Ukraine-News Kiew verbietet Bootsfahrten im Gebiet Cherson

25. April 2023, 22:36 Uhr

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, da wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum überprüft werden können.

22:36 Uhr | Kreml übernimmt Kontrolle über russische Uniper-Tochter

Die Regierung in Moskau hat die befristete Kontrolle über russischen Niederlassungen des deutschen Energieversorgers Uniper übernommen. Das geht aus einem am Dienstag von Präsident Wladimir Putin unterzeichneten Dekret hervor, das die Regierung veröffentlichte. Auch die russischen Vermögenswerte des finnischen Versorgers und ehemaliger Uniper-Konzernmutter Fortum Oyj wurden demnach unter staatliche Leitung gestellt. Die Nachrichtenagentur Tass hatte gemeldet, dies geschehe im Gegenzug zur Beschlagnahmung russischer Vermögenswerte im Ausland.

Uniper hatte wegen des russischen Gaslieferstopps Milliardenverluste geschrieben und war von der Bundesregierung verstaatlicht worden. Vergangenes Jahr hatte sich der Konzern um den Verkauf seiner russischen Tochter Unipro bemüht.

22:08 Uhr | Kiew verbietet Bootsfahrten im südukrainischen Gebiet Cherson

Im umkämpften südukrainischen Gebiet Cherson sind alle Fahrten von Booten und Schiffen verboten worden. Die Anordnung diene der Sicherheit der Zivilbevölkerung und gelte vorerst bis zum Auslaufen des Kriegsrechts, hieß es in einer Mitteilung der Gebietsverwaltung vom Dienstag. Ausnahmen gibt es nur für die Streitkräfte der Ukraine und Experten des Wasserschutzes. Das Gebiet grenzt an das Schwarze Meer und wird durch den Fluss Dnipro geteilt. Der mehrere Hundert Meter breite Strom bildet aktuell auch die Frontlinie zum russisch besetzten Teil des Gebiets.

21:00 Uhr | Ukraine will sechs vom Krieg zerstörte Orte völlig neu aufbauen

Die ukrainische Regierung hat in einem Pilotprojekt den Neubau von sechs im Krieg zerstörten Ortschaften nach neuesten technologischen und ökologischen Standards angekündigt. Unter den Siedlungen ist auch der von russischen Truppen zeitweise besetzte Kiewer Vorort Borodjanka, dessen Ruinen zu einem der Symbole des zerstörerischen russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wurden.

Neben Borodjanka sollen auch Moschtschun (beide im Gebiet Kiew), Trostjanez (Gebiet Sumy), Possad-Pokrowske (Gebiet Cherson), Zyrkuny (Gebiet Charkiw) und Jahidne (Gebiet Tschernihiw) nach «neuen Prinzipien» wiedererrichtet werden, sagte Regierungschef Denys Schmyhal bei einer Kabinettssitzung. Das Geld soll aus einem Wiederaufbaufonds kommen.

20:32 Uhr | Lawrow sieht im Getreidestreit Schuld beim Westen

Der russische Außenminister Sergej Lawrow wirft dem Westen vor, Schuld an den festgefahrenen Verhandlungen über eine Verlängerung des Getreideabkommens zu sein. Nach seinen Angaben werden die russischen Interessen etwa beim Export von Düngemitteln nicht berücksichtigt. Zudem kämen entgegen den Ankündigungen weniger als drei Prozent der Ausfuhren ukrainischen Getreides den ärmsten Ländern zugute. Dadurch, dass der Westen den Export russischen Getreides und Düngers verhindere, verschlimmerten sich die Probleme auf den globalen Lebensmittelmärkten, erklärt der Außenminister.

13:25 Uhr | General Bühler zu angeblichem Vorstoß ukrainischer Truppen am Dnepr

Das amerikanische Institute for the Study of War und einige russische Blogger haben gemeldet, dass ukrainische Kräfte bei Cherson den Dnepr überquert hätten und ans Ostufer vorgedrungen seien. Der Ex-Nato-General und Militärexperte Erhard Bühler sagte MDR AKTUELL, ähnliche Meldungen habe es schon mehrfach gegeben. Meistens handle es sich dabei um Aufklärungstrupps, die teils tagelang russische Stellungen auskundschafteten. Das könnten Vorboten einer ukrainischen Offensive sein, jedoch müsse man die Entwicklung abwarten.

11:50 Uhr | Selenskyj verurteilt "barbarischen" Angriff auf Museum in Kupjansk

Nach dem Raketenangriff auf ein Heimatmuseum in der ostukrainischen Stadt Kupjansk hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Russland vorgeworfen, die Geschichte und Kultur der Ukraine auslöschen zu wollen. Russland "tötet Ukrainer mit absolut barbarischen Methoden", teilte Selenskyj im Onlinedienst Telegram mit. Nach seinen Angaben wurden bei dem Angriff ein Mensch getötet und zehn weitere verletzt. Selenskyj teilte ein Video, das Menschen zeigt, die durch Schutthaufen eines teilweise zerstörten Gebäudes laufen.

Die Ukraine hatte Kupjansk und ein wichtiges Eisenbahn-Drehkreuz im Nordosten des Landes im September von russischen Truppen zurückerobert. Aus Angst vor erneuten russischen Versuchen, die Stadt einzunehmen, wurde Anfang März die Evakuierung der Stadt angeordnet. 

Ukrainisches Institut in Deutschland zum Angriff auf Museum in Kupjansk

06:49 Uhr | Moskau droht wieder mit Ende von Getreideabkommen

Russland hat erneut damit gedroht, das Abkommen zur Ausfuhr von ukrainischem Getreide nicht wieder zu verlängern. Das Verteidigungsministerium in Moskau begründete das mit anhaltenden "Terrorangriffen". Die ukrainische Armee habe wiederholt die Basis der russischen Schwarzmeerflotte auf der Krim mit Drohnen angegriffen. Gestern hatte Russland nach eigener Darstellung Attacken auf Schiffe im Hafen Sewastopol abgewehrt.

Das Getreide-Abkommen war im Sommer 2022 unter Vermittlung der UN und der Türkei vereinbart und immer wieder verlängert worden. Aktuell gilt es noch bis zum 18. Mai. Nach Beginn seines Angriffskriegs hatte Russland monatelang die Schwarzmeerhäfen des Nachbarlandes blockiert. Durch den Ausfall ukrainischer Getreideexporte drohten Preissprünge sowie Hungersnöte in armen Ländern. Ein Deal war ausgehandelt worden, damit die Ukraine wieder Getreide verschiffen kann. Im Gegenzug wurden die Sanktionen gegen Russland für Düngemittel gelockert.

00:00 Uhr | Ukraine-News am Dienstag, 25. April 2023

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Was tun, Herr General? - Der Podcast zum Ukraine-Krieg

Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
Bildrechte: MDR / Erhard Bühler
Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
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Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 25. April 2023 | 06:00 Uhr

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