Ticker zum Russland-Ukraine-Krieg Ticker vom Dienstag: Deutschland finanziert ukrainische Waffenkäufe

Bundeskanzler Olaf Scholz hat der Ukraine zugesagt, direkte Rüstungslieferungen der deutschen Industrie zu finanzieren. Die ukrainischen Soldaten auf dem Gelände des umkämpften Metallurgie-Kombinats Azovstal in Mariupol haben ein russisches Ultimatum abgelehnt. Russland hatte gefordert, die Waffen niederzulegen. Der ukrainische Präsident Selenskyj teilte mit, dass die russische Großoffensive im Donbass begonnen habe. Die aktuellen Entwicklungen zum Krieg in der Ukraine im Ticker.

Ein Panzer Marder 1A3 steht auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Hohenfels in einem Waldstück.
Die Bundesregierung will direkte Waffenlieferungen der deutschen Industrie an die Ukraine finanzieren. Bildrechte: dpa

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, weil wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum unabhängig verifiziert werden können.

23:10 Uhr | Selenskyj: Russischer Truppenaufmarsch am Maximum

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt vor dem massiven russischen Truppenaufmarsch in seinem Land. "Jetzt ist praktisch der gesamte kampfbereite Teil der russischen Armee auf dem Territorium unseres Staates und in den Grenzgebieten Russlands konzentriert", sagte Selenskyj Dienstagabend in einer Videobotschaft. Die russische Seite habe "fast alle und alles, was fähig ist, mit uns zu kämpfen, zusammengetrieben".

22:10 Uhr | Russland kündigt weitere Feuerpause in Mariupol an

Das russische Verteidigungsministerium hat für Mittwoch eine weitere Feuerpause in der Umgebung des belagerten Stahlwerks Asovstal in Mariupol angekündigt. In einer Mitteilung heißt es, die dort verschanzten ukrainischen Truppen sollten ab 13 Uhr (MESZ) ihre Waffen niederlegen. Bereits heute hatte Russland den ukrainischen Verteidigern ein Ultimatum für die Kapitulation gestellt und dafür eine Feuerpause angekündigt. Dieses Angebot habe kein einziger ukrainischen Soldaten angenommen, hieß es.

21:20 Uhr | Auch Kanada liefert der Ukraine Artillerie

Immer mehr Länder wollen der Ukraine schwere Artillerie liefern. Nach den USA und Großbritannien kündigte auch Kanada diesen Schritt an. Ministerpräsident Justin Trudeau erklärte, die Einzelheiten würden in Kürze bekanntgegeben.

20:35 Uhr | Großbritannien liefert weitere Artillerie in die Ukraine

Großbritannien will weitere Artilleriegeschütze an die Ukraine liefern. Premierminister Boris Johnson sagte im Parlament, die Ukraine werde zusätzliche Artillerie als Hilfe benötigen. Es werde geprüft, Anti-Schiffs-Raketen an die Ukraine zu liefern. Johnson sagte, geschaut werde unter anderem, ob man "Brimstone"-Raketen auf Fahrzeuge montieren könne. Die Raketen werden üblicherweise von Kampfjets abgefeuert.

19:30 Uhr | Continental nimmt Produktion in Kaluga wieder auf

Der Reifenhersteller Continental hat seine Produktion in seinem russischen Werk in Kaluga wieder aufgenommen. Das Unternehmen begründete den Schritt mit strafrechtlichen Konsequenzen für die Mitarbeiter vor Ort, sollten sie den Bedarf im Land nicht bedienen. Es gehe aber um eine Menge deutlich unter der früheren Auslastung des Werks. Man verfolge mit der temporären Aufnahme der Fertigung keinerlei Gewinnerzielungsabsicht. Insgesamt beschäftigt Conti in Russland etwa 1.300 Mitarbeiter.

