Russland-Ukraine-Krieg Ticker: Hafen von Odessa soll nicht von Minen befreit werden

Die Regionalverwaltung von Odessa befürchtet einen russischen Angriff und will deshalb den Hafen nicht von Minen befreien. Unterdessen hat die Ukraine den weitgehenden Verlust der strategisch wichtigen Stadt Sjewjerodonezk bestätigt. Die aktuellen Entwicklungen zum Krieg in der Ukraine im Ticker.

Hafen Odessa Ukraine
Ein Schiff liegt im Hafen der ukrainischen Stadt Odessa. Bildrechte: IMAGO/YAY Images

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, da wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum unabhängig verifiziert werden können.

23:35 Uhr | Zwei Briten und einem Marokkaner droht Todestrafe vor Donezker Gericht

Zwei Briten und einem Marokkaner, die aufseiten der Ukraine gekämpft haben und gefangen genommen wurden, droht nach einer Meldung der russischen Nachrichtenagentur RIA die Todesstrafe. Die Agentur verbreitete Video-Aufnahmen von dem Prozess vor einem Gericht im Bezirk Donezk, der unter Kontrolle der von Russland unterstützten Separatisten steht. RIA zitiert Staatsanwälte, nach denen über alle drei Männer die Todesstrafe verhängt werden kann. Das britische Außenministerium erklärte, die Gefangenen würden für politische Ziele missbraucht.

22:57 Uhr | Migrationsforscher Knaus: Ukraine-Krieg entscheidet auch über EU

Der Ukraine-Krieg entscheidet nach Auffassung des österreichischen Soziologen und Migrationsforschers Gerald Knaus über die Zukunft der Europäischen Union. Es gehe jetzt darum, ob Macht wieder Recht breche oder ob Demokratien in Europa friedlich und gleichberechtigt nebeneinander leben und Grenzen durch Vernetzung und Integration überflüssig machen könnten, sagte Knaus bei der Auftaktveranstaltung des Philosophiefestivals Phil.Cologne in Köln. Die Zeitenwende bestehe darin, die Vision von 1990 - ein Europa der Demokratien auf der Grundlage der Menschenrechte - entschlossen zu verteidigen. Das Narrativ des russischen Präsidenten Wladimir Putin sei, dass das nach 1990 geschaffene Europa keinen Bestand habe. Ein Gebilde wie die Europäische Union, in dem kleine Staaten und große Staaten friedlich zusammenlebten, eingebunden in Strukturen ohne imperiales Zentrum, sei in Putins Augen eine Absurdität, eine Fata Morgana. Deshalb habe er es auf die Zerstörung der EU angelegt.

22:03 Uhr | Zahlreiche Leichen in Mariupol entdeckt

Arbeiter haben in zerstörten Gebäuden in der ukrainischen Stadt Mariupol nach Angaben eines Mitarbeiters des Bürgermeisters in jedem zwischen 50 und 100 Leichen entdeckt. Die Leichname würden aus den Gebäuden geholt und zu Leichenhallen und Deponien gebracht, teilte Petro Andrjuschtschenko bei Telegram mit. Nach ukrainischen Schätzungen wurden bei der wochenlangen Belagerung Mariupols durch Russland mindestens 21.000 Zivilisten getötet. Demnach wurden Hunderte Gebäude zerstört. Berichten zufolge gibt es Massengräber, in denen sich Tausende Leichen befinden. Russland hatte im Mai die vollständige Kontrolle über die Stadt übernommen.

21:48 Uhr | Selenskyj: große Verluste für Russen in Sjewjerodonezk

Die ukrainischen Verteidiger von Sjewjerodonezk haben den russischen Angreifern nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskjy große Verluste zugefügt. Es sei eine sehr heftige und schwierige Schlacht um die Stadt, sagt er in einer Ansprache. Das Schicksal des Donbass, also des Ostens der Ukraine, werde sich hier in vielerlei Hinsicht entscheiden.

