Ukraine-Krieg Ticker vom Dienstag: Steinmeiers Ukraine-Reise geplatzt: "In Kiew nicht gewünscht"

Laut Bundespräsident Steinmeier ist eine Reise nach Kiew geplatzt, da er dort nicht erwünscht sei. Angesichts einer erwarteten größeren russischen Offensive im Osten der Ukraine werden die Forderungen ihres Präsidenten Selenskyj nach schweren Waffen lauter – aber auch Stimmen in Deutschland, diese zu liefern. Die Inflation hierzulande liegt inzwischen bei den Werten der 1980er-Jahre. Die heute aktuellen Ereignisse hier im Ticker.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier beantwortet bei einer Pressekonferenz mit dem polnischen Präsidenten die Fragen von Medienvertretern. Im Mittelpunkt ihrer Gespräche steht der russische Angriffskrieg in der Ukraine.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei seinem Staatsbesuch in Polen. Bildrechte: dpa

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, weil wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum unabhängig verifiziert werden können.

23:52 Uhr | Biden spricht im Zusammenhang mit Ukraine-Krieg von "Völkermord"

US-Präsident Joe Biden hat angesichts des Ukraine-Kriegs und der Gräueltaten gegen Zivilisten in dem Land von "Völkermord" gesprochen. "Ihr Familienbudget, Ihre Möglichkeit zu tanken, nichts davon sollte davon abhängen, ob ein Diktator die halbe Welt entfernt Krieg erklärt und Völkermord begeht", sagte Biden am Dienstag bei einem Besuch in Menlo im US-Bundesstaat Iowa mit Blick auf Russlands Präsident Wladimir Putin. Die US-Regierung und ihre Verbündeten täten alles, damit Putin seine Energieressourcen nicht als Waffe gegen amerikanische Familien, Familien in Europa und auf der ganzen Welt einsetzen könne, so Biden weiter.

22:42 Uhr | Debatte um Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine

Die Debatte, ob Deutschland schwere Waffen an die Ukraine liefern soll, hat den heutigen Tag im politischen Berlin geprägt. Die Ukraine ihrerseits pocht offenbar auf Verschwiegenheit. Dass nichts an die Öffentlichkeit dringt, heißt nicht, dass nichts passiert - meinen Experten. Mehr dazu im Video.

22:10 Uhr | Ukraine meldet Festnahme von Putin-Vertrautem

Der ukrainische Geheimdienst SBU hat laut Präsident Wolodymyr Selenskyj den bekannten pro-russischen Abgeordneten und Geschäftsmann Viktor Medwedtschuk festgenommen. Selenskyj veröffentlichte im Online-Dienst Telegram ein Foto des 67-Jährigen in Handschellen und gratulierte dem SBU zu seinem Einsatz.

Medwedtschuk gilt als enger Vertrauter von Russlands Präsident Wladimir Putin. Dem 67-Jährigen wird unter anderem vorgeworfen, ukrainische Militärgeheimnisse an Moskau weitergegeben zu haben. Er war im vergangenen Jahr des Hochverrats angeklagt und unter Hausarrest gestellt worden. Kurz nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine am 24. Februar war er untergetaucht.

21:06 Uhr | Nach Absage an Steinmeier: Ukraine lädt Scholz ein

Andrij Melnyk Botschafter der Ukraine in Deutschland
Andrij Melnyk, Botschafter der Ukraine in Deutschland Bildrechte: IMAGO

Nach der Ablehnung eines Besuchs des deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier hat die Ukraine Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nach Kiew eingeladen. "Das haben wir auch so kommuniziert, dass mein Präsident und die Regierung sich darauf sehr freuen würden, wenn der Bundeskanzler Olaf Scholz Kiew besucht", sagte der ukrainische Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk, auf ProSieben und SAT.1. Bei dem Besuch solle es darum gehen, wie Deutschland der Ukraine mit schweren Waffen im Kampf gegen Russland helfen kann. "Darauf freut sich mein Präsident", sagte Melnyk.