Update 19:15 Uhr | Scholz sagt Ukraine Waffenlieferungen der deutschen Industrie zu

Deutschland kann der Ukraine keine Waffen mehr aus Beständen der Bundeswehr liefern. Das sagte Bundeskanzler Olaf Scholz nach einer Videokonferenz mit Spitzenpolitikern von Nato, EU, G7 und osteuropäischen Staaten. Er erklärte, dass die Bundesregierung deshalb der Rüstungsindustrie Geld für Exporte in die Ukraine zur Verfügung stelle. Man arbeite mit der deutschen Industrie und der ukrainischen Regierung eine Liste ab, was geliefert werden könne. Scholz äußerte sich nicht zu Forderungen, schwere Waffen wie etwa Panzer zu liefern. Er erklärte außerdem, dass Deutschland die Nato-Partner bei deren Waffenlieferungen unterstützen werde. Scholz versicherte der Ukraine weitere Solidarität. Mit der russischen Offensive im Osten der Ukraine sei der Krieg in eine neue Phase getreten. Man sei sich einig, das Land weiter finanziell und politisch zu unterstützen, damit es sich gegen den Aggressor wehren könne.

18:25 Uhr | Russland rückt in der Ostukraine vor

Russische Truppen haben bei ihren Angriffen in der Ostukraine Geländegewinne erzielt. Nach Angaben der örtlichen Behörden übernahmen sie die Kontrolle über die Kleinstadt Kreminna. Die Stadt sei von allen Seiten angegriffen worden, sagt der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Gaidai. Die ukrainischen Streitkräfte hätten sich zurückziehen müssen und würden neue Stellungen beziehen. Bei den Kämpfen sollen demnach mehrere hundert Zivilisten in der ursprünglich mehr als 18.000 Einwohner zählenden Stadt getötet worden seien.

18:00 Uhr | Tschechische Firmen reparieren ukrainische Panzer

Tschechische Rüstungsfirmen reparieren ukrainische Panzer und andere Militärfahrzeuge. Das teilte das Verteidigungsministerium mit. Die tschechischen Konzerne sollen demnach Militärgerät überholen oder wiederinbetriebnehmen, das länger gelagert worden sei. Zunächst soll eine nicht genannte Zahl von T-64-Panzern aus der Sowjetzeit repariert werden. Der Rüstungskonzern Czechoslovak werde dies in seinen Werken in Tschechien und der Slowakei übernehmen.

17:40 Uhr | Ukraine meldet weitere Straßenkämpfe in Mariupol

Im seit Wochen von der russischen Armee belagerten Mariupol halten die Straßenkämpfe in einigen Stadtteilen nach Angaben der ukrainischen Behörden weiter an. Das sagte der ukrainische Gouverneur der Region Donezk, Pawlo Kyrylenko, im US-Sender CNN. Bei den Straßenkämpfen würden nicht nur Kleinwaffen, sondern auch Panzer eingesetzt. Nach russischen Angaben haben sich die letzten Verteidiger von Mariupol im weitläufigen Asovstal-Komplex verschanzt. Die Angaben konnten von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.

17:18 Uhr | Reiseverband: Keine Stornierungswelle bei Osteuropa-Reisen

Der Krieg in der Ukraine hat nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes kaum Auswirkungen auf die Urlaubspläne der Deutschen. DRV-Sprecherin Kerstin Heinen sagte MDR AKTUELL, Osteuropa mache lediglich sieben Prozent aller Auslandsreisen aus. Es gebe aber vermehrt Anfragen, ob geplante Reisen etwa nach Polen oder in die baltischen Länder storniert oder umgebucht werden müssten. Hier gebe es eine Verunsicherung, aber definitiv keine Stornierungswelle.