21:43 Uhr | Russland geht weiter gegen Kritiker vor

Russland geht mit Blick auf die Kämpfe in der Ukraine weiter gegen Kritiker vor. Ein Moskauer Gericht verlängerte die Untersuchungshaft für den Journalisten Wladimir Kara-Mursa junior vom 12. Juni bis zum 12. August. Kara-Mursa wurde vorgeworfen, "falsche Informationen" über das russische Militär verbreitet zu haben. Kara-Mursa weist die Vorwürfe zurück. Kara-Mursa ist ein früherer Mitarbeiter des ermordeten russischen Oppositionsführers Boris Nemzow.

In Russland gilt ein Gesetz, das die Verbreitung von als falsch eingestuften Informationen über das russische Militär unter Strafe stellt. Bei einem Verstoß droht eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren.

21:09 Uhr | Sjewjerodonezk weitgehend unter russischer Kontrolle

Tschetschenischer Elitesoldat der Russischen Garde in Sjewjerodonezk
Tschetschenischer Elitesoldat der Russischen Garde in Sjewjerodonezk. Bildrechte: IMAGO/ITAR-TASS

Nach Russland hat nun auch die Ukraine die weitgehende Einnahme der strategisch wichtigen Stadt Sjewjerodonezk durch russische Truppen bestätigt. Wie der Gouverneur der ostukrainischen Region Luhansk, Serhij Gajdaj, mitteilte, kontrollieren die Russen mittlerweile den größten Teil der Stadt, nur im Industriegebiet seien sie noch nicht. Die ukrainischen Soldaten hätten sich angesichts des gewaltigen russischen Ansturms an den Stadtrand zurückziehen müssen. Die Verteidigung von Sjewjerodonezk gleiche einer "Mission Impossible", so Gajdaj. Auch die Zwillingsstadt Lyssytschansk am gegenüberliegenden Ufer des Flusses Severski Donez sei schweren Bombardements ausgesetzt.

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hatte bereits am Dienstag erklärt, die russischen Streitkräfte hätten die Wohngebiete der Stadt voll unter Kontrolle. Die russische Armee versuche jedoch weiterhin, das Industriegebiet und die umliegenden Siedlungen zu erobern.

18:20 Uhr | UN zählt mehr als sieben Millionen Grenzübertritte

Mehr als sieben Millionen Menschen haben nach Angaben der Vereinten Nationen seit Kriegsbeginn die ukrainische Grenze überschritten. Allerdings ist unklar, wie viele dieser Grenzübertritte Flüchtlinge sind und wie viele Menschen aus anderen Gründen das Land zeitweise verlassen haben. Die Zahl der Flüchtlinge in Europa wurde mit gut 4,7 Millionen angegeben. Die meisten Menschen haben sich in Polen, Russland und der Republik Moldau in Sicherheit gebracht.

17:14 Uhr | Lawrow verspricht Garantien für Getreideexporte

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hält den Export von ukrainischem Getreide auf dem Seeweg für möglich. Voraussetzung dafür sei, dass die Ukraine die Zugänge zu ihren Häfen von Minen befreie, sagte Lawrow nach einem Treffen mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu in Ankara. Die russischen Streitkräfte würden die Situation auch nicht für ihre Zwecke ausnutzen. Die Ukraine müsse die Schiffe aber sicher passieren lassen. Russland sei bereit, deren Durchfahrt in Richtung Bosporus zusammen mit seinen türkischen Partnern zu garantieren.

16:39 Uhr | Bundesregierung will bei Gasmangel auf Kohle zurückgreifen

Die Bundesregierung rüstet sich für einen Gas-Engpass und baut die Reserve an Kohlekraftwerken aus. Das Kabinett beschloss, dass Kohle- oder Ölkraftwerke kurzfristig in den Markt zurückkehren können. Ziel ist es, im Notfall den Verbrauch von Gas zur Stromproduktion auf ein Minimum zu drücken. Sollte Russland seine Lieferungen drosseln oder stoppen, könnten Energieunternehmen mehr Strom mit Kohle produzieren. Gas würde dann in erster Linie zum Heizen und für die Industrie reserviert. Die Regelung soll bis März 2024 gelten.