20:44 Uhr | Selenskyjs Berater Rodnyansky: "Ukraine braucht Hunderte von Milliarden"

Der Krieg in der Ukraine fordert viele Menschenleben. Doch auch die zerstörte Infrastruktur wird zum Problem. Klappt die Versorgung noch? Diese und weitere Fragen beantwortet im Video Alexander Rodnyansky, Wirtschaftsberater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

Alexander Rodnyansky 5 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

20:36 Uhr | Bürgermeister von Butscha: 403 Leichen gefunden

Im Kiewer Vorort Butscha ist die Zahl der nach dem Abzug russischer Truppen gefundenen Leichen weiter gestiegen. "Wir haben 403 Tote, die bestialisch gefoltert, ermordet wurden", sagte Bürgermeister Anatolij Fedorok nach örtlichen Medienberichten. Mindestens 16 Menschen würden noch vermisst. Das Oberhaupt der Kleinstadt mit ehemals rund 36.000 Einwohnern erwartet noch weitere Leichenfunde.

Der Generalstaatsanwaltschaft zufolge haben unterdessen französische Experten von Gendarmerie und des medizinischen Dienstes der französischen Armee ihre Arbeit aufgenommen. "Die gesammelten Beweise werden in den nationalen Ermittlungen genutzt und ebenfalls an den Internationalen Strafgerichtshof übergeben", sagte Generalstaatsanwältin Iryna Wenediktowa.

19:59 Uhr | SPD-Verteidigungspolitiker fordert schwere Waffen für die Ukraine

Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Wolfgang Hellmich, hat sich dafür ausgesprochen, auch schwere Waffen an die Ukraine zu liefern. Hellmich sagte MDR AKTUELL, man habe jetzt eine andere Situation als vor vier Wochen. Die ukrainische Armee habe gezeigt, dass sie verlorene Territorien zurückgewinnen könne. Dafür brauche sie Waffen, unter anderem Artillerie. Ansonsten könne sie in dem Konflikt militärisch nicht bestehen. Deutschland könne aber auch helfen, indem es ukrainische Soldaten an schwerem Gerät ausbilde. Hellmich verteidigte zugleich die zurückhaltende Position von Kanzler Scholz. Es sei richtig, auf Alleingänge zu verzichten.

Das gesamte Interview zum Nachhören im Audio.

19:45 Uhr | Ukraine meldet 870.000 zurückgekehrte Flüchtlinge

Rund 870.000 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine sind nach Angaben aus Kiew bereits wieder in ihr Heimatland zurückgekehrt. Derzeit würden 25.000 bis 30.000 Ukrainer täglich zurückkehren, sagte ein Sprecher des ukrainischen Grenzschutzes. Demnach kommen mittlerweile auch vermehrt Frauen, Kinder und ältere Menschen an, während es sich bei den Rückkehrern in den ersten Wochen des Krieges vor allem um kampfbereite Männer gehandelt habe. "Sie sagen, dass sie sehen, dass die Situation sicherer ist, vor allem in den westlichen Regionen, und sie können nicht länger im Ausland bleiben", sagte der Sprecher. "Sie sind bereit, in ihr Land zurückzukehren und hier zu bleiben." Das ukrainische Innenministerium hatte vor gut einer Woche die Zahl der Rückkehrer mit 537.000 angegeben.

18:46 Uhr | Podcast: Wer ist Putins neuer Oberbefehlshaber?

Alexander Dwornikow heißt Putins neuer Oberbefehlshaber im Ukraine-Krieg. Wer ist der Mann? Und: Sollte die Bundeswehr schwere Waffen an die Ukraine liefern? Darum geht es in der neuen Folge des Podcast "Was tun, Herr General?" mit Ex-Nato-General Erhard Bühler.