16:50 Uhr EU genehmigt deutsche Milliardenhilfe gegen Kriegsfolgen

Deutschland darf vom Ukraine-Krieg betroffene Unternehmen mit bis zu 20 Milliarden Euro unterstützen. Die EU-Kommission genehmigte die Hilfen, mit den auch Folgen der EU-Sanktionen gegen Russland abgefedert werden. Viele Firmen ächzen vor allem unter stark steigenden Energiepreisen und gestörten Lieferketten. Das Hilfspaket sieht unter anderem ein Kreditprogramm über die staatliche Förderbank KfW vor sowie Energiekosten-Zuschüsse für Firmen. Die EU-Kommission hatte einen Rahmen vorgegeben, wie die EU-Staaten von den Kriegsfolgen geschädigte Unternehmen unterstützen dürfen. Demnach können sie bis zu 400.000 Euro vom Staat bekommen. Für Agrar- und Fischereiunternehmen gilt eine Grenze von 35 000 Euro. Für staatliche Hilfen für Unternehmen gelten in der EU eigentlich sehr strenge Regeln. Damit sollen Wettbewerbsverzerrungen verhindert werden.

16:20 Uhr | Ukrainische Soldaten in Mariupol wollen weiterkämpfen

Die Verteidiger der umkämpften ukrainischen Hafenstadt Mariupol weisen ein erneutes russisches Ultimatum zur Kapitulation zurück. Auf Telegram erklärten die ukrainischen Einheiten, sie wollten die Waffen nicht niederlegen, sondern weiter für die Verteidigung der Stadt kämpfen. Russland hatte die im Asovstahl-Komplex eingeschlossenen Soldaten ultimativ aufgefordert, die Gefechte einzustellen. Das Verteidigungsministerium in Moskau verkündete eine einseitige Feuerpause. Es sei ein Korridor eingerichtet worden, über den ukrainische Soldaten das Werksgelände verlassen können. Dann kämen sie mit dem Leben davon.

16:00 Uhr | Niederlande liefern Ukraine schwere Waffen

Die Niederlande werden die Ukraine mit schwereren Waffen wie Panzerfahrzeugen unterstützen. Ministerpräsident Mark Rutte teilte über Twitter mit, dass er dies dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem Telefongespräch zugesagt habe. Kurz nach Ausbruch des Krieges hatten die Niederlande bereits Waffenhilfen zugesagt und außer Munition, Gewehren und Radarinstallationen auch Luftabwehrgeschütze und Panzerfäuste in die Ukraine geschickt. In den vergangenen Wochen hatte die Regierung bewusst keine Mitteilungen mehr über Waffenhilfen veröffentlicht.

15:40 Uhr | Immer mehr Ärzte wollen Ukraine helfen

Die Zahl der Ärztinnen und Ärzte, die in der Ukraine oder ihren Nachbarstaaten helfen wollen, steigt. Ärztepräsident Klaus Reinhardt sagte MDR AKTUELL, insgesamt hätten sich auf dem Onlineportal der Bundesärztekammer etwa 1.350 Kolleginnen und Kollegen registrieren lassen. Die Zahl sei in den vergangenen Tagen um 200 gestiegen. Das sei ein großartiger Ausdruck von Solidarität. Reinhardt betonte, die Ärzte würden nicht in Kriegsgebiete geschickt. Möglich seien Einsätze etwa in Sammel-Lagern in Anrainerstaaten wie Polen, Ungarn, Rumänien. Nach Auskunft der jeweiligen Botschaften gebe es derzeit aber noch keinen Bedarf. Das könne sich aber von einem Tag auf den anderen ändern.

15:20 Uhr | Ukraine-Krieg bremst Wachstum der Weltwirtschaft

Die Weltwirtschaft wird in diesem Jahr vor allem wegen des Kriegs in der Ukraine deutlich langsamer wachsen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für 2022 nur noch mit einem Wachstum von 3,6 Prozent. Im Januar hatte er noch 4,4 Prozent angenommen. In Deutschland soll das Bruttoinlandsprodukt demnach nur noch um 2,1 Prozent steigen - 1,7 Prozentpunkte weniger als im Januar. IWF-Chefvolkswirt Pierre-Olivier Gourinchas erklärte, die Aussichten für die globale Wirtschaft hätten einen harten Rückschlag erfahren, größtenteils wegen Russlands Einmarsch in die Ukraine. Diese Krise passiere, obwohl sich die globale Wirtschaft noch nicht völlig von der Pandemie erholt habe. Viele Staaten hätten zudem mit hoher Inflation zu kämpfen. Unterbrechungen globaler Lieferketten hielten an - wobei jüngste Corona-Lockdowns in China diese Probleme erneut verschärfen könnten.