13:18 Uhr | Regionalverwaltung will Hafen von Odessa nicht von Minen räumen

Die Regionalverwaltung von Odessa will den Hafen der Stadt nicht von Minen befreien lassen, um den Export von Getreide zu ermöglichen. Sprecher Serhij Bratschuk sagte in einer Videobotschaft auf Telegram: "Sobald die Zufahrt zum Hafen von Odessa von Minen geräumt wird, wird die russische Flotte dort sein." Russland werde nach einer Entfernung der Minen Odessa "angreifen wollen".

Bratschuk veröffentlichte seine Erklärung kurz vor dem Treffen zwischen dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu in Ankara am Mittwoch, in dem es um Möglichkeiten für den Export von Getreide aus ukrainischen Häfen ging. Lawrow erklärte in der Türkei, Russland sei bereit, für die Sicherheit von mit Getreide beladenen Schiffen aus ukrainischen Häfen zu garantieren.

12:33 Uhr | Scholz telefoniert mit Selenskyj

Bundeskanzler Olaf Scholz hat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über weitere deutsche Unterstützung für die Ukraine gesprochen. Wie Regierungssprecher Steffen Hebestreit sagte, haben Scholz und Selenskyj am Mittwoch telefoniert. Dabei sei es auch darum gegangen, wie Getreideexporte aus der Ukraine auf dem Seeweg ermöglicht werden könnten. Scholz habe Selenskyj auch über sein Telefonat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vor zwei Wochen unterrichtet.

Der Bundeskanzler hatte der Ukraine in der vergangenen Woche die Lieferung weiterer schwerer Waffen zugesagt: Das Flugabwehrsystem Iris-T und vier Mehrfachraketenwerfer vom Typ Mars II. Außerdem soll ein Ortungsradar für Artillerie geliefert werden. Bisher sind aber noch keine schweren Waffen aus Deutschland in der Ukraine angekommen.

11:43 Uhr | Ukraine: Mehr als 23 Millionen Tonnen Getreide und Ölsaaten blockiert

Wegen der Blockade seiner Schwarzmeer-Häfen durch Russland kann die Ukraine mehr als 23 Millionen Tonnen Getreide und Ölsaaten nicht exportieren. Das schreibt Ministerpräsident Denys Schmyhal auf seinem Telegram-Kanal. Zugleich erklärte er, trotz des Krieges seien aber 75 Prozent der Vorjahresflächen bestellt worden. Das Landwirtschaftsministerium arbeite nun an der Einrichtung mobiler Silos, um die Lagerkapazitäten um zehn bis 15 Millionen Tonnen zu erhöhen.

Der Rückgang ukrainischer Agrarexporte hat in vielen Ländern zu steigenden Lebensmittelpreisen geführt. Dem Agrarministerium zufolge wurden in den Kriegsmonaten März, April und Mai 51 Prozent der ukrainischen Agrarexporte mit der Bahn außer Landes gebracht, 37 Prozent über die ukrainischen Donauhäfen und elf Prozent über die Straßen.

07:59 Uhr | Norwegen liefert Panzerhaubitzen an Ukraine

Norwegen hat der Ukraine 22 Panzerhaubitzen des Typs M109 sowie Munition und Ersatzteile geliefert. Verteidigungsminister Bjørn Arild Gram sagte in Oslo, die Entwicklung des Krieges mache es erforderlich, der Ukraine nun auch schwerere Waffen zu schicken. Aus Sicherheitsgründen sei die Lieferung nicht vorab angekündigt worden. Die Ausbildung der ukrainischen Soldaten an den Waffen habe in Deutschland stattgefunden. Norwegen selbst ersetzte die Waffensysteme den Angaben zufolge mit neuer Ausrüstung aus Südkorea.