18:17 Uhr | Bürgermeister von Mariupol: 21.000 tote Zivilisten

Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine sind nach jüngsten Schätzungen des Bürgermeisters von Mariupol rund 21.000 Zivilisten in der Hafenstadt getötet worden. Es sei nach dem Beginn der Straßenkämpfe schwierig, die exakte Zahl der Toten zu ermitteln, sagte Bürgermeister Wadym Boitschenko im Fernsehen.

Mariupol wird seit Wochen von russischen Truppen belagert und steht wohl kurz vor dem Fall. Nun gibt es Berichte über einen möglichen Einsatz chemischer Waffen durch russische Truppen. Gibt es dafür auch Beweise? Mehr dazu im Artikel.

17:55 Uhr | Ampel-Parlamentarier reisen in Ukraine

Drei führende deutsche Parlamentarier der Ampel-Koalition sind in die Ukraine gereist, um ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Die Vorsitzenden der Ausschüsse für Auswärtiges, Verteidigung und Europa - Michael Roth (SPD), Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) und Anton Hofreiter (Grüne) - trafen in der westukrainischen Stadt Lwiw ein, wo sie Gespräche mit Abgeordneten des ukrainischen Parlaments Rada führen wollten. Alle drei Politiker hatten zuletzt mehr Tempo bei Waffenlieferungen gefordert. Es sind die hochrangigsten deutschen Politiker, die seit Kriegsbeginn vor sieben Wochen die Ukraine besuchen.

17:14 Uhr | Steinmeiers Ukraine-Reise geplatzt: "In Kiew nicht gewünscht"

Eine geplante Reise von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nach Kiew ist geplatzt, weil er dort offensichtlich nicht willkommen ist. Der polnische Präsident Andrzej Duda habe in den vergangenen Tagen angeregt, dass sie beide zusammen mit den Staatschefs der baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland in die ukrainische Hauptstadt reisen, "um dort ein starkes Zeichen gemeinsamer europäischer Solidarität mit der Ukraine zu senden und zu setzen", sagte Steinmeier bei seinem Besuch in Warschau. "Ich war dazu bereit. Aber offenbar - und ich muss das zur Kenntnis nehmen - war das in Kiew nicht gewünscht."

Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung berichtet, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einen Besuch des Bundespräsidenten in Kiew abgelehnt habe.  Steinmeier hatte in seinen früheren Ämtern eine russlandfreundliche Politik verfolgt und auch das umstrittene Projekt der Gaspipeline Nord Stream 2 unterstützt.

17:09 Uhr | Steinmeier: Keine Normalität mit Putins Russland

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (l) wird bei seiner eintägigen Reise nach Polen vom polnischen Präsidenten Andrzej Duda (r) begrüßt.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (rechts) und Polens Präsident Andrzej Duda. Bildrechte: dpa

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei seinem Besuch in Polen vor einer Normalisierung der Beziehungen zu Russland gewarnet: "Eines ist in meinen Augen klar: Eine Rückkehr zur Normalität kann es mit dem Russland unter Putin nicht geben", betonte Steinmeier mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin. "Die russischen Kriegsverbrechen in der Ukraine sind vor den Augen der Welt sichtbar geworden", sagte der Bundespräsident. Diese Verbrechen müssten dokumentiert und aufgeklärt werden, die Täter und die politisch Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

16:41 Uhr | Selenskyj: Russland setzt Vergewaltigungen als Waffe ein

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den russischen Streitkräften in der Ukraine schwere Kriegsverbrechen wie massenhafte Vergewaltigungen vorgeworfen. "Es wurden hunderte Vergewaltigungen registriert, auch von jungen Mädchen und sehr kleinen Kindern. Sogar an einem Baby", sagte Selenskyj bei einer Ansprache per Video im litauischen Parlament.

Mehr zu den Berichten ukrainischer Frauen über sexuelle Gewalt als Kriegsverbrechen im Video.