Update 15:00 Uhr | Russland sagt ukrainischen Soldaten in Mariupol sicheren Rückzug über Korridor zu

Russland hat für die im Azovstal-Komplex in Mariupol verschanzten ukrainischen Soldaten Korridore für die Aufgabe eingerichtet. Das Verteidigungsministerium teilte mit, die Armee habe einen humanitären Korridor für die ukrainischen Soldaten und anderen Kämpfer eingerichtet, die freiwillig ihre Waffen niedergelegt haben. Zuvor hatte Moskau den ukrainischen Einheiten in der seit Wochen umkämpften ukrainischen Hafenstadt erneut ein Ultimatum gestellt. Seit 14 Uhr Ortszeit hätten sie zwei Stunden Zeit, das Werk ohne Waffen zu verlassen.

Update 14:45 Uhr | Russland weist 36 europäische Diplomaten aus

Russland hat 36 europäische Diplomaten ausgewiesen. Das Außenministerium erklärte, 21 Diplomaten aus Belgien und 15 weitere aus den Niederlanden seien zu unerwünschten Personen erklärt worden. Es handele sich um eine Vergeltungsmaßnahme für die Ausweisung russischer Diplomaten im Zusammenhang mit Russlands Militäreinsatz in der Ukraine.

14:02 Uhr | Debatte um Waffenlieferung: Esken weist Vorwürfe zurück

SPD-Chefin Saskia Esken hat Vorwürfe zurückgewiesen, ihre Partei sei bei der Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine zu zögerlich. Im Morgenmagazin von ARD und ZDF verwies sie darauf, dass die Bundesregierung bereits die Lieferung von Panzern aus NVA-Beständen aus Tschechien ermöglicht habe. Zudem arbeite die Regierung weiter daran, die Lieferung von Waffen zu ermöglichen, die die Ukraine brauche. Die SPD-Co-Vorsitzende verwies zugleich darauf, dass die Bundeswehr aus eigenen Beständen nicht mehr lieferfähig sei.

13:37 Uhr | Polen bereit zur Aufnahme 10.000 Verletzter

Polen ist laut Ministerpräsident Mateusz Morawiecki zur Behandlung von Tausenden verletzten ukrainischen Soldaten bereit. Morawiecki sagte bei einem Besuch in der westukrainischen Stadt Lwiw (Lemberg), in Polen würden bereits mehrere Dutzend Soldaten aus der Ukraine behandelt. Sein Land sei bereit, falls nötig auch 10.000 Soldaten aufzunehmen und medizinisch zu versorgen. Morawiecki wollte in Lwiw eine von Polen finanzierte Container-Notunterkunft für bis zu 350 Flüchtlinge eröffnen.

13:16 Uhr | Henkel gibt Russland-Geschäft auf

Der Konsumgüterkonzern Henkel gibt sein Russland-Geschäft nun doch auf. Das Unternehmen teilte mit, angesichts der Entwicklung des Ukraine-Krieges würden die Aktivitäten in Russland eingestellt. Während des Abwicklungsprozesses würden die 2.500 Beschäftigten weiterbeschäftigt und -bezahlt. Der Konzern hatte mit dem Schritt lange gezögert. Das wurde unter anderem damit verteidigt, dass ausländische Unternehmen In Russland enteignet und ihre Manager haftbar gemacht werden könnten, wenn sie die Geschäfte einstellten. Henkel steht hinter Marken wie Persil, Schwarzkopf und Fa.