06:27 Uhr | Pläne für Übergewinnsteuer in Mitteldeutschland umstritten

Die Forderungen nach einer Übergewinnsteuer sind in Mitteldeutschland umstritten. Sachsens CDU-Fraktionsvize Georg-Ludwig von Breitenbuch sagte MDR AKTUELL, er sehe das kritisch. Es sei zu einfach, zu sagen, wer zu viel verdient habe, dem gehe man ans Leder. Sachsen-Anhalts FDP-Fraktionschef Andreas Silbersack erklärte, eine neue Steuer sei nicht die Lösung. Das sei so, als würde man mit der Schrotflinte in alle Richtungen zielen, aber nicht das Richtige treffen. Dagegen erklärte der sächsische SPD-Bundestags-Fraktionsvize Detlef Müller, er halte es für einen vernünftigen Weg, die Mehrgewinne der Unternehmen dem Staat zugutekommen zu lassen. Ähnlich äußerten sich Vertreter der Grünen und Linken in Thüringen.

Auf Bundesebene wird derzeit über die sogenannte Übergewinnsteuer gestritten. Damit sollen Profiteure des Ukraine-Kriegs wie Mineralölkonzerne mit einer Extra-Steuer belegt werden. Bremen hat dazu eine Bundesrats-Initiative angekündigt.

05:00 Uhr | Bauernpräsident rechnet mit steigenden Preisen

Der Ukraine-Krieg hat laut Bauernpräsident Joachim Rukwied "massive Auswirkungen auf die deutsche Landwirtschaft" - vor allem mit Blick auf die Kosten für Betriebsmittel. Das habe auch Folgen für die Verbraucher, sagte Rukwied der "Passauer Neuen Presse". "Die Energiepreise haben sich verdoppelt, der Preis für Düngemittel, insbesondere Stickstoffdünger, hat sich im Schnitt vervierfacht, Futter kostet mehr", erklärte Rukwied. Die höheren Kosten auf Erzeugerseite seien aber "noch nicht alle eingepreist". "Das heißt, die Preise für die Verbraucher werden nach unserer Einschätzung weiter steigen."

Die Versorgung mit Lebensmitteln sei vorerst noch sicher. "Wir gehen davon aus, dass die Versorgungssicherheit, was Lebensmittel angeht, bis zum ersten Quartal nächsten Jahres gegeben ist", sagte der Bauernpräsident, warnte aber zugleich: "Darüber hinaus kann ich keine Prognose wagen - dazu gibt es in vielen Bereichen zu viele offene Fragen, die zum Teil nur die Politik beantworten kann."

03:00 Uhr | Grüne: Übergewinnsteuer auf Extraprofite kann ausgleichend wirken

Die Grünen im Bundestag machen sich trotz Widerstands des Koalitionspartners FDP weiterhin für eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne stark. "Soziale Marktwirtschaft bedeutet auch das Eintreten gegen Machtballung am Markt und aktive Steuerpolitik - gerade auch in Krisenzeiten wie jetzt", sagte die Grünen-Haushaltspolitikerin Paula Piechotta der Nachrichtenagentur DPA. "Eine Übergewinnsteuer kann ausgleichend wirken, wenn wenige auf Kosten aller immense Gewinne einstreichen, ohne dass sie einen Mehrwert geschaffen haben", argumentierte sie.

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hatte sich am Dienstag gegen eine solche Steuer auf Extraprofite von Mineralölkonzernen durch den Ukraine-Krieg ausgesprochen. Seine Sorge sei, dass eine "willkürliche Steuererhöhung" für eine einzelne Branche dazu führe, dass es am Ende in Deutschland teurer werde, sagte Lindner.

01:14 Uhr | Ukraine startet Informationssystem zu Kriegsverbrechen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ein Informationssystem zu mutmaßlichen Kriegsverbrechen angekündigt. In der kommenden Woche solle ein "Buch der Folterer" gestartet werden, in dem bestätigte Informationen über Kriegsverbrecher und Kriminelle der russischen Streitkräfte gesammelt werden sollen, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft.

Bei den gesammelten Informationen gehe es um "spezifische Fakten über spezifische Menschen, die spezifische Gewaltverbrechen gegen Ukrainer begangen haben". Es gehe darum, nicht nur die direkten Täter wie etwa die Soldaten zur Verantwortung zu ziehen, sondern auch deren Befehlshaber, die die Taten ermöglicht hätten - "in Butscha, in Mariupol, in all unseren Städten".