15:56 Uhr | Putin kündigt Fortsetzung des Krieges an

Putin und Lukaschenko
Wladimir Putin bei der Pressekonferenz mit Alexander Lukaschenko (links). Bildrechte: dpa

Russlands Präsident Wladimir Putin hat die planmäßige Fortsetzung des russischen Angriffskrieges in der Ukraine angekündigt. "Unsere Aufgabe ist es, alle gesetzten Ziele zu erfüllen und zu erreichen und dabei die Verluste zu minimieren", sagte Putin bei einer Pressekonferenz mit dem belarussischen Staatschef Alexander Lukaschenko. "Und wir werden dabei gleichmäßig, ruhig und nach dem ursprünglich vom Generalstab vorgeschlagenen Plan vorgehen." Die Berichte über ein Massaker an Zivilisten im ukrainischen Ort Butscha bei Kiew bezeichnete Putin als Falschinformationen. Die ukrainischen Behörden hatten angegeben, nach dem Rückzug der russischen Truppen aus der Umgebung von Kiew Ende März in Butscha Dutzende Tote gefunden zu haben.

15:25 Uhr | Weniger Flüchtlinge kommen in Sachsen an

In Sachsen kommen zurzeit pro Tag etwa 100 Flüchtlinge aus der Ukraine an. "Der tägliche Zustrom ist aktuell auch in Sachsen rückläufig", sagte Thomas Rechentin, Amtschef im Innenministerium, nach einer Sitzung des Kabinetts. Die Lage sei allerdings "sehr dynamisch", so Rechentin weiter: "Mit einem verstärkten Zustrom von Menschen vor allem aus der Ostukraine muss jederzeit gerechnet werden." Sollte sich der Zustrom dagegen weiterhin so entwickeln wie momentan, werde man die Kapazitäten in den Erstaufnahmeaufrichtungen anpassen.

Wie eine Leipziger Familie Hilfe leistet, sehen Sie im Video.

15:04 Uhr | Mutmaßliche Spione in Polen festgenommen

In Polen sind drei mutmaßliche Spione aus Russland und Belarus festgenommen worden. Ein seit 18 Jahren in Polen lebender Russe habe "auf Forderung des russischen Geheimdienstes Informationen über Kampfvorbereitungen der polnischen und der Nato-Streitkräfte gesammelt", erklärte ein Sprecher des polnischen Geheimdienstes. Die zwei Belarussen wiederum hätten strategische Objekte für die Verteidigungsfähigkeit Polens ausspionieren wollen. Ende März waren bereits 45 russische Diplomaten aus Polen ausgewiesen worden.

14:50 Uhr | EU liefert Hilfsgüter für Geflüchtete in Moldau

Im ukrainischen Nachbarland Moldau wird von der EU ein Lagerhaus für Hilfsgüter für Flüchtlinge eingerichtet. Zudem werden diese Woche mehr als 1.200 Zelte und 4.000 Decken geliefert für Menschen, die durch den Krieg vertrieben worden sind, wie die zuständige EU-Kommission mitteilte. "Der Bedarf der betroffenen Zivilisten an humanitärer Hilfe nimmt angesichts des äußerst brutalen militärischen Angriffs Russlands auf die Ukraine exponentiell zu", sagte der das Krisenmanagement koordinierende Kommissar Janez Lenarčič.

Nach Angaben der EU-Kommission vom Dienstag hat der Krieg in der Ukraine bereits mehr als 4,5 Millionen Menschen gezwungen, in Nachbarländer wie Ungarn, Moldau, Polen und die Slowakei zu fliehen.

14:04 Uhr | Habeck trifft Vorbereitung für Krisenfall

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) verstärkt seine Vorbereitungen für den Fall einer Energiekrise in Deutschland. Eine Novelle des aus dem Jahr 1975 stammenden Energiesicherungsgesetzes sieht laut dpa vor, dass Unternehmen, die kritische Energie-Infrastruktur betreiben, unter treuhänderische Verwaltung gestellt werden können.

