Ukraine-Krieg Ticker vom Samstag: Ukraine meldet Kontrolle über gesamte Region Kiew

Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben die Hauptstadtregion wieder unter ihrer Kontrolle. In befreiten Orten wurden viele Todesopfer entdeckt. Russland konzentriert seine Angriffe derweil auf den Osten und Süden der Ukraine. In Deutschland sind inzwischen 300.000 Flüchtlinge aus der Ukraine registriert. Die aktuellen Ereignisse zum Krieg in der Ukraine im Ticker.

Ein ukrainischer Soldat untersucht einen zerstörten russischen Panzer in Irpin nahe der Hauptstadt Kiew.
Zerstörter russischer Panzer in der Stadt Irpin nahe Kiew. Bildrechte: dpa

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist derzeit schwierig, da wegen der Kämpfe kaum noch unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum unabhängig verifiziert werden können.

23:06 Uhr | Kiew: Hoffnung auf baldiges Treffen von Putin und Selenskyj

In den Verhandlungen zwischen Vertretern Russlands und der Ukraine zeichnen sich aus Sicht der Regierung in Kiew erste positive Signale ab. So sprach der ukrainische Chefunterhändler David Arachamija im Staatsfernsehen von einem möglicherweise baldigen Treffen der Präsidenten Selenskyj und Putin. Die Entwürfe der entsprechenden Dokumente seien bereits so weit fortgeschritten, dass ein "direktes Gespräch der beiden Staatschefs" möglich sei.

Über den aktuellen Stand der Verhandlungen machte Arachamija jedoch keine näheren Angaben. Sollte das Treffen zustandekommen, werde es wohl in der Türkei abgehalten, entweder in Ankara oder Istanbul.

21:55 Uhr | Litauen verzichtet auf russisches Gas

Litauen bezieht nach eigenen Angaben kein Erdgas mehr aus Russland. Dem Energieministerium zufolge fließt seit dem 2. April kein Gas mehr über die Pipeline aus Belarus. Energieminister Dainius Kreivys erklärte: "Wir sind das erste EU-Land unter den Kunden von Gazprom, das unabhängig von russischen Gaslieferungen ist." Der gesamte Bedarf wird nach litauischen Angaben nun über das Flüssiggas-Terminal im Ostseehafen Klaipeda gedeckt.

20:18 Uhr | Ukraine meldet Rückeroberung des Kiewer Umlandes

Die ukrainischen Truppen haben nach eigenen Angaben das gesamte Gebiet der Region Kiew wieder unter ihre Kontrolle gebracht. Vize-Verteidigungsministerin Hanna Malyar schrieb auf Facebook: "Die gesamte Region Kiew ist vom Angreifer befreit." Das russische Militär hatte den Rückzug angekündigt, um sich stärker auf andere Frontabschnitte im Osten und Süden zu konzentrieren.

Derweil wird weiter um die Evakuierung von Zivilisten aus der Hafenstadt Mariupol und anderen Städten gerungen. Zuletzt gelang einigen Tausend Menschen aus der Stadt am Asowschen Meer die Flucht. Mehr im Video.

19:51 Uhr | AFP: Straßen in Kleinstadt Butscha mit Leichen übersät

Nach dem Rückzug der russischen Armee aus dem Kiewer Vorort Butscha sind dort nach Behördenangaben viele Todesopfer entdeckt worden. Die Straßen der stark zerstörten Kleinstadt seien mit Leichen übersät, sagte Bürgermeister Anatoly Fedoruk der Nachrichtenagentur AFP.  "In einigen Straßen sieht man 15 bis 20 Leichen auf dem Boden liegen", sagte der Bürgermeister. Er könne aber nicht sagen, wie viele Tote es insgesamt nach den wochenlangen Kämpfen in Butscha gebe. Etwa 280 Opfer wurden demnach in Massengräbern beigesetzt.

18:48 Uhr | Lwiw: Mehr Rückkehrer aus dem Ausland

Viele Ukrainer kehren derzeit aus dem Ausland zurück in ihre Heimat. Allein in der westukrainischen Region Lwiw (Lemberg) kamen nach offiziellen Angaben binnen 24 Stunden 19.000 Menschen ins Land zurück. Der örtliche Militärchef Maxim Kosyzkyj berichtete auf Facebook dagegen nur von 14.000 Ausreisenden. Seit Beginn des russischen Angriffs am 24. Februar seien 556.000 Menschen heimgekehrt; 1,3 Millionen Ukrainer hätten über die Region Lwiw das Land verlassen. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind insgesamt schon 4,02 Millionen Menschen ins Ausland geflohen.