13:09 Uhr | Russlands Verteidigungsminister kündigt "Befreiung" der Ostukraine an

Sergej Schoigu
Schoigu: Setzen Plan zur Befreiung von Donezk und Luhansk um. Bildrechte: IMAGO/ITAR-TASS

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat das militärische Ziel seines Landes zur "Befreiung" der Ostukraine bekräftigt. "Wir setzen unseren Plan zur Befreiung der Volksrepubliken Donezk und Luhansk schrittweise um", sagte der Armeegeneral in einer im Fernsehen übertragenen Sitzung mit Militärkommandeuren. Schoigu warf den USA und ihren Verbündeten bei der Gelegenheit vor, den Konflikt durch Waffenlieferungen an die Ukraine anzustacheln und zu verlängern.

Die Äußerungen des russischen Verteidigungsministers folgten, nachdem die ukrainische Führung zuvor erklärt hatte, dass Russland mit seiner Großoffensive in der Ostukraine begonnen habe.

12:42 Uhr | DIW rechnet mit anhaltend hohen Preisen

Die Menschen in Deutschland müssen sich nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung auf anhaltend hohe Preise einstellen. DIW-Präsident Marcel Fratzscher sagte im Deutschlandfunk, die Preise würden sich auf die nächsten fünf bis zehn Jahre erhöhen. Gründe seien der Krieg in der Ukraine, große Unsicherheit und ein Ende der Globalisierung in ihrer bisherigen Ausprägung.

Laut Fratzscher sind die hohen Preise aktuell größtenteils spekulationsgetrieben. Teile des Angebots würden zurückgehalten aus Sorge, dass in Zukunft nicht genug da sein werde. Der DIW-Präsident forderte von der Regierung weitere Entlastungen. Zudem schlug er vor, den reduzierten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent auf Null zu setzen.

Update 12:15 Uhr | Russland stellt Kämpfern in Azovstal Ultimatum

Russland hat den ukrainischen Kämpfern auf dem Gelände des Metallurgie-Kombinats Azovstal in Mariupol ein Ultimatum gestellt. Ab Mittag Moskauer Zeit (11 Uhr MESZ) sollten sie ihren Widerstand aufgeben und ihre Waffen niederlegen, forderte das Verteidigungsministerium in Moskau. Wenn sie bis 16 Uhr (15 Uhr MESZ) das Gebiet ohne Waffen und Munition verließen, werde ihnen "das Überleben garantiert", hieß es.

Rauch über Mariupol
Rauch über dem umkämpften Azovstal-Komplex in Mariupol. Bildrechte: dpa

Nach russischen Angaben handelt es sich bei den verbliebenen ukrainischen Kämpfern in Azovstal überwiegend um Angehörige des umstrittenen "Asow"-Regiments sowie ausländische Söldner. In der vergangenen Woche ergaben sich mehr als tausend ukrainische Soldaten in Mariupol. Doch mehrere hundert weitere verschanzen sich nach russischen Angaben noch immer in dem riesigen Azovstal-Komplex.

11:59 Uhr | Bundespolizei erfasst rund 360.000 Ukraine-Flüchtlinge in Deutschland

Die Bundespolizei hat die Ankunft von knapp 360.000 Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine in Deutschland registriert. Wie das Bundesinnenministerium mitteilte, handelt es sich bei den bislang 359.904 registrierten Flüchtlingen hauptsächlich um Frauen, Kinder und alte Menschen.

Die Zahl der Menschen aus der Ukraine, die seit dem 24. Februar in Deutschland Zuflucht gesucht haben, dürfte allerdings um einiges höher liegen, da es keine stationären Kontrollen an den EU-Binnengrenzen gibt und Ukrainer für 90 Tage ohne Visum einreisen dürfen. Auch über eine mögliche Weiterreise in ein anderes EU-Land oder eine Rückkehr in die Ukraine liegen keine verlässlichen Daten vor. Nach Angaben des polnischen Grenzschutzes sind in Polen bislang 2,84 Millionen aus der Ukraine eingereiste Menschen registriert worden.

11:41 Uhr | Lawrow kündigt neue Phase der Ukraine-"Operation" an

Russland hat nach Angaben von Außenminister Sergej Lawrow mit einer neuen Phase des Einsatzes in der Ukraine begonnen. "Ich bin sicher, das wird ein wichtiger Moment in dieser gesamten Spezial-Operation", sagte Lawrow in einem Interview mit dem Fernsehsender India Today weiter.