Das Ministerium hatte vor kurzem die Bundesnetzagentur als Treuhänderin für die deutsche Tochter des russischen Staatskonzerns Gazprom eingesetzt. Das hatte Habeck mit unklaren Eigentumsverhältnissen und Verstößen gegen Meldevorschriften begründet. Im Energiesicherungsgesetz soll jetzt eine neue Rechtsgrundlage für die Treuhandverwaltung geschaffen werden, die für den Krisenfall von solchen besonderen Voraussetzungen unabhängig sind.

13:51 Uhr | Duma berät über Verstaatlichungen

Die Kremlpartei Geeintes Russland hat im russischen Parlament einen Gesetzentwurf zur möglichen Verstaatlichung von ausländischen Konzernen vorgelegt. Im Vergleich zu Drohungen der russischen Führung wirkt er aber abgeschwächt. Unter Insolvenzverwaltung kämen wohl nur Unternehmen, die ihren Betrieb in Russland eingestellt haben und die Stabilität der russischen Volkswirtschaft beeinflussen. Zudem sollen westliche Eigentümer jederzeit wieder übernehmen können und Verstaatlichung die Ausnahme bleiben.

12:58 Uhr | Putin: Russland lässt sich nicht isolieren

Russland lässt sich laut Präsident Wladimir Putin weder isolieren noch zurückhalten. Als Beleg dafür, dass Russland selbst unter schwierigsten Bedingungen spektakuläre Erfolge haben könne, verwies Putin auf das sowjetische Raumfahrtprogramm, mit dem heute vor 61 Jahren Juri Gagarin als erster Mensch im All war. Bei einem Besuch mit dem belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko im Kosmodrom Wostotschni, rund 5.500 Kilometer östlich von Moskau, sagte Putin: "Die Sanktionen waren total, die Isolation vollständig. Aber die Sowjetunion war immer noch als erste im Weltraum." Zu den Sanktionen jetzt sagte er, es sei unmöglich, ein riesiges Land wie Russland zu isolieren. Es gebe keinen Zweifel, dass Russland seine Ziele in der Ukraine erreichen werde. Diese seien "absolut klar und edel".

12:32 Uhr | Weitere Geflüchtete in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt hat am Wochenende weitere 117 aus der Ukraine geflohene Menschen aufgenommen, die über eine Luftbrücke aus Moldau am Flughafen Leipzig/Halle ankamen. Wie das Innenministerin heute mitteilte, sind sechs von ihnen in einem Krankenhaus, alle anderen zunächst in einer Unterkunft des Landes. Bisher kamen demnach mindestens 18.279 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine ins Land, unter ihnen mindestens 2.040 Kinder im Kindergarten- sowie 4.389 Mädchen und Jungen im schulpflichtigen Alter. Nicht vollständig erfasst sind Menschen, die privat untergekommen sind.

12:13 Uhr | Steinmeier in Warschau

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist zu einem Besuch in Polen eingetroffen. In Warschau wurde er am Mittag von Staatspräsident Andrzej Duda empfangen. Im Mittelpunkt soll der russische Krieg gegen die Ukraine stehen. Steinmeier und seine Frau holen damit die Reise nach, die sie Ende März wegen ihrer Coronavirus-Infektion kurzfristig absagen mussten.

11:16 Uhr | Rund 335.000 Geflüchtete in Deutschland

Die Zahl der in Deutschland erfassten Ukraine-Flüchtlinge ist auf mehr als 335.000 gestiegen. Das teilte das Bundesinnenministerium heute mit. Demnach zählte die Bundespolizei seit Beginn des russischen Angriffs am 24. Februar insgesamt 335.578 Menschen, überwiegend Frauen, Kinder und alte Menschen. Es ist davon auszugehen, dass die tatsächliche Zahl höher ist, da es an den Grenzen keine festen Kontrollen gibt und sich Menschen mit ukrainischem Pass auch ohne Visum in der EU aufhalten dürfen.