17:59 Uhr | Wieder Festnahmen bei Anti-Kriegs-Demos in Russland

Bei Protesten gegen den Ukraine-Krieg sind in Russland nach Angaben von Bürgerrechtlern mehr als 200 Menschen festgenommen worden. Festnahmen habe es am Samstag in 17 Städten gegeben, teilte die Organisation OWD-Info mit. In der Hauptstadt Moskau und in St. Petersburg seien die meisten Demonstranten in Gewahrsam genommen worden.

17:16 Uhr | Ukraine: Russland konzentriert Angriffe auf den Osten

Das russische Militär greift nach ukrainischen Angaben verstärkt Ziele in der Ostukraine an. Es gebe Luftangriffe auf die Städte Mariupol, Charkiw und Tschernihiw im Nordosten, sagte der Präsidentenberater Olexij Arestowytsch im ukrainischen Fernsehen. Neben der Rüstungsindustrie seien auch Wohngebiete attackiert worden. Der "Feind" versuche, Tschernihiw in ein zweites Mariupol zu verwandeln. Die seit Wochen eingekesselte Hafenstadt Mariupol ist weitgehend zerstört worden. Russland bestreitet, zivile Ziele anzugreifen.

Dagegen seien im Norden und Nordosten russische Soldaten zurückgedrängt worden, sagte Arestowytsch. Ukrainische Truppen hätten rund um Kiew mehr als 30 Dörfer zurückerobert. Ein AFP-Reporter berichtete, dass im Kiewer Vorort Butscha mindestens 20 Leichen in ziviler Kleidung entdeckt worden seien.

Übersichtskarte Ukraine
Bildrechte: MDR

16:40 Uhr | Russische Terror-Ermittlungen nach Angriff auf Öllager

Russland hat nach einem Angriff auf ein Öllager nahe der russischen Grenzstadt Belgorod ein Strafverfahren wegen Terrorismus eingeleitet. Die nationale Ermittlungsbehörde wirft dem ukrainischen Militär vor, mit zwei schwer bewaffneten Kampfhubschraubern am Freitag in den russischen Luftraum eingedrungen zu sein und mindestens vier Luftschläge verübt zu haben. Die an dem "Terroranschlag" Beteiligten sollen ausfindig und ihnen nach russischem Strafrecht der Prozess gemacht werden. Tote oder Verletzte hatte es bei dem Angriff nicht gegeben.

Riesige Flammen über einer Art Industriegelände 1 min
Russland meldet ukrainischen Luftangriff auf Treibstofflager in Belgorod Bildrechte: Reuters

16:08 Uhr | Wladimir Klitschko dankt "deutschem Bruderland"

Der ukrainische Ex-Boxweltmeister Wladimir Klitschko hat sich zum Abschluss seines Deutschland-Besuchs für die Hilfe im Kampf gegen Russland bedankt. Der Bruder des Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, sagte in einem Video auf Twitter: "Die Unterstützung, die Deutschland der Ukraine gewährt, ist bemerkenswert. Sei es materielle Hilfe, sei es die Bereitstellung von lebenswichtigen Gütern oder Waffen." Deutschland und die Ukraine seien "vereint wie nie zuvor, weil sie gemeinsam das Völkerrecht und den zentralen Wert der Freiheit verteidigen. (...) Danke liebes deutsches Bruderland, Danke." Klitschko war seit Donnerstag in Deutschland und traf Politiker, darunter Wirtschaftsminister Robert Habeck und Außenministerin Annalena Baerbock.

15:32 Uhr | Weiterer Reporter in der Ukraine getötet

Ein seit zwei Wochen in der Ukraine vermisster Journalist ist in einem Dorf nahe der Hauptstadt Kiew tot aufgefunden worden. Wie die Generalstaatsanwaltschaft in Kiew mitteilte, handelt es sich um den ukrainischen Dokumentarfilmer und Fotografen Maxim Lewin. Es sei offenbar von russischen Soldaten erschossen worden, die Ermittlungen dauerten an. Nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen ist Lewin der sechste Journalist, der seit Beginn des russischen Angriffs am 24. Februar getötet wurde. Er sei unbewaffnet gewesen und habe eine Jacke mit der Aufschrift "Presse" getragen.