10:06 Uhr | Russische Luftwaffe meldet Zerstörung von 60 militärischen Einrichtungen

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums hat die russische Luftwaffe zuletzt 60 militärische Einrichtungen in der Ukraine zerstört. Dabei sollen neben Lagern für taktische Raketen auch drei Kommandoposten sowie 53 Truppen- und Ausrüstungslager getroffen worden sein. Bei Raketen- und Artillerieangriffen der russischen Streitkräfte seien zudem 1.260 militärische Ziele getroffen worden. Zudem hätten die russischen Luftabwehrkräfte ein ukrainisches MiG-29-Kampfflugzeug, zwei ukrainische Tochka-U-Raketen sowie vier ukrainische Drohnen abgeschossen.

08:40 Uhr | Dresden kassiert Beherbergungssteuer für Geflüchtete

Massenunterkünfte und Notunterkünfte wie Turnhallen sind bei Geflüchteten wenig beliebt. Wer die Möglichkeit hat, organisiert sich oft selbst eine Unterkunft. In Dresden kassiert die Stadt in solchen Fällen aber erstmal die Beherbergungssteuer ein. Mehr zum Thema im folgenden Artikel.

08:33 Uhr | Unionsfraktion droht mit Antrag zu Waffenlieferungen an Ukraine

Die Unionsfraktion im Bundestag hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gedroht, im Bundestag mit einem Antrag zu deutschen Waffenlieferungen an die Ukraine Druck zu machen. "Wir wollen die Bundesregierung in dieser Krise unterstützen", schrieb Unionsfraktionsvize Johann Wadephul (CDU) auf Twitter. Sollte sich Scholz bei der Frage von Waffenlieferungen aber nicht bewegen, müsse er dazu in der nächsten Woche mit einem Antrag von CDU und CSU im Bundestag rechnen.

08:27 Uhr | Ärztekammern: Keine Bevorzugung Geflüchteter in den Praxen

Die Ärztekammern haben Gerüchte über angebliche Anweisungen zurückgewiesen, nach denen ukrainische Flüchtlinge bevorzugt behandelt werden sollen. Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt teilte MDR AKTUELL mit, von einer derartigen Anweisung sei der Kammer nichts bekannt. Sollte ein Patient unter solch einem Vorwand abgewiesen worden sein, könne er sich zur Prüfung des Sachverhaltes an die Kammer oder an die Kassenärztliche Vereinigung wenden.

Auch der Chef des Sächsischen Hausärzteverbandes, Torben Ostendorf, wies das Gerücht zurück. 20.000 geflüchtete Ukrainer für einen gewissen Zeitraum in Sachsen zusätzlich zu versorgen, sei kein Problem. Man habe ein großes Behandlungsangebot und keinerlei Engpässe.

08:08 Uhr | Russische Region meldet erneut Beschuss aus Ukraine

Ukrainische Streitkräfte haben nach Angaben des Gouverneurs der russischen Provinz Belgorod ein Dorf in der Nähe der Grenze zur Ukraine angegriffen. Wie Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow auf Telegram mitteilte, wurde beim Beschuss des Dorfes Golowtschino eine Frau verletzt. Es habe Zerstörungen gegeben. Die laut Behörden bereits mehrfach beschossene Region grenzt an das umkämpfte ukrainische Gebiet Charkiw.

Schäden nach Artilleriebeschuss im Dorf Golowtschino Region Belgorod Russland
Schäden nach Artilleriebeschuss im Dorf Golowtschino in der russischen Region Belgorod. Bildrechte: IMAGO/ITAR-TASS

Update 08:00 Uhr | Explosionen entlang der ukrainisch-russischen Frontlinie

Ukrainische Medien berichten über eine Reihe von zum Teil heftigen Explosionen entlang der Frontlinie in der östlichen Region Donezk und über Beschuss in Marinka, Slawjansk und Kramatorsk. Auch nichtoffizielle russische Quellen melden fast überall entlang der ukrainisch-russischen Kontaktlinie im Donbass Explosionen. Demnach soll unter anderem in den Städten Khartsyzk und Horliwka die Luftabwehr im Einsatz sein.