11:13 Uhr | Ausschuss-Vorsitzende besuchen Ukraine

Drei Ausschuss-Vorsitzende des Bundestages sind auf dem Weg in die Ukraine. Das Büro der FDP-Abgeordneten Marie-Agnes Strack-Zimmermann bestätigte, dass sie als Vorsitzende des Verteidigungsausschusses sowie Michael Roth (SPD) vom Auswärtiger Ausschuss und Anton Hofreiter (Grüne) für den Europa-Ausschuss auf dem Weg in die Ukraine seien.

11:07 Uhr | MDRfragt: Zweifel am Sinn von Sanktionen

Seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs wurden zahlreiche Sanktionen gegen Russland beschlossen. Nur knapp jeder Zweite der MDRfragt-Teilnehmenden hält sie jedoch für sinnvoll, um den Krieg zu beenden.

10:54 Uhr | Finnen sehen Russland als Bedrohung

Menschen in Finnland nehmen das Nachbarland Russland nach dessen Einmarsch in die Ukraine größtenteils als Bedrohung wahr. Das geht aus einer Befragung hervor, die das finnische Wirtschafts- und Politikforum EVA heute veröffentlichte. Danach sehen 84 Prozent der Befragten in Russland eine erhebliche militärische Bedrohung, nach 59 Prozent vor einem Jahr. Aktuell sehen nur sechs Prozent der Finnen in Russland keine Bedrohung. Der Ukraine-Krieg hat in Finnland wie im benachbarten Schweden die Debatten über einen möglichen Nato-Beitritt wieder in Gang gebracht.

10:28 Uhr | SPD-Politiker Roth für Lieferung schwerer Waffen

Auch der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Michael Roth, unterstützt die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine. Sie müsse in die Lage versetzt werden, die von der russischen Armee besetzen Gebiete "zu befreien", sagte der SPD-Politiker heute im Deutschlandfunk. Das sei aus seiner Sicht "die einzige Chance, um überhaupt zu einer Verhandlungslösung zu kommen". Auch von FDP und Grünen kam dafür Zustimmung.

10:12 Uhr | Mehr Schutz für Frauen gefordert

Die Frauenrechtsorganisation UN Women fordert unabhängige Untersuchungen zu Vorwürfen sexueller Gewalt im Ukraine-Krieg: "Immer häufiger hören wir von Vergewaltigung und sexueller Gewalt", sagte Direktorin Sima Bahous bei einem Briefing des UN-Sicherheitsrats. Das müsse unabhängig untersucht werden. Auch in Deutschland sind aus der Ukraine geflohen Frauen nicht in jedem Fall vor Übergriffen sicher.

10:03 Uhr | Angeblich letzte Gefechte in Mariupol

Die russischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben in der Nacht zum Dienstag 32 militärische Objekte in der Ukraine beschossen. Unter anderem seien ein Luftabwehr-Raketensystem vom Typ Buk-M1, zwei Munitionslager und Luftwaffentechnik zerstört worden, teilte das Verteidigungsministerium mit. Zudem berichtete es von heftigen nächtlichen Kämpfen in Mariupol, wo Reste der ukrainischen Streitkräfte erfolglos versucht haben sollen, aus der Stadt auszubrechen. Die Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar. Zuvor hatten russische Militärs die weitgehende Einnahme Mariupols gemeldet.

09:35 Uhr | Russische Züge fahren weiter durch Litauen

Litauen gewährt Zügen aus Moskau trotz der internationalen Sanktionen weiter Durchfahrt in die russische Exklave Kaliningrad. Abkommen, die den Transit regeln, werden eingehalten, sagte der Sprecher der litauischen Bahn, Mantas Dubauskas. Bei einem kurzen Halt auf einem Nebengleis des Hauptbahnhofs der litauischen Hauptstadt Vilnius fordert allerdings eine regelmäßige Durchsage auf Russisch die Fahrgäste auf, aus den Fenster zu schauen, wo Bilder der Zerstörungen in der Ukraine zu sehen sind.