14:55 Uhr | Russland droht mit Ultimatum für ISS-Kooperation

Russland hat bei anhaltenden Sanktionen des Westens gedroht, die Zusammenarbeit auf der Internationalen Raumstation ISS zu beenden. Die Raumfahrbehörde teilte mit, normale Beziehungen der ISS-Partner seien nur möglich, wenn die Sanktionen vollständig und bedingungslos aufgehoben würden. Die Regierung in Moskau werde in Kürze ein entsprechendes Ultimatum verkünden. Behördenchef Dimitri Rogosin kritisierte, der Westen tue so, als beträfen die Sanktionen nicht die ISS. Dort gewährleiste Russland aber die Lebensfunktion und Sicherheit. Erst kürzlich waren drei Besatzungsmitglieder mit einer Sojus-Kapsel sicher zur Erde zurückgekehrt.

14:11 Uhr | Polen für schärfere Sanktionen gegen Russland

Roberta Metsola und Mateusz Morawiecki  gehen durch eine Tür.
EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola und der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki. Bildrechte: IMAGO / NurPhoto

Polen dringt auf eine weitere Verschärfung der EU-Sanktionen gegen Russland. Ministerpräsident Mateusz Morawiecki sagte bei einem Treffen mit EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola in einem polnischen Aufnahmezentrum für Flüchtlinge, die bisherigen Strafmaßnahmen reichten nicht aus. Der Kurs des russischen Rubels habe inzwischen wieder das Niveau erreicht, das er vor dem Angriff auf die Ukraine gehabt habe. "Das bedeutet, dass alle wirtschaftlichen Maßnahmen – mikro- und makroökonomische, finanzielle, haushaltspolitische und monetäre – nicht so gegriffen haben, wie sich das einige Politiker gewünscht haben."

Morawiecki sagte, es seien mehr "echte Sanktionen" notwendig. Zugleich benötige man von der EU mehr Geld zur Unterstützung der ukrainischen Flüchtlinge. In Polen leben derzeit mehr als 2,4 Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine – so viele wie in keinem anderen Land der Europäischen Union.

13:47 Uhr | Helfer des Roten Kreuzes auf Weg nach Mariupol

Ein Team des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz ist aus der ukrainischen Stadt Saporischschja in Richtung Mariupol aufgebrochen, um Einwohner aus der umkämpften Stadt herauszuholen. Wie ein Sprecher des IKRK sagte, gehören dem Team neun Helfer an. Ziel ist es, sichere Fluchtkorridore für die Menschen aus Mariupol zu schaffen. Das Rote Kreuz will dann mit drei Fahrzeugen den Konvoi begleiten. Bereits am Freitag hatten Helfer des IKRK versucht, nach Mariupol zu gelangen. Sie waren dann aber wieder umgekehrt.

12:00 Uhr | Bundesnetzagentur: Abschläge für private Gasnutzer erhöhen

Die Bundesnetzagentur hat sich dafür ausgesprochen, Abschläge für Gasnutzer schon jetzt zu erhöhen. Präsident Klaus Müller sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", die privaten Haushalte dürften nicht zu spät mit den steigenden Kosten konfrontiert werden. Die Haushalte würden sonst erst bei der Heizkostenabrechnung im nächsten Jahr bemerken, wie stark der Preis gestiegen sei. Es sei zu befürchten, dass viele die Nachzahlung dann nicht stemmen könnten.

Müller betonte, wenn das Gas knapp werde, seien höhere Abschläge wirksamer als Verzichtsappelle. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hatte am Mittwoch die Vorwarnstufe des Gas-Notfallplans ausgerufen. In einer späteren Stufe müsste die Bundesnetzagentur über die Abschaltung von Gasnutzern entscheiden.

11:40 Uhr | Ukraine: Sieben neue Fluchtkorridore geplant

Für die Zivilbevölkerung in umkämpften Städten der Ukraine sind nach Angaben der Regierung in Kiew heute sieben Fluchtkorridore eingerichtet worden. Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk sagte, einer dieser Korridore solle für Privatfahrzeuge von Mariupol aus nach Saporischschja führen. Aus der Stadt Berdjansk sollten Zivilisten mit Bussen abgeholt werden, aber auch mit Autos Richtung Saporischschja fliehen können. Aus umkämpften Gebieten im Osten des Landes führten fünf Korridore in die Stadt Bachmut, informierte Wereschtschuk auf Telegram. Die Routen werden für jeden Tag neu angekündigt. Russland und die Ukraine werfen sich immer wieder gegenseitig vor, die Evakuierung von Ortschaften und Städten zu sabotieren.