Explosionen werden auch aus den Vororten von Donezk, aus Charkiw im Nordosten und Mikolajew im Süden der Ukraine Explosionen gemeldet. Von Seiten des russischen Verteidigungsministeriums liegen bislang keine offiziellen Informationen zu einer möglichen Großoffensive vor.

07:37 Uhr | Ukrainische Flüchtlinge in Rumänien sehr gefragt

Rumänien hat bislang vor allem Auswanderung statt Einwanderung erlebt. Der Krieg in der Ukraine könnte das ändern. Zehntausende ukrainische Geflüchtete halten sich im Land auf, viele Firmen würden sie gerne einstellen. Mehr dazu im folgenden Artikel.

04:00 Uhr | IG Bau: Ukraine-Flüchtlinge nicht als billige Arbeitskräfte ausnutzen

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt warnt davor, Geflüchtete aus der Ukraine als billige Arbeitskräfte auszunutzen. Wie die Gewerkschaft in Frankfurt am Main mitteilte, suchen Firmen händeringend nach Personal, sei es auf dem Bau, in der Landwirtschaft oder in der Gebäudereinigung. "Manche Chefs wollen die oft gut qualifizierten Geflüchteten lieber heute als morgen einstellen - aber oft zu schlechten Bedingungen", sagte Gewerkschaftschef Robert Feiger der Deutschen Presse-Agentur. Als Beispiel nannte er Saisonkräfte in der Landwirtschaft, die bis zu 70 Tage lang keinen Sozial- und Krankenversicherungsschutz hätten.

03:03 Uhr | USA: Ukraine-Krieg verschärft weltweite Ernährungskrise

Die amerikanische Regierung beruft am Dienstag ein hochrangiges Gremium ein, um die weltweite Reaktion auf die Krise bei der Ernährungssicherheit zu diskutieren. Diese werde durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine verschärft, teilte das US-Finanzministerium mit. "Finanzministerin Janet Yellen ist zutiefst besorgt über die Auswirkungen, die Russlands rücksichtsloser Krieg auf die Weltwirtschaft hat, einschließlich des Risikos einer zunehmenden Ernährungsunsicherheit in den Schwellenländern und Entwicklungsländern", sagte ein hochrangiger Beamter des Finanzministeriums.

02:15 Uhr | Wüst: SPD hat "nachhaltiges Putin-Problem"

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst kritisiert das Verhalten der SPD und von Bundeskanzler Olaf Scholz im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg scharf. "Die SPD hat für jeden erkennbar ein nachhaltiges Putin-Problem", sagte Wüst der "Rheinischen Post" mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin. "Die zu große Nähe der Vergangenheit scheint die Sozialdemokraten bis heute zu lähmen, dabei müssten sie endlich klar gegenüber dem Aggressor Russland auftreten", so der CDU-Politiker.

02:07 Uhr | Selenskyj: Schlacht um Donbass hat begonnen

Wolodymyr Selenskyj
Selenskyj: "Können sagen, dass russische Streitkräfte Schlacht von Donbass begonnen haben." Bildrechte: dpa

Die Ukraine meldet Explosionen entlang der östlichen Front und weitere Angriffe in anderen Teilen des Landes. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in einer Videobotschaft, Russland habe "einen sehr großen Teil der gesamten russischen Armee" für die Offensive zusammengezogen. Die "Schlacht von Donbass" habe begonnen.

02:00 Uhr | Stark-Watzinger: 30 Millionen für Konfliktforschung

Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger will vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine die Mittel für Konfliktforschungsprojekte erhöhen. 30 Millionen Euro sollen in den kommenden vier Jahren insgesamt zehn Forschungsverbünden zugutekommen.