09:24 Uhr | Zwei Drittel der ukrainischen Kinder geflohen

Seit dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine vor etwa sechs Wochen mussten nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef fast zwei Drittel aller ukrainischen Kinder ihr Zuhause verlassen. Von rund 7,5 Millionen Kindern bis 18 Jahren seien 2,8 Millionen innerhalb des Landes und zwei Millionen in das Ausland geflohen.

09:00 Uhr | Bericht über Chemiewaffen-Einsatz in Mariupol

Eine russische Drohne soll nach Angaben der Ukraine eine chemische Substanz in Mariupol eingesetzt haben. Das ukrainische Militär legte dafür bisher aber keine Belege vor. Auch das US-Verteidigungsministeriums erklärte, die USA könnten den Bericht nicht bestätigen. Das Asow-Bataillon, das im eingekesselten Mariupol kämpft, hatte auf Telegram erklärt, eine "giftige Substanz" sei auf Soldaten und Zivilisten abgeworfen worden. Batallionsgründer Andrej Biletsky sagte später der Nachrichtenagentur AFP: "Drei Menschen haben deutliche Anzeichen einer Vergiftung durch Kriegschemikalien, aber ohne katastrophale Folgen."

08:25 Uhr | FDP für Lieferung schwerer Waffen

Der kommissarische Generalsekretär der FDP, Bijan Djir-Sarai, fordert eine rasche Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine. "Ich bin davon überzeugt, dass die Bundesregierung schwere Waffen liefern sollte", sagt er am Morgen in der ARD: "Der Krieg wird in den nächsten Wochen noch brutaler werden, noch aggressiver werden. Das heißt, wir müssen alles dafür tun, damit die Ukraine in der Lage ist, sich zu verteidigen." In den kommenden Tagen werde die Bundesregierung darüber sprechen. Kurz zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ein weiteres Mal schwere Waffen gefordert und die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock von den Grünen am vergangenen Wochenende entsprechende Lieferungen befürwortet.

08:17 Uhr | Inflation wie in den 1980er-Jahren

Steigende Energiepreise durch den Ukraine-Krieg haben das Leben in Deutschland im März so stark verteuert wie seit 40 Jahren nicht mehr. Die Verbraucher zahlten für Waren und Dienstleistungen durchschnittlich 7,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt heute mit. Im früheren Bundesgebiet hatte es ähnlich hohe Inflationsraten zuletzt im Herbst 1981 und der zeit danach gegeben, als wegen des Kriegs zwischen dem Irak und dem Iran die Mineralölpreise deutlich gestiegen waren.

Energie verteuerte sich demnach im März um 39,5 Prozent, verglichen mit dem März vor einem Jahr. Leichtes Heizöl etwa war sogar 144 Prozent teurer, Kraftstoffe 47,4 und Erdgas 41,8 Prozent. Strom kostete durchschnittlich 17,7 Prozent mehr, Nahrungsmittel verteuerten sich im Schnitt um 6,2 Prozent.

07.47 Uhr | Neue Fluchtkorridore geplant

Für heute sind nach ukrainischen Angaben neun Fluchtkorridore vereinbart, unter anderem erneut für die eingekesselte Hafenstadt Mariupol. Wie Vize-Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk sagte, könnten sich von dort aus Zivilisten auch wieder mit privaten Fahrzeugen auf den Weg machen, wie es bereits gestern geschehen war. Fünf der neun Korridore soll es demnach durch die umkämpfte Region Luhansk im Osten der Ukraine geben.

05:50 Uhr | Putin trifft Lukaschenko

Der russische Präsident Wladimir Putin und der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko treffen sich heute zu Gesprächen in der russischen Amur-Region. Dabei solle es um die Situation in der Ukraine und westliche Sanktionen gehen, berichten staatliche Nachrichtenagenturen beider Länder. Lukaschenko will in Verhandlungen über den Konflikt einbezogen werden. Moskau hat den Verbündeten als Garant für die Ukraine vorgeschlagen.