11:31 Uhr | Fast 300.000 Flüchtlinge aus Ukraine in Deutschland

In Deutschland sind innerhalb eines Tages rund 5.300 weitere Flüchtlinge aus der Ukraine angekommen. Wie das Bundesinnenministerium auf Twitter mitteilte, hat die Polizei damit seit Beginn des Krieges in der Ukraine am 24. Februar etwa 300.000 Kriegsflüchtlinge erfasst. Die genaue Zahl wurde mit 299.823 angegeben. Überwiegend handele es sich um Frauen, Kinder und ältere Menschen. Vermutet wird, dass die tatsächliche Zahl der Flüchtlinge deutlich höher liegt, da es an den Grenzen keine festen Kontrollen gibt und Menschen mit ukrainischem Pass sich 90 Tage lang ohne Visum in der EU aufhalten dürfen.

09:28 Uhr | Gazprom: Liefern heute bestellte Gas-Menge in den Westen

Der russische Staatskonzern Gazprom liefert nach eigenen Angaben weiterhin in großem Umfang Gas über die Ukraine in den Westen. Gazprom teilte in Moskau mit, an diesem Samstag sollten 108 Millionen Kubikmeter durch das Leitungssystem des Nachbarlands fließen. Das entspreche der bestellten Menge. Laut russischer Nachrichtenagentur Interfax wurde die Lieferungen vom Betreiber des ukrainischen Gastransitnetzes bestätigt. Die vertraglich mögliche maximale Auslastung liegt bei 109 Millionen Kubikmetern Gas pro Tag. Die Ukraine bezieht aus dem Transit des russischen Gases für den eigenen Staatshaushalt wichtige Durchleitungsgebühren.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte angewiesen, Gas an westliche Staaten nur noch gegen Rubel zu verkaufen. Das lehnen diese strikt ab, da in den Verträgen Euro oder Dollar als Zahlungsmittel festgehalten sind. Putin erließ daraufhin ein Dekret, das westliche Kunden verpflichtet, ein Rubelkonto bei der Gazprombank zu eröffnen und die Zahlungen darüber abzuwickeln. So will Russland seine Währung stützen, aber auch sicherstellen, dass das eingezahlte Geld tatsächlich ankommt.

08:56 Uhr | Bundesländer setzen Abschiebungen aus

Wegen des Ukraine-Kriegs setzen alle Bundesländer Abschiebungen von Straftätern und anderen Ausreisepflichtigen in osteuropäische Länder aus. Wie die "Welt am Sonntag" berichtet, geht es nicht nur um Abschiebungen nach Russland und in die Ukraine, sondern auch in die angrenzenden Staaten Belarus und Moldau. Die Zeitung zitiert das bayerische Innenministerium mit den Worten, Abschiebungen seien "bis auf Weiteres aufgrund der Sperrung des Luftraums beziehungsweise der Aussetzung des direkten Linienflugverkehrs aus tatsächlichen Gründen nicht mehr möglich". Ein Rückführungsstopp gelte "aufgrund der hohen Belastung" auch für die "stark betroffenen Fluchtzielländer Polen, Rumänien, Tschechien und Slowakei".

07:51 Uhr | Bisher knapp 16.000 Flüchtlinge in Sachsen-Anhalt angekommen

Die Landkreise und kreisfreien Städte in Sachsen-Anhalt haben bisher knapp 16.000 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen. Nach Angaben des Innenministeriums sind darunter mindestens 1.800 Kinder im Kindergartenalter und rund 3.600 Kinder im schulpflichtigen Alter.

Seit Dienstag seien etwa 800 neue Flüchtlinge registriert worden. Grund sei, dass der Bund Sachsen-Anhalt aktuell keine weiteren Flüchtlinge zuweise. Allerdings geht das Innenministerium davon aus, dass noch nicht alle Geflüchteten im Land erfasst sind, vor allem die, die privat untergekommen sind.

07:12 Uhr | Viele Flüchtlinge in Saporischschja angekommen

Aus den Städten Berdjansk und Melitopol im Süden der Ukraine sind nach Angaben von Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk mehr als 1.400 Menschen auf eigene Faust nach Saporischschja geflohen. Von ihnen kamen demnach 771 ursprünglich aus Mariupol. Wereschtschuk zufolge kamen die Flüchtlinge in Bussen und in Privatfahrzeugen. Einige der Geflüchteten sagten der Nachrichtenagentur AFP, sie hätten in Berdjansk zwei Wochen auf ihre Weiterreise gewartet.