00:07 Uhr | Weltbank unterstützt Ukraine mit weiteren 1,49 Milliarden US-Dollar

Die Weltbank stellt der Ukraine eine weitere Finanzierung in Höhe von 1,49 Milliarden US-Dollar (1,4 Milliarden Euro) zur Verfügung. Damit könne die Regierung Löhne für Staatsbedienstete zahlen, wie die Weltbank erklärte. Mit der neuen Finanzierung belaufe sich die Unterstützung der Organisation für die Ukraine nunmehr auf rund vier Milliarden Dollar.

00:06 Uhr | Offenbar mehr als 1.000 Kriegsgefangene in Russland

Mehr als 1.000 ukrainische Kriegsgefangene sind laut einem Medienbericht aus dem eroberten Stahlwerk in Mariupol nach Russland gebracht worden. Die russischen Strafverfolgungsbehörden beschäftigten sich derzeit mit ihnen, meldete die russische Staatsagentur Tass unter Berufung auf Sicherheitskreise. Unter ihnen könnten mehr als 100 ausländische "Söldner" sein. Bald würden noch mehr ukrainische gefangene Soldatinnen und Soldaten aus der südostukrainischen Hafenstadt nach Russland transportiert.

00:03 Uhr | Somalia steht vor Hungerkatastrophe

Somalia steht nach UN-Angaben an der Schwelle zu einer Hungerkatastrophe. In der vierten Regenzeit in Folge habe es in dem nordostafrikanischen Land nicht genug geregnet, sagte Etienne Peterschmitt, der Vertreter der UN-Agrarorganisation FAO, per Videoschalte aus Mogadischu zu Journalisten in Genf. Die Ernten seien praktisch ausgefallen. Es habe je nach Region 40 bis 70 Prozent weniger geregnet als üblich. Die Preise für Nahrungsmittel seien drastisch gestiegen und die nötigen Mittel für humanitäre Hilfe seien bislang nicht zusammengekommen. "Hunderttausenden Somaliern drohen Hunger und Tod", sagte Peterschmitt.

Die Gründe liegen dabei neben der Klimakrise auch im Ukraine-Krieg. "Der gesamte Weizenimport stammt zu 85 Prozent aus Russland und der Ukraine. Die Ukraine macht etwa 50 Prozent aus, gegenüber 35 Prozent, die bisher aus Russland kamen", sagte der UN-Koordinator für Somalia, Adam Abdelmoula.

00:01 Uhr | Merkel verteidigt ihre Russland-Politik

Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht nach eigenen Angaben keinen Grund, sich für die Russland-Politik während ihrer Amtszeit zu entschuldigen. Diplomatie sei nicht falsch gewesen, wenn sie nicht gelinge, sagte die CDU-Politikerin auf einer Veranstaltung in Berlin. Dort äußerte sie sich erstmals seit dem Ende ihrer Kanzlerschaft ausführlich zu politischen Fragen. Sie räumte ein, dass man Russland härter hätte begegnen können, als es 2014 die ukrainische Halbinsel Krim annektiert habe. Es sei aber nicht so, dass damals nichts geschehen sei. Russland sei aus der Gruppe der führenden Industrieländer ausgeschlossen worden und die NATO habe ihre Verteidigungsanstrengungen verstärkt.

Weiter sagte Merkel, ihr sei bewusst gewesen, dass Russlands Präsident Wladimir Putin die Demokratie ablehne. Es sei aber klar gewesen, dass Russland immer ein Nachbar in Europa bleiben werde, der nicht vollkommen ignoriert werden könne. Wenn es schon politisch keine Annäherung gebe, seien aus ihrer Sicht wenigstens bestimmte Handelsbeziehungen sinnvoll.

00:00 Uhr | Ticker am Mittwoch, 08. Juni 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Übersichtskarte Ukraine
Bildrechte: MDR

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Juni 2022 | 06:00 Uhr

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