert werden kann.

09:35 Uhr | Sipri-Studie: Gefährliche Mischung aus Krisen

Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri hat ein düsteres Bild der gegenwärtigen Sicherheitslage gezeichnet. Der Co-Autor einer aktuellen Studie, Florian Krampe, sagte MDR AKTUELL, es gebe derzeit eine gefährliche Mischung aus zwei Krisen. Man habe es mit einer Umwelt- und einer Sicherheitskrise zu tun. Das Schlimmste was passieren könne sei, dass man diesen Zusammenhang nicht erkenne. Nach Ansicht von Krampe ist es nur durch internationale Zusammenarbeit möglich, die Krisen in den Griff zu bekommen. Im April hatte Sipri mitgeteilt, dass die weltweiten Militärausgaben im vergangenen Jahr erstmals über die Marke von zwei Billionen Dollar gestiegen sind. Das Interview zum Nachhören:

Update 08:40 Uhr | Gouverneur: Rund 10.000 russische Soldaten in Luhansk

In der ostukrainischen Region Luhansk halten sich nach Schätzungen des dortigen Gouverneurs rund 10.000 russische Soldaten auf. Das seien die Einheiten, die dauerhaft dort seien, die versuchten, anzugreifen und in jede Richtung vorzurücken, in die sie das könnten, sagt Gouverneur Serhij Gaidai im ukrainischen Fernsehen. Unabhängig überprüfen kann Reuters diese Angaben nicht.

Gestern berichtete der Bürgermeister der Stadt Sjewjerodonezk im Gebiet Luhansk von heftigen Angriffen der russischen Truppen. Rund 12.000 bis 13.000 Menschen seien in der Stadt verblieben, 60 Prozent der Wohngebäude seien dort zerstört worden. Mehr als 1.500 Menschen seien seit Kriegsbeginn gestorben.

Die Großstädte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk sind derzeit die äußersten ukrainischen Vorposten im Osten. Kämpfe gibt es aber auch schon im Rückraum dieser Städte, damit drohen ukrainische Truppen abgeriegelt zu werden.

07:55 Uhr | Ukraine: Deutschland sollte Gaslieferungen stoppen

Der ukrainische Staatskonzern Naftogaz und der staatliche Netzbetreiber appellieren an Deutschland, russische Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 einzustellen oder zumindest spürbar zu drosseln. Die Leitung durch die Ostsee sei unter anderem erlaubt worden, um die Gasversorgung Europas zu sichern, sagte Konzernchef Serhij Makohon im ukrainischen Fernsehen. "Aber wir sehen, dass Russland diese Prinzipien völlig verletzt." Er fordere daher das Bundeswirtschaftsministerium und die Bundesnetzagentur auf, die Lieferungen auszusetzen oder mindestens stark zu begrenzen.

04:00 Uhr | Selenskyi trotz schwerer Angriffe zuversichtlich für Donbass

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die derzeitige Lage seiner Truppen im Donbass als sehr schwierig bezeichnet. In seiner abendlichen Ansprache erklärte er, dass die russische Armee ihre Kräfte weiter konzentriere und schwere Artillerie und Flugzeuge einsetze, um die ukrainischen Stellungen zu beschießen. "Wir schützen unser Land so gut wie es unsere derzeitigen Verteidigungsressourcen erlauben. Wenn die Besatzer denken, dass Lyman und Siewierodonezk ihnen gehören werden, dann irren sie sich. Der Donbass wird ukrainisch bleiben", so Selenskyj.

Das ukrainische Militär teilte mit, am Freitag acht Angriffe in den Regionen Donezk und Luhansk abgewehrt und dabei fünf Panzer und zehn gepanzerte Fahrzeuge zerstört zu haben. Fünf Ukrainer seien in der Region Donezk durch russsischen Beschuss ums Leben gekommen, teilte der Gouverneur von Donezk mit.

01:35 Uhr | IW prognostiziert hohen Bedarf an Lehrerstellen

Für den Schulunterricht der geflüchteten Kinder und Jugendlichen aus der Ukraine braucht Deutschland einer Studie zufolge viele tausend neue Lehrerstellen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft ( IW ), die der Zeitung "Welt am Sonntag" vorliegt. Deutsche Behörden haben bisher rund 242.000 geflüchtete Minderjährige aus der Ukraine bis Anfang Mai registriert. Das sind mindestens 3,5 Prozent aller ukrainischen Kinder und Jugendlichen.

Bei diesem Prozentsatz wären 13.500 zusätzliche Lehrkräfte in Vollzeit notwendig, sagte Studienautor Wido Geis-Thöne. Steige der Anteil ukrainischer Kinder auf fünf Prozent, seien es schon 19.400 Lehrkräfte. Werde eine für Willkommensklassen sinnvolle Klassenstärke von 15 Schülern zugrunde gelegt, wären es 20.200 und bei fünf Prozent 28.900 Lehrkräfte in Vollzeit, so die Prognose der Studie.

00:20 Uhr | Russland will höhere Rohstoff-Einnahmen in Offensive stecken

Russland rechnet in diesem Jahr mit zusätzlichen Einnahmen in Höhe von umgerechnet 13,7 Milliarden Euro durch den Export von fossilen Brennstoffen. "Wir erwarten bis zu eine Billion Rubel mehr an Öl- und Gaseinnahmen", sagte Finanzminister Anton Siluanow am Freitag. Ein Teil der Mehreinnahmen könne für die Fortsetzung der russischen Offensive in der Ukraine ausgegeben werden.

Die erhöhten Einnahmen resultieren vor allem aus höheren Gas- und Erdölpreisen. Die Regierung wolle das zusätzliche Geld in diesem Jahr eher ausgeben als zur Seite legen, sagte Siluanow. Es sei auch für "zusätzliche Zahlungen" an Rentner sowie Familien mit Kindern gedacht.

00:00 Uhr | Ticker am Sonnabend, 28. Mai 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Übersichtskarte Ukraine
Bildrechte: MDR

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. Mai 2022 | 06:00 Uhr

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