03:30 Uhr | Erneuter Evakuierungsversuch aus Mariupol für heute geplant

Ein Konvoi des Internationalen Roten Kreuzes (IKRK) wird am heutigen Samstag einen erneuten Versuch unternehmen, Zivilisten aus der belagerten Hafenstadt Mariupol in Sicherheit zu bringen. Die Evakuierung aus Mariupol sei von beiden Seiten genehmigt worden, so das IKRK in einer Erklärung. Wichtige Details wie der genaue Zeitplan und der Bestimmungsort des Konvois müssten noch ausgearbeitet werden.

Am Freitag musste das IKRK-Team eine Rettungsaktion abbrechen, bei der 54 ukrainische Busse und Privatfahrzeuge aus der Stadt geleitet werden sollten.

03:01 Uhr | USA kündigen weitere Waffenlieferungen in die Ukraine an

Das US-Verteidigungsministerium will der Ukraine weitere Waffen im Wert von 300 Millionen Dollar (270 Millionen Euro) zukommen lassen. Unter anderem soll das neue Paket verschiedene Drohnen, Raketensysteme, gepanzerte Fahrzeuge, Munition, Nachtsichtgeräte, sichere Kommunikationssysteme, Maschinengewehre, medizinische Güter und die Bereitstellung von kommerziellen Satellitenbildern umfassen, wie das Pentagon mitteilte.

Die US-Regierung hat der Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs bereits Militärhilfen und Waffenlieferungen im Wert von 1,65 Milliarden US-Dollar zugesagt. Seit Anfang vergangenen Jahres summieren sich die US-Hilfen auf 2,3 Milliarden Dollar.

02:45 Uhr | Habeck: Deutschland darf nicht zum Angriffsziel von Russland werden

Wirtschaftsminister Robert Habeck erteilt Forderungen der Ukraine eine Absage, das Land im Kampf gegen Russland noch deutlich stärker zu unterstützen. "Bei allem, was wir tun, achten wir sehr genau darauf, keinen unbedachten Schritt zu gehen, der Deutschland zum Angriffsziel von Russland machen könnte", sagt der Vizekanzler der Rheinischen Post. Für die Ukraine sei das schwer zu verstehen. "Doch es gibt in der Politik keine moralisch einwandfreie Position. Es gibt aber immer die Abwägung, größeres Übel zu verhindern. Daraus leiten sich alle politischen Schritte ab."

01:55 Uhr | Ernährungsminister: 150 Lebensmittellieferungen in die Ukraine

Deutschland hat die Ukraine im vergangenen Monat umfangreich mit Lebensmitteln unterstützt. "Wir haben mittlerweile fast 150 Lieferungen mit rund 4.800 Paletten Lebensmitteln in die Ukraine gebracht", sagte Bundesernährungsminister Cem Özdemir den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Der Handel, die Lebensmittelhersteller und die gesamte Ernährungswirtschaft waren sofort am Start mit wirklich großer Hilfsbereitschaft."

01:43 Uhr | USA sagen Test von Interkontinental-Rakete ab

Das US-Militär verzichtet auf den geplanten Test einer Interkontinental-Rakete. Dadurch sollen die nuklearen Spannungen mit Russland während des Krieges in der Ukraine entschärft werden, teilte die Sprecherin der US-Luftwaffe, Ann Stefanek, mit.

Anfang März hatte das Pentagon eine Verschiebung des Tests angekündigt, nachdem Russland erklärt hatte, seine Atomstreitkräfte in höchste Alarmbereitschaft zu versetzen.

00:09 Uhr | Selenskyj: 3.000 Menschen aus Mariupol in Sicherheit gebracht

Nach Angaben des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj sind am Freitag rund 3.000 Menschen aus Mariupol in Sicherheit gebracht worden. In einer Videoansparache sagte Selenskyj, in drei Regionen habe es humanitäre Korridore gegeben: in Donezk, Luhansk und Saporischschja. Dadurch sei es gelungen, insgesamt 6.266 Menschen zu retten. 3.000 von ihnen seien aus Mariupol.

Ein Hilfskonvoi des Internationalen Roten Kreuzes war am Freitag trotz der russischen Zusage, einen Fluchtkorridor öffnen zu wollen, nicht nach Mariupol durchgekommen und musste umkehren.

00:00 Uhr | Ticker am Samstag, 2. April 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Übersichtskarte Ukraine
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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. April 2022 | 06:00 Uhr

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