04:52 Uhr | Offensive in der Ost-Ukraine zeichnet sich ab

Im Osten der Ukraine zeichnet sich nach Erkenntnissen westlicher Militärs eine russische Großoffensive mit zehntausenden Soldaten und dem massiven Einsatz von Panzern, Artillerie und Luftwaffe ab. Russland habe seine Truppen dort vergangene Woche von 30.000 auf 40.000 Mann aufgestockt, sagte ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums. Der österreichische Kanzler Karl Nehammer äußerte sich nach seinem gestrigen Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau pessimistisch. Die russische Armee bereite eine Offensive in der Ostukraine vor, sagte auch er.

03:46 Uhr | Krieg bedroht Wirtschaft und Stabilität

Der Ukraine-Krieg könnte die Weltwirtschaft nach einer Analyse der Welthandelsorganisation dieses Jahr bis zu 1,3 Prozentpunkte Wachstum kosten. Als Grund führt die WTO steigende Lebenmittel- und Energiepreise und sinkende Exporte aus Russland und der Ukraine an. Ärmere Länder seien durch den Krieg großen Risiken ausgesetzt, weil sie im Vergleich zu reicheren einen größeren Teil ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben. Das könne in der Folge dann auch die politische Stabilität solcher Länder bedrohen.

03:06 Uhr | Leichen unter Wohnhaus-Trümmern

Ukrainische Rettungskräfte haben weitere sieben Leichen unter den Trümmern von zwei zerstörten Wohnhäusern in Borodjanka gefunden. Seit dem Abzug der russischen Truppen Ende März entdeckten Rettungsdienste damit nach eigenen Angaben bisher 19 tote Zivilisten in der Stadt.

03:02 Uhr | Europol unterstützt Ermittlungen

Die Polizeibehörde Europol will die EU-Staaten bei der Durchsetzung von Sanktionen gegen russische Einzelpersonen und Unternehmen unterstützen. Zusammen mit der EU-Justizbehörde Eurojust und der Grenzschutzagentur Frontex habe man dazu die Mission "Oscar" gestartet, teilte die Behörde in Den Haag mit. Die Mission soll demnach bei finanziellen Ermittlungen zu Vermögenswerten helfen. Zudem wolle sie strafrechtliche Ermittlungen von EU-Ländern unterstützen, wenn EU-Sanktionen umgangen werden.

02:11 Uhr | Weitere Evakuierung umkämpfter Gebiete

Aus den umkämpften Gebieten in der Ukraine sind gestern rund 4.350 Zivilisten in Sicherheit gebracht worden. Das teilte Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk in Kiew mit. Etwa 3.850 Menschen seien mit eigenen Autos im südukrainischen Saporischschja angekommen, darunter 550 Flüchtlinge aus Mariupol. Eine vereinbarte Evakuierung mit Bussen habe nicht geklappt, wofür Wereschtschuk die russische Armee verantwortlich machte. Weitere 500 Menschen seien aus Städten im Osten des Landes gekommen.

01:35 Uhr | Selenskyj: Uns fehlen Waffen

Der Ukraine fehlen nach Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj die schweren Waffen, um die von russischen Kräften fast eroberte Stadt Mariupol zu befreien. "Wenn wir Flugzeuge und genug schwere gepanzerte Fahrzeuge und die nötige Artillerie hätten, könnten wir es schaffen", sagte er in einer Videoansprache am späten Montagabend. Er sei zwar sicher, dass die Ukraine irgendwann die Waffen bekommen werde, die sie brauche: "Aber nicht nur Zeit geht verloren, sondern auch das Leben von Ukrainern." Dafür seien diejenigen verantwortlich, die jetzt nicht die Waffen lieferten.

00:00 Uhr | Ticker am Dienstag, 12. April 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Übersichtskarte Ukraine
Bildrechte: MDR

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. April 2022 | 06:00 Uhr

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