Bettina Stark-Watzinger - FDP
Bundesforschungsministerin Stark-Watzinger will zehn Forschungsgruppen mit insgesamt 30 Millionen Euro fördern. Bildrechte: dpa

"Krieg ist in seiner grausamsten Form nach Europa zurückgekehrt. In der Ukraine zeigt sich Tag für Tag, welches unendliche Leid Krieg hervorruft. Wir müssen in allen Bereichen mehr tun, um künftige Kriege zu verhindern und Frieden und Freiheit zu sichern", sagt Stark-Watzinger der "Rheinischen Post".

01:37 Uhr | BKA: 200 Straftaten pro Woche

Das Bundeskriminalamt registriert pro Woche in Deutschland rund 200 Straftaten in Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine. Die Delikte richteten sich "mehrheitlich gegen russischstämmige, aber auch gegen ukrainischstämmige Mitglieder unserer Gesellschaft", sagt BKA-Präsident Holger Münch dem "Tagesspiegel". Es handele sich vorrangig um Delikte wie Bedrohungen, Beleidigungen und Sachbeschädigungen.

01:33 Uhr | US-Präsident will am Dienstag mit Verbündeten beraten

US-Präsident Joe Biden will am Dienstag mit Verbündeten über den Krieg in der Ukraine sprechen. "Der Präsident wird ein Videogespräch mit Verbündeten und Partnern einberufen, um unsere fortgesetzte Unterstützung für die Ukraine und unsere Bemühungen, Russland zur Rechenschaft zu ziehen, im Rahmen unserer engen Koordination zu besprechen", hieß es in einer Erklärung.

01:03 Uhr | Menschenrechtsbeauftragte warnt vor Boykott russischer Kultur

Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Luise Amtsberg, warnt vor einem Boykott russischer Kultur in Deutschland. "Es wäre die falsche Konsequenz aus Putins Krieg, nicht mehr in russische Restaurants zu gehen oder russische Kunst und Kultur zu boykottieren", sagte die Grünen-Politikerin der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Redet miteinander, auch im Kunst- und Kulturbereich, und sorgt dafür, dass nicht alle Russinnen und Russen gemein gemacht werden mit diesem Angriffskrieg.

Luise Amtsberg Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung

00:50 Uhr | Bürgermeister Klitschko: Kiew weiter von russischen Angriffen bedroht

Vitali Klitschko beguachtet Ruinen zerstörter Wohnhäuser.
Vitali Klitschko: Kiew ist weiterhin nicht sicher. Bildrechte: DREFA Media Holding GmbH

Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist nach Einschätzung von Bürgermeister Vitali Klitschko weiterhin von russischen Angriffen bedroht. "Kiew war und bleibt ein Ziel des Aggressors", teilte Klitschko am Abend per Telegram mit. Er rate den geflohenen Einwohnern der Metropole dringend, lieber an einem sichereren Ort zu bleiben. "Aufgrund der militärischen Daten und der jüngsten Entwicklungen können wir nicht ausschließen, dass Kiew weiterhin von Raketenangriffen bedroht ist", meinte Klitschko. Auf einige Bezirke seien zuletzt Raketen abgefeuert worden. "Daher können wir die Sicherheit in der Stadt nicht garantieren." Es gebe weiterhin viele Kontrollpunkte in Kiew und auch eine nächtliche Ausgangssperre.

00:27 Uhr | Ukraine berichtet von Toten und Verletzten bei Beschuss von Charkiw

Beim Beschuss der ostukrainischen Großstadt Charkiw sind ukrainischen Angaben zufolge drei Menschen getötet und 15 verletzt worden, darunter ein 14 Jahre altes Kind. "Die Granaten fielen direkt vor Häuser, auf Kinderspielplätze und in die Nähe von humanitären Hilfsstellen", teilt der Gouverneur des Gebiets, Oleh Synjehubow, mit. Er wirft der russischen Armee einen Angriff auf Zivilisten vor. 

00:00 Uhr | Ticker am Dienstag, 19. April 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Übersichtskarte Ukraine
Bildrechte: MDR

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. April 2022 | 06:00 Uhr

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